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Spass für kleine Künstler : Das Fünfgiebel-Haus aus Kinderhand

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Rahmen des Friedrichstädter Kinder-Kultur-Festivals wurde in einem Töpfer-Atelier gearbeitet. Unter anderem modellierte der Nachwuchs dort aus Ton eines der Wahrzeichen der Stadt, das Fünfgiebel-Haus.

So ein bisschen ihre Träume umsetzen konnten die acht Kinder während des Workshops in der Töpferei von Jan und Doreen Stümpel. Jedenfalls in Richtung der Gestaltung des bekannten unter Denkmalschutz stehenden Fünf-Giebel-Hauses. Innerhalb des Kinder-Kultur-Festivals durften sie einen Vormittag lang mal so richtig mit Ton arbeiten – und ihrer Fantasie dabei natürlich viel Freiraum lassen. Dabei kam dann ganz Unterschiedliches heraus. Mal ein großes und mal ein kleines Haus. Aber alle ließen erkennen, bei diesen Bauwerken handelt es sich einwandfrei um kleine Nachbildungen des Fünfgiebel-Hauses.

Das Keramiker-Ehepaar, das selbst drei eigene kleine Töchter hat, geht liebevoll auf die Wünsche der Lütten ein. Die tauchen immer wieder auf und betreffen die Arbeit manchmal nur am Rande – sind für die teilnehmenden Kinder aber enorm wichtig. Max (5) möchte von Doreen Stümpel gerne wissen, „ob die Giebel seines Hauses denn auch wirklich so aussehen wie bei dem großen Haus draußen“. Sehen sie. Kein Unterschied, alles picobello. Die 36-Jährige trägt unauffällig aber hilfreich dazu bei, dass das Tonhäuschen ein wirklicher Hingucker wird.

Mit der Materie ist sie ebenso wie ihr Ehemann Jan (43) bestens vertraut. Die beiden Keramiker starteten im Herbst 2004 in Greifswald/Mecklenburg-Vorpommern. In Friedrichstadt arbeiteten sie zunächst in der Prinzenstraße 1 – am Ende der Fußgängerzone. Im Januar diesen Jahres ergab sich die Möglichkeit zum Umzug ins Fünfgiebel-Haus am Fürstenburgwall 11. Oben in der ersten Etage befindet sich die großzügig ausgelegte Werkstatt, im Erdgeschoss sind Ausstellung und Verkauf untergebracht. Am Kinderkulturfestival beteiligten sich beide gerne – und waren bereits im Vorjahr dabei vertreten. Für die Wintermonate sind Kurse geplant, Info gibt es unter Telefon 04881/936503.

Doch zurück zu den acht jungen Tonkünstlern: Die Geschwister Maditha (9) und Justus (6) kommen aus Seeth, Max (5), Nils (8) und Line (7) aus Friedrichstadt, Kara (6) aus Drage und die Geschwister Amelie (8) und Erik (11) aus Koldenbüttel. Die Vorstellung des Keramikerehepaares durch Jan Stümpel ist kurz und absolut einprägend: „Großes S und kleiner Tümpel!“ Das ist einprägsam, das bleibt dauerhaft im Gedächtnis. Die gesamte Gruppe nennt sich ausschließlich beim Vornamen. „Überhaupt kein Problem“ für die beiden Erwachsenen, die ruhig und sehr geduldsam mit den Kleinen arbeiten.

Doch wie geht man solch einen Ton-Haus-Bau eigentlich an? Zunächst verteilen Doreen und Jan weiße Malblätter. Darauf entwirft jedes Kind seine Zeichnung. Klar doch, jede sieht anders aus. Dann wird diese Vorlage auf einen stabilen Kartonbogen übertragen. Auch das machen die Kinder selbst. Nur den Ton haben Jan und Doreen selbst ausgerollt „damit er auch überall schön gleichmäßig dick und glatt ist“. Individuell wie die Häuschen selbst sind auch die Vorstellungen, was anschließend mit ihnen geschehen soll. Maditha möchte ihres gerne innen mit einem Teelicht versehen „damit es im Dunkeln schön leuchtet“. Nils möchte seines auf einem Tisch platzieren. „Doch bevor es soweit ist“, so erläutert Jan Stümpel, „lassen wir sie erstmal stehen und trocknen. Danach werden sie das erste Mal bei 900 Grad im Ofen gebrannt, danach glasiert und abschließend ein zweites Mal gebrannt – diesmal mit 1230 Grad. Insgesamt 24 Stunden werden für das Brennen benötigt.“

Nun warten die kleinen Tonkünstler höchst gespannt auf ihre eigenen kleinen Fünfgiebel-Häuschen, die sie in einigen Tagen abholen dürfen.
 

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