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Filmcrew im Holländerstädtchen : Das Fliewatüüt erobert Friedrichstadt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kinderbuchklassiker „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ von Boy Lornsen wird Ende September in Friedrichstadt neu verfilmt. Am Sonnabend, 29. August, findet ein Komparsen-Casting im Rathaus statt.

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erstellt am 20.Aug.2015 | 10:30 Uhr

Das idyllische Holländerstädtchen zwischen Treene und Eider hat schon so manches Filmteam in der Vergangenheit angelockt, denn in der Altstadt mit ihrem Kopfsteinpflaster und den vielen kleinen Gassen lassen sich relativ leicht historische Aufnahmen realisieren. Doch nun soll aus Friedrichstadt das kleine Tütermoor werden. Der kleine Fantasie-Ort ist nämlich der Wohnsitz von Tobbi. Und der lernt den Roboter Robbi kennen. Beide sind zehn Jahre alt und werden schnell zu besten Freunden. Gemeinsam bauen sie schließlich das Fliewatüüt, ein Gefährt, das fliegen, schwimmen und fahren kann. Mit dem Fliewatüüt erleben Tobbi und Robbi die tollsten Abenteuer.

Um all dies in Szene setzen zu können, reist Ende des nächsten Monats ein Filmteam an. Vom 28. September bis zum 9. Oktober sind Dreharbeiten auf dem Marktplatz, in der Prinzenstraße und am Mittelburgwall geplant. Sören Bode von der Aufnahmeleitung der Wüste Medien GmbH sagt dazu, dass an den Drehtagen jeweils mit einem Team von rund 50 Personen gearbeitet wird. Dementsprechend groß ist auch der Technik-Fuhrpark, so dass schon mal im Vorwege bei der Ordnungsbehörde des Amtes um Genehmigungen für die zeitweilige Sperrung der Straßen nachgesucht wurde.

Regie wird Wolfgang Groos führen, der unter anderem auch bei den Streifen „Die Vampierschwestern“, „Rico, Oscar und das Herzgebreche“ das Heft in der hand hatte. Die Hamburger Wüste Medien GmbH zeichnet unter anderem auch für „Gegen den Wind“ verantwortlich.

Für die Filmaufnahmen sind teilweise Sperrungen von Straßen nötig. „Die“, so sagt Femke Postel vom Ordungsamt, „werden auch genehmigt. Probleme sieht sie nicht, „denn die Friedrichstädter sind da belastbar“. Zudem haben die Filmleute bereits Kontakt mit den betroffenen Geschäftsleuten aufgenommen, so dass so wenig Beeinträchtigungen wie möglich entstehen.

„Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“ ist ein Kinderbuch des Sylter Autors Boy Lornsen aus dem Jahr 1967. Tobias Findteisen, genannt Tobbi, besucht die dritte Klasse der Volksschule und ist Erfinder des Fliewatüüts, eines universalen Fortbewegungsmittels. Denn es kann wie ein Hubschrauber fliegen, wie ein Schiff auf dem Wasser schwimmen und wie ein Auto als Landfahrzeug fahren – daher das tüüt. Angetrieben wird das Fliewatüüt mit dem Himbeersaft von Tante Paula, später wird dieser Treibstoff durch Lebertran ersetzt.

Tobbi ist Kopilot des Fliewatüüts. Der Pilot heißt ROB 344–66/IIIa, wird aber aus verständlichen Gründen Robbi genannt. Robbi ist in der dritten Klasse der Robotschule. Gemeinsam machen sich die beiden im Fliewatüüt auf, um für Robbi drei Roboterprüfungsaufgaben zu lösen: Wie viele Treppenstufen hat der gelb-schwarz-geringelte Leuchtturm? (Lösung: 177), wer steht am Nordpol und fängt mit „Z“ an? (Der Nordpolforscher Zacharias Peter Paul Obenauf) und suche die dreieckige Burg mit den dreieckigen Türmen und ergründe ihr Geheimnis! (Lösung: Auf der schottischen Burg Plumpudding Castle versucht der angebliche Zaubergraf Joshua aus gestohlenem Silber Gold zu erzeugen).

Nach der Buchvorlage produzierte der WDR einen Puppenfilm, der in vier Teilen erstmals 1972 ausgestrahlt wurde. Für den neuen Streifen werden noch Komparsen gesucht. Das Casting für Personen, die älter als 16 Jahre sein müssen, findet am Sonnabend (29.) von 10 bis 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses ein Komparsencasting statt. Erstmals wird die Geschichte von Tobbi und dem Fliewatüüt mit realen Personen gedreht. Natürlich kommt auch ein ferngesteuerter Roboter zum Einsatz – und natürlich das Fliewatüüt. Ob das Filmgerät wie in der Buchvorlage auch mit Himbeersaft oder Lebertran angetrieben wird, wollte die Produktionsfirma in Köln gestern nicht verraten: „Das können wir nicht sagen, das liegt alles noch noch beim Patentamt“, sagt Produktionsleiter Peter Kreutz.

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