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Raumnot in Friedrichstadt : Container werden zu Klassenzimmern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

60 Neuanmeldungen verzeichnet die Friedrichstädter Eider-Treene-Schule. Daher werden drei fünfte Klassen eingerichtet. Um die Raumnot zu beenden, sollen Container angeschafft werden.

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erstellt am 22.Mär.2015 | 13:00 Uhr

Es ist noch gar nicht lange her, da wollte die damalige Realschule in Friedrichstadt in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden, doch die Genehmigungsbehörde, das Kieler Ministerium, riet davon ab. Die Eigenständigkeit der Schule sei wegen der prognostizierten immer weiter sinkenden Schülerzahlen gefährdet, hieß es. Schließlich kam es zum Zusammenschluss mit Tönning. Heute steht die Außenstelle der Tönninger Gemeinschaftsschule, die Friedrichstädter Eider-Treene-Schule, so gut da, wie seit langem nicht mehr. Statt der befürchteten nur noch 230 Schüler besuchen heute knapp 300 die Einrichtung. Und die Schule wird immer beliebter, allein für das Schuljahr 2015/2016 liegen bereits 60 Anmeldungen vor.

Den Grund sieht Friedrichstadts Schul-Chef, Konrektor Burkhard Beierlein, in erster Linie darin, dass auch der einst verlorene Raum Stapelholm teilweise zurückerobert werden konnte und natürlich in der modernen pädagogischen Ausrichtung. Doch mit 60 Schülern in zwei Klassen zu starten, ist nach Überzeugung von Schule und Stadt als Schulträger, keine gute Idee. Also wird das Schuljahr dreizügig starten. Eigentlich kein Problem, doch wo soll eine dritte Klasse untergebracht werden? Bereits jetzt gibt es 13 Klassen in sechs Jahrgangsstufen, jeweils zwei pro Stufe, allerdings drei im achten Jahrgang. Und eine davon wird im Textilraum unterrichtet. Nicht optimal, wie Beierlein bekräftigt, denn dort gibt es keine Fenster sondern nur Oberlichter. Um das Problem langfristig nun auch mit den neuen drei Klassen zu lösen, sollen Unterrichts-Container angeschafft werden. Dann könnte auch der jetzt in den Werkraum mit integrierte Textilraum wieder eigenständig genutzt werden.

Zwei Container hätten auf dem Innenhof der Schule Platz. Sie würden etwa 60  000 Euro kosten, wie Bürgermeister Eggert Vogt sagt. Hinzu kämen nochmals rund 15  000 Euro für die Aufstellung, wie etwa die Vorbereitung des Untergrunds und die Verlegung der Versorgungsleitungen. „Nun muss der Finanzausschuss in einer kurzfristig einberufenen Sitzung darüber beraten“, sagt Vogt. Allerdings rechnet er mit einer Zustimmung, denn alle Fraktionen würden die Schule unterstützen und die Notwendigkeit von vernünftigen Unterrichtsräumen sei nun mal gegeben.

Eigentlich hatte niemand so recht damit gerechnet, dass das Raumproblem mit Containern schnell gelöst werden könnte, denn viele dieser mobilen Einheiten werden für die Unterbringung von Asylbewerber benötigt. Doch ein Hersteller sei ausfindig gemacht worden, der rechtzeitig zum Schuljahresbeginn liefern könne. „Heute sind die Container komplett ausgestattet, es sind keine einfachen Blechgehäuse mehr“, unterstreicht Vogt. Auch wenn sie nur als Provisorium angesehen werden, könnten sie doch viele Jahre in Gebrauch bleiben, zumal sie energetisch auf dem neuesten Stand seien.

Das sieht bei der Schule selbst ganz anders aus. Das Schulgebäude ist mittlerweile genau 40 Jahre alt. Es entspricht lange nicht mehr den heutigen energetischen Anforderungen. Eine Modernisierung, so Vogt, dürfte bestimmt bis zu zwei Millionen Euro kosten, Geld, das die Stadt nicht hat. Unter dach allerdings ist die Schule auf dem neuesten Stand. „Wir haben immer vorrangig die Ausstattung berücksichtigt“, sagt der Bürgermeister dazu. Jetzt in den Sommerferien, plus bis zu vier Wochen, sollen drei naturwissenschaftliche Unterrichtsräume komplett neu aufgebaut werden. 460  000 Euro wird das die Stadt kosten. Dabei handelt es sich um die Räume für Physik, Chemie und Biologie, die aber alle multifunktional ausgestattet werden.

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