zur Navigation springen

Galerie unter freiem Himmel : Das dürfte gern immer so sein

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die eintägige Ausstellung von Rainer Hoffmann im Husumer Schlossgarten kam bei den Besuchern gut an und wirft die Frage nach einer dauerhaften Lösung auf.

von
erstellt am 18.Aug.2014 | 15:00 Uhr

Am Ende des Tages war Rainer Hoffmann ziemlich müde, aber zufrieden: „Es gibt Momente im Leben, die einem Kraft geben und von denen man lange zehrt. Heute war so ein Moment“, sinnierte er kurz vor Mitternacht. Dabei hatte es in der Nacht zum Sonnabend noch so ausgesehen, als habe „dieser einmalige Augenblick“ nicht den Hauch einer Chance. Immer wieder hatte es geregnet. Doch am Morgen präsentierte sich Petrus dann von einer freundlicheren Seite – als hätte er verstanden, dass das alles hier auch eine Hommage an das Himmlische Kind in ihm ist. So störten Rainer Hoffmann weder Wind noch allzu starke Schauer, als er nach und nach zehn seiner Windskulpturen über das Gelände des Schlossgartens verteilte und diesen damit in eine Galerie unter freiem Himmel verwandelte. Eine Aktion, zu der ihn die Redaktion der Husumer Nachrichten aufgefordert hatte und mit der sie gemeinsam auf das Kultur-21-Festival vom 25. bis zum 28. September im Nordsee-Congress-Centrum aufmerksam machen wollten. In dessen Mittelpunkt steht eine große Kunstausstellung, für die 69 Künstler aus ganz Nordfriesland ausgewählt wurden und insgesamt 140 Arbeiten zeigen werden (wir berichteten). Einer von ihnen ist Rainer Hoffmann.

Dieser Sonnabend aber gehörte ihm allein und war zugleich die Verwirklichung eines Traumes: „Ich wollte schon immer mal im Schlosspark ausstellen“, sagte Hoffmann. Dieser Traum des 50-jährigen Husumers, dessen erste größere Ausstellung die Windart III 2010 im Rathaus war, sollte jetzt in Erfüllung gehen.

Begonnen hatte der luftig-leichte, farbenfrohe Reigen bereits am Freitagabend, als Hoffmann drei seiner „Seezeichen“, bojen-artige Gebilde aus Spinnaker-Nylon, die auf einen Fahrradschlauch montiert wurden, im Schlossgraben zu Wasser ließ. Doch während dieser Teil der Aktion von der Öffentlichkeit noch weitgehend unbeachtet blieb, lockten Hoffmanns Installationen am Sonnabend nicht nur zahlreiche Hobby-Fotografen an. Wer davon wusste, ging – wie Isolde Brendler – ganz bewusst in den Schlosspark, um das Kontrastprogramm von Installationen und städtischem Großgrün auf sich wirken zu lassen. „Das Ambiente stimmt, das Farbenspiel – einfach wunderschön“, fasste Brendler ihre Eindrücke zusammen, während sich Ehemann Rolf neben der künstlerischen Wirkung der Arbeiten auch für deren Konstruktion interessierte. „Da kommt Bewegung in die Landschaft“, urteilte Besucher Helmut Liley. Zugleich strahlten Hoffmanns Arbeiten aber auch enorme Ruhe aus.

Für manch einen Spaziergänger waren die Arbeiten aber auch eine handfeste Überraschung: „Eine fantastische Open-Air-Galerie“, freute sich Karina Hansen und bedauerte, dass das nur diesen einen Tag zu sehen ist.“ Und auch Rainer Hoffmann und sein Aufbauteam hatten nicht nur alle Hände voll zu tun, sondern mussten immer wieder erklären, warum die Arbeiten noch am Abend wieder abgebaut werden mussten. Die meisten Besucher zeigten dann auch Verständnis, dass er seine Werke schlecht über Nacht dort lassen kann. Immerhin handelt es sich um Bronzen – und selbst solche Skulpturen sollen ja schon gestohlen worden sein. Gleichwohl findet Hoffmann den Wunsch nach einer dauerhaften künstlerischen Nutzung des Schlossparks nicht nur berechtigt, sondern geradezu naheliegend. Und dafür bekam er von Seiten der Ausstellungsbesucher mehr als genug Unterstützung. „Wie anders diese sonst so kahle Fläche doch aussehen kann“, fand zum Beispiel Heinke Kieback. Die Krokusblüte sei zwar auch ein tolles Spektakel. „Aber da geht gewiss noch mehr: „Ich kann mir gut vorstellen, dass fest installierte Kunstwerke auch sonst viele Besucher und Touristen anziehen würden“, brachte sie die Gedanken vieler Besucher dieser etwas anderen Galerie noch einmal auf den Punkt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen