Almdorf : „Dahinter stehen große Leistungen“

Bürgermeister Werner Sutter (l.) erhält von Landrat Dieter Harrsen die Urkunde des Innenministers überreicht.
Bürgermeister Werner Sutter (l.) erhält von Landrat Dieter Harrsen die Urkunde des Innenministers überreicht.

Werner Sutter ist seit 25 Jahren Bürgermeister der Gemeinde. Im Mai wird er nicht wieder antreten.

shz.de von
23. Januar 2018, 08:00 Uhr

Almdorf | Die Überraschung war gelungen. Almdorfs Bürgermeister Werner Sutter wurde von seinen Mitstreitern im Gemeinderat in das Dörpshuus eingeladen. Den Anlass, sein 25-jähriges Dienstjubiläum als ehrenamtlicher Bürgermeister, wusste er zwar, aber nicht, was im Einzelnen auf ihn zukommen sollte. So freute er sich umso mehr, dass in familiärer Atmosphäre alle Gemeindevertreter, Abordnungen aus den Vereinen des Dorfes sowie der Ehrenbürgermeister Friedhelm August Sönksen mit Ehefrau Marianne ihm persönlich gratulierten. Die Line-Dance-Gruppe unterhielt mit Tanzeinlagen.

Auch Landrat Dieter Harrsen und Amtsvorsteher Hans Jakob Paulsen würdigten die Verdienste des Gemeinde-Chefs. Der Landrat hatte zudem eine Urkunde des Innenministers des Landes-Schleswig-Holstein, Hans-Joachim Grote, im Gepäck. „25 Jahre, dahinter stehen große Leistungen“, so Harrsen in seinen Grußworten. „Du hast kommunale Selbstverwaltung gelebt. Der Einsatz hat sich gelohnt und lohnt sich für Jeden. Da muss man manchmal was durchstehen, gerade auch in einer kleinen Gemeinde.“

„Ich kenne dich schon so lange wie du Kommunalpolitik machst“, erklärte Amtsvorsteher Hans Jakob Paulsen. „Du warst bekannt für gute Umgangsformen und immer ein verlässlicher, kritischer Partner. Deine Beiträge waren immer sachlich. Vielen Dank dafür, auch an deine Ehefrau Lore. Ohne den Rückhalt der Familie geht gar nichts“, so der Amtsvorsteher. In vielen Posten sei Sutter zudem aktiv gewesen, so zeitweise als Schulverbandsvorsteher, Mitglied im Kindergarten-Ausschuss und im Zweckverband Beltringharder Koog.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Irmgard Kutzbach, auch bereits 20 Jahre dabei, hielt die Laudatio im Namen der Gemeindevertreter. „Du warst ganz schön mutig, als unser Ehrenbürgermeister dich damals fragte, ob du in seine Fußstapfen treten willst. Er musste ja aus Krankheitsgründen aufhören. Respekt dafür, dass du 1993 ins kalte Wasser gesprungen bist.“ Nach so langer Zeit bliebe nur noch, eine positive Bilanz zu ziehen. „Immer warst du für die Bürger da und hast ihr Wohl im Auge gehabt“, erklärte sie. Besondere Herausforderungen seien die Dorferneuerung, Erstellung eines Landschaftsplanes für die Windkraft, Planung und Bau des Dörpshuus, Sanierung der Kanalisation sowie der Gemeindestraßen, gewesen. Viel Unruhe habe es gegeben, als es um Kostenbeteiligung der Bürger gegangen sei. In einer Einwohnerversammlung 2002 habe Sutter die Vertrauensfrage gestellt. Das Ergebnis war eindeutig: 152 Ja-, neun Nein-Stimmen und drei Enthaltungen. „Wir waren alle froh, dass du weiter Bürgermeister geblieben bist“, so Kutzbach.

Drei Baugebiete seien während der gesamten Amtszeit entstanden, so dass viele junge Almdorfer bauen konnten. Auch die Fusion der Ämter zum heutigen Amt Mittleres Nordfriesland sei von Sutter positiv begleitet worden, ebenso wie das gemeinsame Kindergarten-Angebot mit den Gemeinden Struckum und Vollstedt. Der ehemalige Dörpskrog Christiansen sei auf Initiative des Gemeinde-Chefs von der Kommune gekauft und das Gelände zum Dorfplatz umgestaltet worden. Almdorf sei eine der ersten Kommunen gewesen, die an das Breitbandnetz angeschlossen werden konnte. Da habe Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen. In allen Situationen sei Sachlichkeit oberstes Gebot gewesen.

„Ich bin überwältigt und bewegt von der Ehre, die mir zuteil wurde“, antwortete Werner Sutter sichtlich bewegt. „Meine Ehefrau war meine größte Stütze in all den Jahren.“ Er sei gern ein Bürgermeister für alle gewesen und habe gern mit den Gemeindevertretern zusammengearbeitet. Ein offenes Geheimnis verkündete Sutter. „Ich werde bei der Kommunalwahl im Mai nicht mehr antreten. Nach 28 Jahren Kommunalpolitik, davon drei Jahre als Gemeindevertreter, sollte man rechtzeitig Platz machen für Jüngere. Die Arbeit hat immer Spaß gemacht und war bereichernd“, erklärte der 65-Jährige, der bis zum Renteneintritt vor zwei Jahren im Jugendamt des Kreises Nordfriesland beschäftigt war.

Sutter machte keinen Hehl daraus, dass ihn im Moment die Sorge nach Nachwuchskräften umtreibe, denn außer ihm werden sieben von neun Gemeinderatsmitgliedern nicht mehr antreten. Deshalb habe er bereits am vergangenen Wochenende mit seinen Mitstreitern Klinken geputzt. Einige positive Rückmeldungen habe er zwar schon, doch das reiche noch nicht. Er baue auf die Mitgliederversammlung der Wählergemeinschaft Almdorf (WGA) am Ende des Monats.



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