Krippenplätze in Husum : Container für die Kleinsten

Ungefähr die Hälfte der Husumer Eltern von Kindern unter 3 Jahren bringen ihr Kleines in einer Krippe unter.
Ungefähr die Hälfte der Husumer Eltern von Kindern unter 3 Jahren bringen ihr Kleines in einer Krippe unter.

Um die Zeit bis zur Eröffnung der neuen Kita am Krankenhaus zu überbrücken, denkt die Stadt Husum über Zwischenlösungen nach.

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25. Juni 2018, 10:00 Uhr

Frühestens Anfang 2020 kann die neue Kindertagesstätte auf dem Gelände der Husumer Klinik eröffnet werden. Doch bis der Betreiber Adelby 1 dort die Lütten der Stadt in acht Gruppen betreuen kann, fehlt es in Husum an Kita- und vor allem an Krippenplätzen. Wie viele neue Plätze genau nötig wären, um den Bedarf zu decken, vermag man in der Verwaltung auf Nachfrage nicht zu sagen. Eine Idee vermittelte im Hauptausschuss Birgitt Encke (CDU). Sie erklärte, nach dem Bau der neuen Klinik-Kita sollte es genügend Plätze für Kinder über drei Jahren (Ü3) geben – für Krippenkinder (U3) würde das Angebot aber auch dann wahrscheinlich nicht ausreichen.

Um diese Engpässe zumindest ein wenig abzumildern – schließlich haben Eltern einen rechtlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz für ihr Kind –, sind für die kommenden Monate einige Übergangsprojekte angedacht. Unter anderem schlägt die Verwaltung vor, Container anzumieten. So könnten zehn U3-Kinder und 20 Kinder über drei Jahren untergebracht werden. Für 18 Monate würde die Miete die Stadt knapp 77 000 Euro kosten. Der Kauf eines Containers, der flexibel umgestellt werden kann, schlüge dagegen mit knapp 206 000 Euro zu Buche. Die Stadt rechnet zudem mit Personalkosten in Höhe von 131 000 Euro.

Eine weitere Möglichkeit, mehr Betreuungsplätze zu schaffen, ist der Umbau des Festsaals im Haus der Jugend. Welche Lösung am sinnvollsten ist, soll die Politik bis Ende September entscheiden.

Der aktuelle Stand der weiteren Übergangslösungen/Ideen:

1) Fliegerhorstkaserne: Ab Anfang 2019 sollen dort zehn weitere Krippenplätze angeboten werden. Dafür wird die Kita während der Sommerferien teilweise geschlossen und umgebaut.

2) Kurt-Pohle-Kita: Ab August sollen dort fünf neue Krippenplätze zur Verfügung stehen.

3) Evangelische Kita Rödemis: Voraussichtlich ab August werden auch hier fünf neue Krippenplätze angeboten. Dafür soll ein Raum im Albert-Schweitzer-Haus genutzt werden, der nun dementsprechend umgebaut wird. Ob dieses Angebot von Dauer ist, ist noch unklar.

4) Kita am Meer, Schobüll: Die Schobüller Kita würde gern eine Naturgruppe gründen, in der 18 Kinder über drei Jahren untergebracht werden können. Außerdem soll die Kita umgebaut werden. Über eine mögliche Bezuschussung soll in den Haushaltsberatungen für das kommende Jahr entschieden werden.

5) Käte-Reiners-Kindergarten: In der Naturgruppe sind derzeit noch 9 Ü3-Plätze frei. Allerdings können die Kinder in dieser Gruppe nur von 8 bis 13 Uhr betreut werden.

6) Betriebskindergarten im Gewerbegebiet: Konkrete Pläne gibt es hierzu noch nicht. Vertreter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland und der Interessengemeinschaft Gewerbegebiet Ost haben jedoch anklingen lassen, dass eine Kita im Gewerbegebiet wünschenswert sei – auch, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

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