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Wenig Aufregung um „Xaver“ : Dachschäden, umstürzende Bäume und ein weicher Deich

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Orkan ließ Dachziegel fliegen und Bäume umstürzen: Rund 50 Routine-Einsätze musste die Feuerwehr in Husum fahren. Auch die Polizei hatte nichts Größeres auszustehen. Der Katastrophenstab kam nachts einmal ins Schwitzen: Ein Deichstück war weich geworden.

shz.de von
erstellt am 07.Dez.2013 | 07:00 Uhr

Der Kommunale Servicebetrieb der Stadt Husum (KSH) hat am Freitagmorgen schon so zeitig hinter „Xaver“ aufgeräumt, dass Günter Zumach ziemlich baff war. Nachdem in der vorangegangenen Nacht im Bereich des Schobüller Waldes Straßen gesperrt werden mussten, weil der Orkan Bäume darauf abgelegt hatte, war der Ordnungsamtsleiter morgens mit der Feuerwehr durch den Ortsteil gezogen: „Wir wollten uns ein Bild davon machen, welche Schäden vorrangig zu beseitigen sind und was noch warten kann.“ Doch dann die Überraschung: „Bis 9 Uhr war schon fast alles weg.“ Die Mitarbeiter des KSH hatten dort in aller Frühe schon das ganze Holz zersägt und beiseite geräumt.

Das Bild, das sich im Schobüller Wald bietet, versetzt zumindest jedem Naturliebhaber einen Stich ins Herz. Nachdem Ende Oktober „Christian“ bereits für einen gewaltigen Kahlschlag gesorgt hatte, setzte „Xaver“ die zerstörerische Arbeit fort. Bäume, die vor dem ersten Herbststurm noch geschützt waren, bekamen jetzt durch die neue Windrichtung „die volle Breitseite ab“, so Zumach – wie jene im Bereich Hattstedter Weg, Ecke Heideweg, die auf einem vom Wald abgetrennten Wall standen, und jetzt auf die andere Straßenseite knickten. Unheimlich viele Stämme seien im Umfeld der Straßen Hattstedter Weg und Am Walde umgekippt, bilanzierte der Ordnungsamtsleiter mit dem Hinweis, dass die Aufräumarbeiten im Wald selbst nachrangig behandelt werden. Das gilt allerdings nicht für jenen großen Baum, den der Orkan auf dem Gelände der Schobüller Außenstelle der Klaus-Groth-Schule auf die Seite gelegt hat – denn am Montag kommen die Kinder wieder zum Unterricht.

Auch in einem anderen Husumer Naherholungsgebiet gab es Grüngut-Verluste. So fiel in den Mausebergen der eine oder andere Baum, bei dem „Christian“ bereits ganze Vorarbeit geleistet hatte – und den „Xaver“ quasi nur noch umzupusten brauchte. In der Klaus-Groth-Straße, an den Enden Marienhofweg und Lornsenstraße, hatten sich Zumach zufolge zwei ziemlich alte Birken am Straßenrand quergestellt und samt Wurzelteller aus dem Boden gehoben. Dort waren Feuerwehr und KSH ebenfalls schon vor acht Uhr zugange, um die gefährlichen Hindernisse zu beseitigen.

Kurzfristig ins Schwitzen geriet der Katastrophenstab im Rathaus in der Nacht zu Freitag gegen 2.30 Uhr: Rund eine Stunde vor den angekündigten Höchstständen der zweiten von drei Sturmfluten im Schlepptau des Orkans meldeten Schobüller Feuerwehrleute in ihrer Eigenschaft als Deichgänger am Dockkoog ein aufgeweichtes Deichstück. „Das erwies sich am Ende aber als nicht so gefährlich, da der Wasserstand nicht mehr so hoch war wie bei der ersten Flut“, so Zumach. Der Chef des Ordnungsamtes wies zudem darauf hin, dass der Auweg und der Schlossgarten aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres gesperrt sind.

Die Feuerwehr blieb in der Sturmnacht bis 24 Uhr mit einem ausgedünnten Team in Alarmbereitschaft, dann hielten nur noch ein Wachhabender und der stellvertretende Wehrführer Peter Post die Stellung. Um 5.35 Uhr schlugen erneut die Funkmelder an und diverse Einsätze wegen umgeknickter Bäume und gelöster Dachziegel folgten, bis gestern zum Anbruch der Dunkelheit 25 an der Zahl. Am Donnerstag waren es 28.

Auch die Stöpe in Wobbenbüll, die vorsorglich gesperrt worden war, wurde am Freitag wieder freigegeben. „Die Sperrung hat sich am Ende als unnötig erwiesen, das Wasser kam nicht bis dahin“, sagte Thomas Jacobsen von der Husumer Polizei. Auch der Nordstrander Damm musste nicht, wie noch am Abend zuvor befürchtet, in der Nacht erneut gesperrt werden. Für die Beamten der Husumer Wache entwickelte sich der Freitag insgesamt ruhig: „Wir hatten keine größeren Einsätze“, so Jacobsen. Meistens wurden die Streifen alarmiert, wenn irgendwo Absperrungen umgekippt oder einfach weggeweht waren.

Auf den Terminkalender der Stadt wirkt sich „Xaver“ naturgemäß ebenfalls aus. So wird die für Donnerstag geplant gewesene öffentliche Sitzung des Hauptausschusses am Montag, 9. Dezember, nachgeholt (Beginn im Raum 001 des Rathauses: 17 Uhr). Und selbstverständlich war es am Freitag auch zu gefährlich für den Nikolaus, wie gewohnt mit Hilfe der Feuerwehr vom Dach der Einhorn-Passage abgeholt zu werden. Darum wird sich Peter Empen nun am Mittwoch, 11. Dezember, ab 17 Uhr kümmern. Diesmal holt der Bürgervorsteher den Weißbärtigen in Rot allerdings zu Fuß aus der Einhorn-Passsage ab. Also, Kinder: Habt acht – vielleicht bringt er Euch ja etwas mit . . .

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