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Bunte Werbung für Husumer Messe : Das Farbenspiel der Wind-Riesen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Licht-Künstlerin Gisela Meyer-Hahn lässt in drei Phasen insgesamt elf Dithmarscher Mühlen in den abendlichen Dialog treten.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 16:00 Uhr

Wer in der Zeit vom 15. bis 18. September zwischen 20 Uhr und Mitternacht auf dem Übergang von der A 23 zur B 5 – oder in umgekehrter Richtung – unterwegs ist, dem geht buchstäblich ein Licht auf. In Höhe der Ausfahrt Heide-Süd weisen fünf Windmühlen in allen leuchtenden Farben auf ein besonderes Ereignis hin: die „Husum Wind 2015“. Die bunten Mega-Mühlen erregen bei den Insassen der Autos, die abends am Windpark von Peter Looft in Norderwöhrden (Kreis Dithmarschen) vorbeifahren, unweigerlich Aufmerksamkeit. Ob ihrer ungeheuren Strahlkraft dienen die bis zu 150 Meter hohen Windspargel der Messegesellschaft als nahezu perfekter Werbeträger. „Für die Wind-Messe ein Glücksfall“, stellen denn auch Messe-Chef Peter Becker und seine Mitarbeiterin Barbara Zillig bei der Vorstellung des Projektes im Nordsee-Congress-Centrum in Husum erfreut fest.

Den Organisatoren des großen nationalen Branchentreffs, zu dem vom 15. bis 18. September mehr als 600 Aussteller und 20.000 Besucher erwartet werden, ist sogar ein dreiblättriges Kleeblatt zugeweht. Denn neben dem farbenprächtigen Lichtspiel an der Autobahn rühren noch zwei weitere Windparks mit jeweils drei Anlagen auf diese Weise die Werbetrommel für die bevorstehende Messe: der von Wilhelm Borcherding am Süderdeich, Hedwigenkooger Chaussee 1 (vom 5. bis zum 11. September), und jener von Karl-Albert Brandt im Dieksanderkoog, Hauptstraße (vom 22. bis 26. September).

Mit dem Dithmarscher Dreierpack schnürt die Licht-Künstlerin Gisela Meyer-Hahn ein Paket, das den Stempel „Farbiges Leuchten – Energieriesen im Wind“ trägt. Als die 63-jährige Hessin mit Wohnsitz in Pinneberg bei den interessierten Windmüllern gut Wind für ihr Konzept machte, bekam sie sofort Rückenwind. „Die soll gar nicht solange reden, sondern sagen, wie viel das kostet – und dann machen wir das“, berichtet Wilhelm Borcherding mit einem Augenzwinkern, ohne dabei finanzielle Details zu verraten. „Das ist einfach ein spannendes Projekt!“

Besonders für Meyer-Hahn selbst, die bereits im vergangenen Jahr auf der Südseite des Husumer Hafens drei Windräder einen viel beachteten farbigen Dialog führen ließ. „Mein künstlerisches Anliegen ist, die Wirkung von Farbe und Licht auf die gesamte Sinneswahrnehmung erlebbar zu machen“, sagt die von Naturphänomenen und ihrem Zusammenspiel faszinierte Diplom-Designerin. Dazu wählte sie Farben und Abläufe, die unter anderem mit den Gegebenheiten und Eigenheiten der Region korrespondieren. Die sie der Kraft des Windes entsprechend hört und spürt – Flaute, Sturm  .  .  . Die zwischen Pastell- und Intensiv-Tönen wechseln. Und zwischen „unten und oben am Turm“. Die wie ein Aquarell ineinanderlaufen oder in großen Intensitätssprüngen aufeinander folgen. Und und  .  .  .

Daraus ergeben sich acht Farb-Licht-Kompositionen, die Meyer-Hahn für ebenso viele Verwendung findende Scheinwerfer geschrieben hat. Die wiederum fasste die Künstlerin für die zahlreichen Projektionen in Gruppen zusammen, die jeweils für fünf Stunden programmiert sind. „Aus denen kann ich dann Abend für Abend frei wählen.“ Eine minutiös ausgeklügelte Lichtsignal-Partitur, die am Ende eines jeden Tages für eine dynamische, lebendige, temporäre Inszenierung sorgt. Die acht geliehenen Unikat-Scheinwerfer, die jeweils mit 1248 LEDs ausgestattet sind und nur 300 Watt verbrauchen, können in verschiedenen Winkeln (zwischen acht und 63 Grad) ausstrahlen und damit der konischen Form der Türme folgen. Die so in einen farbigen Dialog gebrachten Ensembles scheinen sich nachts sichtbar miteinander zu unterhalten, zu fragen und zu antworten.

Den Rest erledigt die menschliche Wahrnehmung, komponiert sich die passenden Klänge dazu, wie die Licht-Künstlerin deutlich zu machen versucht: Schon der Komponist Igor Strawinsky habe festgestellt, „dass man Musik gar nicht hören muss – man kann sie sehen!“ Auch Nicole Knudsen, Leiterin des Landesbüros des Bundesverbandes Windenergie, freut sich schon auf den Gänsehaut-Effekt, „wenn die Mühlen von Dithmarschen nach Husum strahlen“.

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