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Nach dem Sturm : „Christian“ ist weg – jetzt wird aufgeräumt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Super-Orkan hinterließ Schäden in Millionenhöhe. In Husum und Umgebung wurden Waldstücke abgeholzt, und noch heute sind viele Straßen gesperrt. Bis alle Verwüstungen beseitigt sind, werden wohl Wochen vergehen, schätzt das Ordnungsamt.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2013 | 07:00 Uhr

Entsetzen und Fassungslosigkeit herrschte gestern in Husum und Umgebung über das Ausmaß der Verwüstungen, die Sturmtief „Christian“ tags zuvor angerichtet hatte. Ganze Waldgebiete wurden plattgewalzt. Besonders hart traf es die Mauseberge und die benachbarten Mildstedter Tannen. „Die Mitarbeiter des Kommunalen Servicebetriebs (KSH) sind ganztägig damit beschäftigt, den Radweg entlang der Mausewege wieder frei zu bekommen“, sagte Ordnungsamtsleiter Günter Zumach gestern. Der Auweg, in dem auch viele Bäume umgestürzt seien, bleibe daher ebenso wie der Schlosspark mindestens noch bis zum heutigen Mittwoch gesperrt.

„Insgesamt werden die Aufräumarbeiten wohl noch Tage und Wochen dauern“, ist sich Zumach sicher. Der KSH sei ebenso im Dauereinsatz wie die Feuerwehr, die laut Wehrführer Jürgen Jensen am Sturmtag insgesamt 143 Einsätze zu verzeichnen hatte. Dabei seien zwei der vier vorhandenen Motorsägen so überansprucht worden, dass sie den Geist aufgegeben hätten. „Die Wehr hat sich jedoch schon zwei neue besorgt“, sagt Zumach.

Auch jetzt kämen noch viele Anrufe aus der Stadt, wo nachgefragt werde, ob die Wehr bei umgestürzten Bäumen helfen könne. Das sei aber Sache der Gartenbaubetriebe, die jedoch wie die Dachdeckereien komplett ausgebucht seien, so Zumach weiter. „Die Feuerwehr greift jetzt nur noch bei Gefahr im Verzug ein.“ Der spektakulärste Fall am Montag sei eine Werbetafel gewesen, die sich auf dem Parkplatz des Plaza-Marktes im Gewerbegebiet Ost selbständig machen wollte. Da die Einsatzkräfte sie nicht sichern konnten, mussten die Kunden eine Viertelstunde im Inneren des Gebäudes bleiben. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sei jedoch auch eine Frau auf dem Parkplatz verletzt worden und ins Krankenhaus gekommen. Da sich an der Front zur Langenharmstraße die Dachpfannen auf dem früheren Palmgarten-Gebäude und jetzigen Sporthaus verschoben hätten, musste diese gesperrt werden. „Die Busse mussten wir auch umleiten und haben die Haupthaltestelle von der Großstraße in die Ludwig-Nissen-Straße verlegt.“ Auch die Twiete sei wegen der Gefahr durch herabstürzende Dachpfannen gestern vormittag noch zeitweilig gesperrt worden.

Bei den Aufräumungsarbeiten beteiligen sich auch die betroffenen Bürger. Dirk Jakobs und Holger Clausen haben dort, wo eine mächtige Eiche die Einfahrt zum Schloss versperrte, mit angepackt und für Ordnung gesorgt. „Mich haut so schnell nichts um, aber was wir am Sturmtag erlebt haben, das war zuviel“, sagte Clausen. Man sei Stürme ja gewöhnt und es gehöre auch zur Jahreszeit. „Aber dieses Ausmaß an Zerstörung habe ich noch nie erlebt“, ergänzte Jakobs.

Auch beim Einkauf war der Sturmtag das große Thema. „Jetzt haben wir schon so wenig Wald und nun dieses Desaster“, bedauerte Veronika Hansen im Supermarkt. Die 83-Jährige kann sich an einen ähnlich vernichtenden Orkan nicht erinnern. Das ging wohl den meisten so, was sich jedoch nicht immer im Verhalten niederschlug: „Die Rücksichtslosigkeit mancher Menschen hat mich fassungslos gemacht“, so der Mitarbeiter eines Dachdeckerbetriebs. „Sperrungen wurden zum Teil völlig ignoriert, und wir sind sogar vereinzelt wüst beschimpft worden – dabei ging es doch um deren Sicherheit.“ Glücklicherweise seien das aber nur Einzelfälle gewesen.

 

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