Ehrung des Ehrenamts : Christa Graunke ist unser Mensch des Jahres

Die Menschen des Jahres Christa Graunke (3.v.l.), Gunnar Jensen (3. v. r.), Daniela Dorn (2. v. r.) mit Margot Kerschke (m.), Kreispräsident Heinz Maurus (r.), Jürgen Muhl, stv. Chefredakteur des sh:z (l.), und HN-Redaktionsleiterin Friederike Reußner.
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Die Menschen des Jahres Christa Graunke (3.v.l.), Gunnar Jensen (3. v. r.), Daniela Dorn (2. v. r.) mit Margot Kerschke (m.), Kreispräsident Heinz Maurus (r.), Jürgen Muhl, stv. Chefredakteur des sh:z (l.), und HN-Redaktionsleiterin Friederike Reußner.

Die Leser der Husumer Nachrichten haben entschieden: Christa Graunke ist Mensch des Jahres und ein Vorbild für bürgerschaftliches Engagement.

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12. Dezember 2017, 18:42 Uhr

And the winner is? Nein, so wie bei der Oskar-Verleihung funktioniert das bei „Menschen des Jahres“ nicht. Außerdem gibt es hier nicht einen, sondern viele Gewinner, denn wer auch immer bei dieser Aktion der Husumer Nachrichten in die engere Wahl kommt: Die Anerkennung gilt nicht nur ihm allein, sondern allen Menschen, die ehrenamtlich tätig sind, wie Friederike Reußner, Leiterin der HN-Redaktion, in ihrer Begrüßungsrede hervorhob.

Bevor Kreispräsident Heinz Maurus die vier Kandidaten und ihre ehrenamtlichen Verdienste noch einmal vorstellte, brachte das Musik-Duo „Sir Duke“ – bestehend aus Rockville-Sänger Ulrich Saxen und Gitarrist Jörgen Hansen – mit Bobby Hebbs’ Song „Sunny“ etwas Sonne in den Fortunasaal des Schlosses. Die Gäste wippten fröhlich mit. Trotz zahlreicher Termine wollte sich der höchste Repräsentant des Kreises diese „ehrenvolle Aufgabe“ auf keinen Fall nehmen lassen. Bis auf Kathrin Lutz waren auch alle vier Kandidaten anwesend. Lutz hatte kurzfristig absagen müssen, wurde aber von jener Frau vertreten, für die sie via Facebook einen privaten Kranken-Fahrdienst ins Leben gerufen hatte. Monatelang hatte Margot Kerschke große Mühen auf sich nehmen müssen, um ihren kranken Mann im Tetenbüller Pflegeheim besuchen zu können. Als die 31-Jährige davon erfuhr, mobilisierte sie in kurzer Zeit 25 Menschen, die die 80-Jährige seither im Wechsel zu ihrem Mann fahren.

Nachdem er den Vertretern aus Politik und Ehrenamt – unter ihnen Propst Jürgen Jessen-Thiesen, Husums Bürgervorsteher Peter Empen und der stellvertretende sh:z-Chefredakteur Jürgen Muhl – die Grüße „des Landrats und des gesamten Hauses“ überbracht hatte, kam Maurus auch gleich auf des Pudels Kern zu sprechen: „Man hört, dass sich unsere Gesellschaft entsolidarisiert“, sagte der Kreispräsident: „Frau Lutz ist ein gutes Gegenbeispiel zu dieser Entwicklung.“ Lobende Worte fand Maurus auch für den Jüngsten in der Runde: Der 17-jährige Norstedter Gunnar Jensen setze sich auf vielfältige Weise für die Belange von Kindern und Jugendlichen ein. Unter anderem habe er dafür gesorgt, dass es in Norstedt einen Jugendgemeinderat gibt, berichtete der Laudator – einen von 50 landesweit. Das sei „angesichts von 1000 Gemeinden gut und beschämend zugleich“. Jensens Engagement bezeichnete Maurus als vorbildlich und rief ihm ein aufmunterndes „Weiter so. Wir brauchen Euch“ zu.

Dritte im Bunde war Daniela Dorn. Seit 25 Jahren kümmert sich die 39-jährige Bankangestellte aus Ahrenshöft um so ziemlich alles, was im Tierheim Nordfriesland anfällt. Man könne eine Gesellschaft danach bemessen, wie sie ihre Tiere behandle, zitierte Maurus Mahatma Gandhi und sagte: „Auf Sie wäre er sicherlich stolz.“ Last but not least war Christa Graunke an der Reihe. Seit 25 Jahren „schenkt die 73-Jährige in der Bahnhofsmission mehr als nur Suppe“ aus, würdigte Maurus die bescheidene Husumerin, die von den Wählern der Husumer Nachrichten zum „Menschen des Jahres“ gewählt wurde. Die freute sich zwar über die Auszeichnung, bekräftigte aber zugleich und auf ihre ganz eigene Weise noch einmal die Eingangsbemerkungen von Reußner und Maurus: „Wir machen doch alle was Gutes“.

Aber das sei eben durchaus nicht selbstverständlich, so Maurus: „Ohne bürgerschaftliches Engagement wäre unsere Gesellschaft nicht nur ärmer, sondern in vielen Bereichen gar nicht mehr denkbar.“ In diesem Zusammenhang lobte der Kreispräsident auch die Initiative des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages, der den „Menschen des Jahres“ seit nunmehr 15 Jahren auslobe und „damit seinen Beitrag dazu leistet, dass das Ehrenamt in unserem Land eine Stimme bekommt“. Dem gleichermaßen musikalischen wie programmatischen Schlusspunkt setzte dann „Sir Duke“ mit Stings Song „It’s probably me“ – zu Deutsch: „Wahrscheinlich bin ich es selbst“.

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