Delfin-Therapie : Cilians Traum ging in Erfüllung

Mit allen Sinnen: Der dreijährige Cilian schloss während der Therapie wahre Freundschaft mit dem Delfin Nubia.
Foto:
Mit allen Sinnen: Der dreijährige Cilian schloss während der Therapie wahre Freundschaft mit dem Delfin Nubia.

Durch eine beispielhafte Spendenbereitschaft wurde einem dreijährigen Wester-Ohrstedter eine Delfin-Therapie in der Karibik ermöglicht. Der Termin für eine zweite Behandlung steht bereits.

von
01. Januar 2015, 17:00 Uhr

Die Buchstaben T, B und L hat Cilian jetzt für sich entdeckt. „Das ist ein enormer Sprung“, sagt Tabea Zietz begeistert. Zu verdanken ist der den Delphinen, ist die Mutter des Dreijährigen überzeugt. Die 24-Jährige hat es geschafft, innnerhalb eines Jahres zahlreiche Spenden für eine Delfin-Therapie einzusammeln – und trat vor wenigen Wochen eine Reise auf die Karibikinsel Curacao an, von der sie und und ihr kleiner Sohn jetzt mit vielen Eindrücken und mehr Lebensqualität zurückgekehrt sind

Cilian kam im Februar 2011 taub zur Welt. Sein Leben ist bislang von zahlreichen Operationen und Rückschlägen geprägt. Seiner Mutter fiel schon früh auf, dass ihr kleiner Spross mehr schläft als andere Säulinge. Er bewegte sich unkontrolliert, hatte keine Balance und erhebliche Schluckprobleme. Hinzu kam, dass er autistische Verhaltensweisen an den Tag legte. Doch für Tabea Zietz waren dies keine Hemmnisse. Sie ließ nichts unversucht, um ihrem Sohn den Start in sein junges Leben zu ermöglichen. Sie fuhr tausende Kilometer durchs Land, um Arzt- und Therapietermine für sich und ihren Kleinen wahrzunehmen. „Eine Delfin-Therapie wird noch größere Erfolge bringen“, war die junge Mutter überzeugt und initiierte eine große Spenden-Aktion, um ihrem Sohn zu ermöglichen.

Ende November ging es nun für Tabea Zietz und ihren Lebensgefährten sowie den kleinen Cilian auf die Karibikinsel Curacao – und Cilians Traum ging nach einem langen Jahr Arbeit und Vorbereitung endlich in Erfüllung. „Die Therapie war ein voller Erfolg“, sagt Tabea Zietz. „Nach anfänglicher Skepsis wegen des großen Tieres wurden Cilian und Delfin Nubia, die witzigerweise im selben Alter ist, ein eingespieltes Team. Nubia ist auch noch total verspielt und hat viel mit ihm rumgealbert.“ Der kleine Junge aus Wester-Ohrstedt bekam leuchtende Augen, wenn er anfing, Nubia nasszuspritzen und sie dieses erwiderte, beschreibt seien Mutter das Erlebte. Cilian durfte Nubia durch Reifen springen lassen oder auch mal eine schnelle Runde auf ihrem Bauch drehen. „Das alles hat Nubia genauso viel Spaß gebracht, sie war immer voll dabei und oft vor Freude am quietschen“, erzählt Tabea Zietz.

Was nach leichtem Spiel aussieht, ist jedoch für Cilian und seine Therapeuten viel Arbeit. Bevor Cilian mit Nubia ins Wasser durfte, musste er im Therapieraum einige Aufgaben zu den Themen Sprachentwicklung, Wahrnehmung, Hand- Augen- Koordination und Mundschluss bewältigen. Erst wenn er diese gelöst hatte durfte er zur Belohnung mit Nubia ins Wasser. „Da war die Motivation, die Aufgaben sorgfältig zu lösen, direkt um einiges höher“, stellte seine Mutter fest.

Schon nach ein paar Tagen setzten Erfolge bei ihrem Sohn ein, er sprach viel mehr und dadurch, dass sich sein Mundschluss verbessert hat, auch um einiges deutlicher. Der Mundschluss trägt außerdem einen großen Teil zum Essen bei, seine Schluckstörung hat sich verbessert – „vom Nichtesser zum kleinen Vielfraß“, freut sich die 24-Jährige.

Cilians Therapeutin Lisette war verzaubert von der Freude des kleinen Nordfriesen und seinem strahlenden Lachen. Sie war sehr begeistert von seinen Fortschritten in der kurzen Zeit.

In der Zeit auf Curacao wurde nicht nur Cilian rundum betreut, sondern den Eltern stand auch immer jemand zur Seite, es gab verschiedene Workshops, an denen sie teilnehmen können und es steht jederzeit ein Psychologe zur Verfügung, wenn es komplizierte Fragen zum Verhalten des Kindes gibt.

Dort, wo die Therapeuten am Ende sind, fangen die Tiere mit ihrer Therapie an. „Das, was Nubia bei Cilian bewirkt hat, ist ein kleines Wunder, sein Weihnachtswunder“, strahlt die 24-Jährige.

Weil alles so gut geklappt hat und die Erwartungen deutlich übertroffen wurden, hofft die Familie Zietz, dass sie Geld für eine weitere Therapie zusammenbekommt. „Denn das alles kostet immerhin 12.000 Euro, die nicht von der Krankenkasse übernommen werden“, sagt Tabea Zietz. Bereits die Kosten für die jetzige Behandlung musste die junge Mutter durch Spenden finazieren. „Jetzt haben wir schon einen neuen Termin in Curacao – und die Hälfte des Geldes zusammen“, freut sie sich.


Informationen zur Therapie und Cilians Geschichte stehen im Internet unter www.cilians-traum.de.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen