BGS-Blocks in Bredstedt : Das Baugebiet muss warten

Die Gebäude stehen seit vergangenem Jahr komplett leer.
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Die Gebäude stehen seit vergangenem Jahr komplett leer.

Die Stadt möchte die ehemaligen BGS-Blocks kaufen und abreißen, um dort ein Neubaugebiet entstehen zu lassen. Noch stehen aber Wohnungsbesetzungsrechte des Bundes im Grundbuch.

shz.de von
02. Juli 2015, 15:00 Uhr

Die Eigentümerin der ehemaligen BGS-Blocks will ihre Gebäude verkaufen, die Stadt möchte sie gern kaufen. Doch noch ist der Vertragsabschluss nicht so sicher, wie es bisher schien. Nach Auskunft von Bürgermeister Knut Jessen bestehen noch sogenannte Wohnungsbesetzungsrechte der Bundesrepublik Deutschland auf den Gebäuden, die 1974 für Beamte der damals in Bredstedt eröffneten Bundesgrenzschutz-Schule entstanden waren. Und mindestens so lange das Darlehen noch besteht, laufen auch noch diese Besetzungsrechte.

1,4 Millionen Euro beträgt der Rest des zinsfreien Darlehens 40 Jahre nach dem Bau der Blocks, noch 60 Jahre läuft es regulär. Die Eigentümerin will diesen Kredit jetzt gern tilgen, allerdings würde das Besetzungsrecht nach ihrer Information auch darüber hinaus bestehen bleiben.

„Darlehensverträge im Rahmen der Allgemeinen Wohnungsfürsorge des Bundes sehen die Einräumung von Wohnungsbesetzungsrechten an den geförderten Wohnungen zu Gunsten der Bundesrepublik Deutschland für eine bestimmte Laufzeit vor“, sagt Thorsten Grützner von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Bonn. „Wenn die Laufzeit von Wohnungsbesetzungsrechten abgelaufen und die entsprechenden Darlehen getilgt sind, besteht ein Anspruch der Fördernehmer auf Löschung der Wohnungsbesetzungsrechte im Grundbuch.“ Zum Fall in Bredstedt könne Grützner allerdings keine konkreten Angaben machen.

Währenddessen haben die Bredstedter SSW- und CDU-Fraktionen Kontakt zu Ingbert Liebing als Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Nordfriesland/Dithmarschen Nord aufgenommen. Der CDU-Politiker ist außerdem Bundesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung seiner Partei. Mit seiner Hilfe erhoffen sich die Stadtvertreter, Bewegung in die Sache zu bekommen und möglicherweise auch selbst in die Verhandlungen mit dem Bund einsteigen zu können.

Wie berichtet, möchte die Stadt die Immobilien erwerben und dann abreißen, um dort ein Neubaugebiet mit Ein- und Mehrfamilienhäusern entstehen zu lassen. „Wir müssen auch mal wieder an junge Menschen denken“, sagte Knut Jessen im Mai gegenüber unserer Zeitung.

Die Blocks stehen seit vergangenem Jahr leer und sind laut Auskunft der Stadt unbewohnbar. Heizung, Strom und Wasserversorgung sind Ende April abgeschaltet worden. Inklusive des benachbarten Bolzplatzes und der ehemaligen BMX-Bahn umfasst das zentral in der Stadt gelegene Gelände rund zweieinhalb Hektar.

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