Ton,Steine,Scherben-Gitarrist : Corona-Lockdown: Marius del Mestre muss alle Auftritte absagen

Marius del Mestre
Marius del Mestre bekommt als Soloselbstständiger keine Corona-Hilfen.

Noch keine Untersützung für Solo-Selbstständige: Der zweite Lockdown trifft Künstler hart

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11. November 2020, 12:20 Uhr

Marius del Mestre ist enttäuscht. Der Musiker wartet auf eine endgültige Entscheidung wann auch für Solo-Selbstständige wie ihn finanzielle Hilfe vom Staat zu erwarten ist. Er hofft, dass für eine mögliche Berechnung der von der Politik angekündigten Unterstützung nicht nur der Umsatz des vergangenen Novembers sondern der des gesamten Jahres 2019 berücksichtigt wird. Aber auch mit der „kleinen Lösung“ wäre ihm schon ein wenig geholfen.

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Bisher wurde staatliche Unterstützung nur für die Betriebskosten der Künstler gewährt, del Mestre aber hat keine Betriebskosten, er ist lediglich mit seiner Gitarre unterwegs.

Bis Anfang März dieses Jahres tourte er noch mit seinem Kollegen Akki Schulz als "Scherben kontra Bass" durch die Schweiz. „Dann kam das Corona Problem, kurz vor Grenzschluss kamen wir noch zurück und mussten unsere Tour abbrechen“, bedauertder 58-Jährige. Bis heute wurden alle geplanten Termine abgesagt und finanziell ging es bergab. „Zum Glück haben mir meine Eltern ab und an mal einen kleineren Betrag als Unterstützung überwiesen“. Auch die Termine mit den „Grey Hounds“ wurden bis auf weiteres gecancelt. Seit drei Jahren ist er auch mit der Rockabilly Gruppe unterwegs.

Zwei Jahre mit Ton, Steine, Scherben unterwegs

Zwei Jahre war der gebürtige Berliner mit der Rio Reiser Band „Ton Steine Scherben“ unterwegs. So verschlug es ihn von der heutigen Hauptstadt Anfang der 80er Jahre mit den „Scherben“ auch nach Nordfriesland. Die Musiker um Reiser lebten damals auf einem alten Bauernhof in Fresenhagen.

Im Oktober 2014 wurde das Rio-Reiser-Haus verkauft. Bis dahin blieb das Zimmer des bereits verstorbenen Künstlers in seinem Urzustand.
Stephan Bülck

Im Oktober 2014 wurde das Rio-Reiser-Haus verkauft. Bis dahin blieb das Zimmer des bereits verstorbenen Künstlers in seinem Urzustand.

 

Nach seinem Ausstieg bei den „Scherben“ arbeitete del Mestre als erfolgreicher TV-Dreh- und Buchautor. „Mit den Scherben aber war ich immer noch in Kontakt und nach dem Tod von Rio boten mir seine Brüder den Job als Geschäftsführer für das Reiserhaus an.“

"Scherben kontra Bass" sagen Tour ab

Bis zum Verkauf des Objekts organisierte del Mestre dort einige erfolgreiche Konzertveranstaltungen. Seit dem Aus von Fresenhagen ist del Mestre abgesehen von seinen Ausflügen ins Rockabilly vorwiegend mit Liedern von Rio Reiser auf Tour. In Anlehnung an den Verstorbenen nennt er seine Tour mit dem Kontrabassisten Akki Schulz auch „Scherben kontra Bass“.

Wir Künstler auf dem platten Land haben es besonders schwer, eigentlich sollten wir uns zusammentun und gemeinsam aktiv werden. Marius del Mestre
 

Wie es weitergehen soll weiß Marius del Mestre noch nicht. Er hofft, dass die Pandemie bald ein Ende haben wird und alles wieder in geregelteren Bahnen verläuft. Jetzt will er sich erst einmal auf dem Onlineportal „Sofakonzerte“ anmelden. Dort wünscht er sich, Angebote für Auftritte zu finden. „Wir Künstler auf dem platten Land haben es besonders schwer, eigentlich sollten wir uns zusammentun und gemeinsam aktiv werden“, appelliert er an seine Leidensgenossen in der „Provinz“.







































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