Millionen-Investition : Damit Retter sich sicher fühlen

Bisher werden in Enge-Sande Service-Fachleute für Windkraftanlagen in Sachen Rettung und Sicherheit geschult.
Bisher werden in Enge-Sande Service-Fachleute für Windkraftanlagen in Sachen Rettung und Sicherheit geschult.

Auf dem Greentec-Campus in Enge-Sande sollen in Zukunft auch Sicherheitskräfte ausgebildet werden. Geplant wird mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro.

shz.de von
05. März 2018, 13:00 Uhr

Für Fachkräfte, die in Off- oder Onshore-Windparks arbeiten, ist die Lecker Straße 7 in Enge-Sande bereits eine feste Adresse: genauer die Offtec Base GmbH & Co. KG, die dort auf dem Greentec-Campus, einem ehemaligen Munitionsdepot, das europaweit größte Aus- und Fortbildungszentrum für Rettung und Sicherheit in diesen Bereich betreibt. Läuft alles nach Plan werden dort eines Tages außerdem Sicherheitskräfte, Feuerwehrleute, Polizisten, Soldaten und Sanitäter für Einsätze – auch nach Terroranschlägen – fit gemacht. Die Helferinnen und Helfer würden aber beispielsweise auch trainieren, wie aus einem Hubschrauber heraus ein in einem Baumwipfel festhängender Paraglider befreit werden kann. Das Investitionsvolumen für eine 30 Meter hohe neue Halle und die entsprechende Ausstattung und Ausrüstung liegt bei etwa 30 Millionen Euro.

Dies erfuhr bei seinem Besuch auf dem Campus Schleswig-Holsteins Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus, Dr. Bernd Buchholz, von Geschäftsführer Marten Jensen. Buchholz kann sich sogar vorstellen, dass in dieses Vorhaben Fördermittel fließen. Konkrete Versprechungen machte er jedoch nicht.

Der Minister informierte sich bei einer Rundtour über aktuelle Projekte und innovative Technologien, die auf dem Gelände erprobt und weiterentwickelt werden. Der Greentec-Campus ist ein knapp 130 Hektar großes Naturareal mit etwa elf Hektar grünen Gewerbepark. Um den Campus zu einem Kompetenzzentrum zu machen, sollen verschiedene Unternehmen aus der Erneuerbare-Energien-Branche angesiedelt werden.

Besonders beeindruckt zeigte sich Buchholz von dem 2015 in Betrieb genommenen Maritimen Trainings-Centrum: Während in dem Becken gerade Wind und Wellen tobten, konnte der Minister aus nächster Nähe erleben, mit welchen Bedingungen das Offshore-Personal im schlimmsten Fall auf hoher See zu kämpfen hat. „Mit diesem Projekt leistet das Unternehmen einen enormen Beitrag für das buchstäblich sichere Gelingen der Energiewende“, lobte der Gast aus Kiel.

Den Brückenschlag zur Greentec Campus GmbH bildet in einigen Wochen das neue Ausbildungsangebot von Offtec für Elektrofachkräfte für Elektromobilität, kündigte Marten Jensen an.

Im anschließenden Gespräch mit der Geschäftsleitung und Mitarbeitern beider Unternehmen ließ sich der Minister zunächst über das vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Modellprojekt zum autonomen Fahren informieren. Im Rahmen dieses Projektes werden Mitte dieses Jahres batteriebetriebene Kleinbusse – ganz ohne Fahrer – einen Shuttle-Betrieb auf dem Testgelände des Campus aufnehmen. Es sollen nicht nur die Offtec-Teilnehmer zwischen Trainingszentrum, Gästehaus und Mensa CO2-frei hin und her pendeln, auch Besuchergruppen bekommen die Gelegenheit, diese moderne Form des Reisens auszuprobieren. „Jeder kann dann schon mal selbst er-„fahren“, wie sich die Mobilitätswende anfühlen wird“, erklärte Projektleiter Michael Christiansen.

Greentec-Geschäftsführer Marten Jensen berichtete dem Minister über den aktuellen Stand in Sachen Prüf- und Umrüstungszentrum für E-Mobilität, das aktuell eingerichtet wird. In den kommenden Monaten soll danach in Enge-Sande bereits der erste Dieselbus auf einen rein elektrischen Antrieb umgerüstet werden. „Besonders im Hinblick auf die kommenden Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge wollen wir das Projekt des Umrüstungszentrums besonders schnell vorantreiben“, betonte Marten Jensen. Neben E-Mobilität sei auch Mobilität mit Wasserstofftechnik ein Thema.

„Hier hat sich ein sensationeller Campus gebildet“, verabschiedete sich Bernd Buchholz. Die Firmen würden mit zukunftsorientierten Geschäftsmodellen zeigen, wie die Energiewende vorangebracht werden könne und attraktive Arbeitsplätze schaffen.

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