Sollwitt : Das Dörpshuus ist vom Tisch

Der Bauplatz bleibt vorerst leer: Ob und wann das Dörpshuus in Sollwitt errichtet werden kann, ist noch unklar.
Der Bauplatz bleibt vorerst leer: Ob und wann das Dörpshuus in Sollwitt errichtet werden kann, ist noch unklar.

Der Bau des Sollwitter Dörpshuus' muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden, denn die Kosten sind deutlich höher als geplant.

shz.de von
13. Mai 2018, 11:00 Uhr

Schlechte Nachrichten hatte Bürgermeister Thomas Hansen in der jüngsten Gemeindevertreter-Sitzung zu verkünden: Aus dem Großprojekt Dorfgemeinschaftshaus „Thingstee“ wird erstmal nichts. Bereits 2015 beschloss die Gemeinde, ein Dörpshuus zu bauen, um wieder einen Treffpunkt für seine rund 290 Einwohner zu haben. Die Baugenehmigung für das rund 770.000 Euro teure Vorhaben lag vor, eine Förderung vom Land über 450.000 Euro war genehmigt. So stimmte das Gremium vor wenigen Wochen dem Bau des Gebäudes inklusive eines Feuerwehrgerätehauses zu.

Der Schock war groß, als sich jetzt herausstellte, dass dieses Projekt viel teurer wird, als bisher berechnet worden ist. „Die neuesten Berechnungen verweisen auf über eine Million Euro“, erklärte Hansen. Man habe daraufhin mit der Kämmerei in Viöl alles durchgerechnet und sei zu dem Entschluss gekommen, dass dieser finanzielle Kraftakt für die kleine Gemeinde Sollwitt zu gewaltig sei. „Natürlich könnte man jetzt nach dem Motto ’Augen zu und durch‘‚verfahren, aber diese Mentalität will ich mir nicht zu eigen machen.“ Schließlich lägen noch weitere Projekte auf dem Tisch, wie beispielsweise der Kindergarten oder wie jetzt beschlossen das Feuerwehrgerätehaus. „Das Projekt in dieser Form ist vom Tisch“, stellte Hansen klar.

Doch die Gemeindevertreter machten deutlich, dass man nach einer neuen und günstigeren Variante Ausschau halte. Diesbezüglich hatte Hansen bereits seine Fühler ausgestreckt und Hallenbaufirmen kontaktiert. „Doch von ihnen Angebote zu erhalten ist derzeit schwierig.“ Dennoch hatte er seine Ideen für ein neues Dorfgemeinschaftshaus auf kartiertem Papier festgemacht.

Auch Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr Sollwitt/Pobüll waren ins Haus des Gemeinde-Chefs gekommen, um zu erfahren, wie das Gremium über die Auftragsvergabe für ein neues Feuerwehrfahrzeug entscheidet. Zwar wurde im Vorwege darüber schon beraten, doch noch fehlte die offizielle Zustimmung durch den Gemeinderat. Vergeben wurden die Aufträge für das Fahrzeuggestell, der Fahrzeugaufbau und die Fahrzeugbeladung. Hierfür seien im Haushalt bereits 100.000 Euro berücksichtigt worden. Abzüglich der Fördersumme verbleibt für die Gemeinde noch gut 118.000 Euro. Nach kurzer Beratung billigte das Gremium den Kauf des Fahrzeugs.

Allerdings wurde während der Sitzung auch klar, dass das neue Fahrzeug für das derzeitige Feuerwehrgerätehaus zu groß ist. Und damit eröffnete sich für den Gemeinderat ein Problem. „Jetzt, wo wir das neue Feuerwehrfahrzeug in Auftrag gegeben haben, müssen wir was tun“, lautete die Devise. Einig waren sich die Gemeindevertreter darin, dass eine neue Planung aufgestellt werden sollte. Klar war auch, dass mit einer eventuellen neuen Variante gegenüber dem alten Plan ordentlich abgespeckt werden müsse.

In diesem Zusammenhang kam die Möglichkeit der Eigenleistungen auf den Tisch. Doch auch hier machte sich Skepsis unter den Gemeindevertretern breit. Wie es nun weitergeht, wird der neu gewählte Gemeinderat beraten und beschließen müssen.

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