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Im Husumer Kinder- und Jugendforum : Da hängt es, das größte Puzzle der Welt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Geduldsspiel war schneller als erwartet vorbei: In nur 110 Tagen wurde im Kinder- und Jugendforum der Stadt das größte Puzzle der Welt zusammengesetzt. Es besteht aus 32.256 Teilen.

Die Rekord-Schmiede hat wieder mal ganze Arbeit geleistet: Nur 110 Tage, nachdem der erste der acht jeweils mit 4032 Teilen gefüllten Plastikbeutel im Kinder- und Jugendforum der Stadt ausgeschüttet wurde, zeigte sich das monumentale Werk in voller Pracht. Mittlerweile hängt das größte Puzzle der Welt – ein 5,44 Meter langes und 1,92 Meter hohes Pop-Art-Bild von Keith Haring – auch schon im BISS an der Wand. Gleich links hinter der Eingangstür prangt das aus 32.256 Teilen zusammengesetzte Mega-Stückwerk, das 32 Graffiti-Motive des berühmten, 1990 gestorbenen US-Künstlers zeigt. Double Retrospect heißt die Riesen-Ansicht – und ist der ganze Stolz der Einrichtung in der Norderstraße.

Vollzug in knapp 19 Wochen! Wer hätte das gedacht? Thomas Jarstorff jedenfalls schon mal nicht. Als das Puzzle-Fieber im vergangenen Oktober im BISS ausbrach, machte der stellvertretende Leiter eine seinerzeit durchaus als mutig angesehene Zielvorgabe: „Wir schaffen das bis zu den nächsten Sommerferien!“ Eine Prognose, an der Puzzle-Stifter Thomas Johannsen vom Spiele-Laden gegenüber fundamentale Zweifel hegte: „Ihr werdet niemals fertig!“ Dass der Inhaber der „Magischen Welten“ nun augenzwinkernd Abbitte leisten muss, hat er witzigerweise sogar mitzuverantworten: „Wenn er uns nicht die ganzen Puzzle-Freaks rübergeschickt hätte, wäre es niemals so schnell gegangen“, blickt BISS-Chef Bernd Biermann zurück.

Überhaupt kann sich der Stadtjugendpfleger mit seinem engagierten Team über mangelnde Hilfe generell nicht beklagen: 103 Freiwillige setzten sich abwechselnd an die zwei großen Tische, um nach und nach die 32 Einzelbilder zusammenzufügen – auf dass Playing People, Dolphin Rider oder Icons Angel langsam vollständige Gestalt annehmen. Und da wir gerade bei den eindrucksvollen Zahlen sind, mit denen Biermann & Co. aufwarten können. 880 Stunden gingen insgesamt für das Puzzle drauf – macht 90 Sekunden pro Teil. Die Mitstreiter tranken dabei Husumer Mineralwasser aus 2200 Plastikflaschen – die Halbliter-Abfüllung mit dem BISS-Etikett.

Als Jüngste verbiss sich die siebenjährige Husumerin Jolin Schilling in die Mammutaufgabe. Älteste Puzzlerin: Christel Eng aus Berlin – „unsere Expertin für die weißen Flächen am Rand und zwischen den Motiven, die immerhin fast ein Drittel des Gesamtwerks ausmachen“, wie Biermann voller Hochachtung berichtet. Die 79-Jährige ließ es sich nicht nehmen, am Ende – als der Super-Haring komplett war – Kekse und Kuchen auszugeben.

Schließlich wäre da noch die fleißigste Teilnehmerin: Neele-Marie Mohr (15) aus Friedrichstadt, die im Kinder- und Jugendforum ein Berufsvorbereitendes Jahr abreißt, investierte sage und schreibe 400 Stunden ihrer Zeit in das Gemeinschaftsprojekt. Einen Platz in den Geschichtsbüchern der Einrichtung, die bis zum ersten Quartal 2014 noch Haus der Jugend hieß und in der Hermann-Tast-Straße beheimatet war, hat sich auf jeden Fall Merrit Christine Andresen gesichert. Eines Dienstagmorgens um 10.03 Uhr schaltete sie am schnellsten und griff beherzt zur finalen Nummer 32.256. Damit war der 17-Jährigen, die im BISS ihren Bundesfreiwilligendienst ableistet, jede Menge Applaus gewiss.

Den verdiente sich auch der Hersteller: Jene sieben Teile, die zwischendurch auf Nimmerwiedersehen verschwanden – eine Verlustquote, die angesichts der Stückzahl, mit der an diesem öffentlich zugänglichen Ort hantiert wurde, geradezu lächerlich erscheint –, lieferte die Firma Ravensburger prompt per Post nach. Dazu mussten die Lücken in Husum zunächst auf dem in der Breite aus 288 und in der Höhe aus 112 Reihen bestehenden Koordinatensystem exakt verortet werden – inklusive Foto-Beweis. Zusammen mit den per Schablone ausgesuchten Ersatzteilen aus der Abteilung Qualitätsprüfung, wo die gedruckten Stanzvorlagen liegen, schickten die Ravensburger Glückwünsche.

Gratulieren darf man dem BISS auch, dass die Hängung unfallfrei geklappt hat – laut Biermann „eine Wissenschaft für sich“. Dazu stellte Ehrenamtler Helge Holst (30) umfangreiche Recherchen in einem einschlägigen Internet-Forum an. Am Ende verbrauchte man an zwei Tagen 200 Meter doppelseitiges Teppich-Klebeband. Dazu musste der Haring zuvor geviertelt und portionsweise zwischen zwei 137 Mal 200 Zentimeter großen Platten eingepresst werden, dabei jeweils von sechs Mann festgehalten. Vorsichtig umgedreht, wurden die Achttausender rücklings wieder zusammengefügt. An der Wand halten vier verstärkte Birkenholzplatten das Puzzle.

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erstellt am 07.Mär.2015 | 16:30 Uhr

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