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Husumer Dockkog : „Dann bleibt das Hotel halt stehen“

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Manfred Clormann plant, kommendes Jahr in das Nordseehotel zu investieren – wenn sich nicht bald klärt, wie es am Dockkoog weitergeht.

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erstellt am 25.Okt.2017 | 15:00 Uhr

Von all den verzwickten Angelegenheiten, die am Husumer Dockkoog geregelt werden müssen, bevor die Neugestaltung wirklich über die Bühne gehen kann, ist das Nordseehotel vielleicht die verzwickteste. Zumindest aus Sicht von Manfred Clormann. Der Hotelier überrascht nun mit der Ankündigung, den 1960er-Jahre-Bau im kommenden Jahr für „eine höhere sechsstellige Summe“ sanieren zu wollen. Zumindest dann, wenn es für ihn keine befriedigende Lösung hinsichtlich der Zukunft des Baus gibt.

Worum geht’s? Das Grundstück des Hotels wurde einst vom Deich- und Sielverband per Erbpachtvertrag erworben. In diesem Vertrag sei festgelegt, dass er verpflichtet sei, dort bis 2056 ein Hotel zu betreiben, sagt Clormann. Der Landesbetrieb für Küstenschutz (LKN) beruft sich darauf, dass vertraglich auch festgelegt ist, dass das Gebäude ohne Entschädigung an den Eigentümer verschwinden muss, wenn dies aus Gründen des Küstenschutzes notwendig ist. Also dann, wenn der Dockkoog-Deich verstärkt wird – nach jetzigem Stand irgendwann in den 2020er-Jahren. Dass das Hotel verschwindet, ohne dass er Geld dafür sieht, sieht Clormann nicht ein (wir berichteten).

Wie dem auch sei – dass das Bauwerk eine lange Zukunft vor sich hat, scheint nach derzeitigem Stand der Dinge zumindest zweifelhaft. Weshalb also sollte man in so ein Gebäude noch investieren? „Was soll ich denn sonst machen?“, fragt Manfred Clormann, „ich konnte seit Jahren nicht investieren, weil nicht feststeht, wie es am Dockkoog weitergehen soll. Und auch jetzt gibt es noch keinen sicheren Zeitplan. Man muss sich nur mal erinnern: 2011 hieß es, der Deich würde 2018 gemacht.“ Seine Gäste seien unzufrieden – das könne er durchaus verstehen, energetisch sei das Hotel „eine Katastrophe“. Und dass es kein schöner Anblick mehr sei, wisse nicht nur ganz Husum, das wisse auch er.

Das Hotel nun angesichts der obwaltenden Verhältnisse einfach aufzugeben, sei jedenfalls keine Option: „Es ist vertraglich festgeschrieben, dass wir hier bis ’56 ein Hotel betreiben. Tun wir das nicht mehr, sind wir vertragsbrüchig.“ Heißt: Dann würde er für das Grundstück höchstwahrscheinlich kein Geld mehr sehen.

Wenn er kommendes Jahr wirklich viel Geld in das Nordseehotel stecke, so Clormann weiter, dann habe er natürlich noch weniger Ambitionen, das Haus in absehbarer Zeit aufzugeben: „Dann bleiben wir stehen. Und dann möchte ich mal sehen, welcher Investor hier auf dem Gelände ein neues Hotel bauen wird.“

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