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Aktionstag in Husum : Damit Barrieren endgültig verschwinden

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Ein Aktionstag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen findet am 7. Mai in Husum statt. Es gibt eine Kundgebung, Aktionen, eine Fachtagung und Ausstellungen.

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erstellt am 04.Mai.2016 | 12:00 Uhr

„Vieles ist eindeutig besser geworden gegenüber früher, aber es ist eben noch nicht selbstverständlich“, stellt Hans Böttcher fest. Deshalb hat für ihn der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen nach wie vor seine Berechtigung. Als Beauftragter für Menschen mit Behinderung der Stadt Husum sowie Vorsitzender und Koordinator des örtlichen Ablegers des Sozialverbandes Deutschland (SoVD) ruft er denn auch zur Teilnahme beim Husumer Aktionstag auf. Dieser steht unter dem Motto „Gemeinsam Barrierefreiheit und Inklusion gestalten“. Gefördert von der Aktion Mensch gibt es in der Storm-Stadt am Sonnabend, 7. Mai, eine Kundgebung, Aktionen und Informationen, eine Fachtagung sowie Ausstellungen.

Den Auftakt bildet ab 9.30 Uhr die Kundgebung im Ratssaal der Stadt Husum. Auf der Rednerliste stehen neben Hans Böttcher und Manfred Carstensen (Koordinator der Lebenshilfe) auch der Schirmherr und Bürgervorsteher Peter Empen sowie der Landesvorsitzende und Vizepräsident des Sozialverbandes Deutschland, Wolfgang Schneider. Danach soll die Resolution „Husumer Erklärung 2016“ mit Forderungen zur Gleichstellung verabschiedet werden. Von 10 bis 13 Uhr stellen dann beim Speicher in der Hafenstraße verschiedene Einrichtungen und Organisationen Inklusionsprojekte vor, Sanitätshäuser zeigen Hilfsmittel, es gibt Mitmachaktionen für die Teilnehmer, einen Rollstuhlparcours und ein Gewinnspiel unter dem Motto „Jedes Hindernis in Husum ist eines zu viel!“

Weil vielfach schlicht und einfach Grundwissen fehlt, gibt es bei diesem Aktionstag für Nordfriesland erstmals auch eine Fachtagung zum Thema „Barrierefreiheit fördert Inklusion“, die von 11 bis etwa 17 Uhr im Husumer Rathaus läuft und mit Ausstellungen zum barrierefreien Wohnen und mobilen Rampen begleitet wird. Architekt Marc Jestrimsky (Schwentinetal) widmet sich dem Komplex „Barrierefreiheit – Lebensqualität für alle? – außer für Rollstuhlnutzer, Blinde, Gehörlose, Senioren, Eltern mit Kinderwagen, Kleinwüchsige?“. Anschließend spricht Bärbel Brüning, Geschäftsführerin der Lebenshilfe und Leiterin des Inklusionsbüros in Schleswig-Holstein, über „Inklusion – Wünsche und die Wirklichkeit“. Nach der Mittagspause sind ab 13 Uhr Arbeitsgruppen zu Fragen von Teilnehmern des Aktionstages vorgesehen.

„Beseitigt Barrieren, lasst Inklusion zu und geht aufeinander zu“, wünscht sich Hans Böttcher, für den der Aktionstag eine gute Gelegenheit ist, dieses Anliegen einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen. Deshalb hofft er auf möglichst viele Teilnehmer bei der Kundgebung und Menschen, die die Informations-Möglichkeiten nutzen. Gesetzliche Regelungen gibt es nach Aussagen von Böttcher bereits genug – vom Grundgesetz über das Bundesgleichstellungsgesetz oder die Landesbauordnung bis hin zur europäische Behindertenrechtskonvention. „Aber an der praktischen Umsetzung fehlt es oft noch.“ Mitunter braucht es dafür häufig nur die richtigen Informationen – und bisweilen auch etwas guten Willen.

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