Bredstedt : „Das ist kein Umgang miteinander“

Das Amt Mittleres Nordfriesland in der Bredstedter Theodor-Storm-Straße.
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Das Amt Mittleres Nordfriesland in der Bredstedter Theodor-Storm-Straße.

Die Amtsausschuss-Mitglieder reagieren verärgert über Abrechnung des Kirchenkreises. Ein Protestbrief an den Propst ist unterwegs.

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04. Januar 2018, 10:00 Uhr

Verärgert reagierten die Mitglieder des Amtsausschusses Mittleres Nordfriesland über die Abrechnung des Kirchenkreises. Der hatte die Kosten für die evangelischen Kindergärten ab 2018 nicht nur erhöht, sondern weitere Posten angesetzt, die bisher nicht zur Debatte standen.

„Man hat uns vor vollendete Tatsachen gestellt und Verhandlungsspielräume abgelehnt. Das ist kein Umgang miteinander“, informierte Amtsvorsteher Hans-Jakob Paulsen. Ein Protestbrief an den Propst sei unterwegs. Er habe um ein Gespräch für Mitte Januar gebeten.

In Ordnung sei, dass die Verwaltungskosten von 180 Euro pro Kind auf nunmehr je 226 Euro monatlich angepasst worden sind. Eine Überprüfung der Verwaltungstätigkeit hatte nämlich ergeben, dass nicht mehr kostendeckend gearbeitet werden kann. In den vergangenen sechs Jahren erhöhten sich die Kosten von 488.972 Euro auf 579.811 Euro, die entsprechend pro betreutes Kind umgerechnet werden.

Was allerdings, so Paulsen, gar nicht gehe, sei die Tatsache, dass der Kirchenkreis neu und zusätzlich die Kosten der Mitarbeitervertretung – analog dem Personalrat – mit jährlich 180.000 Euro, umgerechnet pro Kind auf 115 Euro zusätzlich, ansetze. Hinzu kämen sogenannte spezifische Kosten, die bisher aus Kirchensteuereinnahmen ausgeglichen worden waren. Bei letztgenannter Position handelt es sich um die Geschäftsführungskosten, die nun als Betriebskosten über die Haushalte der Kindertageseinrichtungen, die dem Kindertagesstättenwerk angeschlossen sind, abgerechnet werden sollen. Die Kosten werden – so die Ankündigung – ab 2018 zu 50 Prozent sowie ab 2020 voll umfänglich umgelegt.

Bereits ohne die spezifischen sowie Kosten der Mitarbeitervertretung kämen auf die Kommunen schon Mehrkosten genug dazu. Für die evangelischen Kindergärten Breklum und Struckum mache das jährlich 2.300 Euro mehr aus (in Zahlen: von 9.000 Euro insgesamt jährlich auf 11.300 Euro), für Drelsdorf 2530 Euro (von 9.900 Euro auf 12.430 Euro jährlich), Joldelund 2.898 Euro (von 11.340 Euro auf 14.238 Euro), Langenhorn für beide Kitas insgesamt 6.440 Euro (von 25.200 Euro auf 31.640 Euro) sowie Bordelum 3.220 Euro (von 12.600 Euro auf 15.820 Euro). Rechne man dann noch die avisierten Kosten der Mitarbeitervertretung dazu, müsse jede Gemeinde mit weiteren zusätzlichen Beträgen zwischen 805 und 2.415 Euro im Jahr rechnen.

„Ich finde, die Verwaltungskosten sind nicht transparent. Da muss das Kita-Werk nachlegen“, so der stellvertretende Amtsvorsteher und Bürgermeister Bredstedts, Knut Jessen. Die Kirche müsse sich darüber im Klaren sein, dass es noch andere Träger gibt. Er habe beispielsweise gute Erfahrungen mit der ADS (Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig) gemacht, unter deren Flagge die Kindertagesstätten in Bredstedt gut liefen.

„Überstülpen lassen sollten wir uns gar nichts“, bekräftigte Ausschussmitglied und Bürgermeister von Struckum, Andreas Petersen. „Wir warten die Antwort des Propstes ab. Dann wird verhandelt“, so der Amtsvorsteher.


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