Chef-Patriot ist zurück in der Heimat

In großer Hitze  vor malerischer Kulisse angetreten: Oberst Ellermann (vorn) und seine Truppe bei der Kommandoübergabe. Foto: HN
In großer Hitze vor malerischer Kulisse angetreten: Oberst Ellermann (vorn) und seine Truppe bei der Kommandoübergabe. Foto: HN

Oberst Marcus Ellermann, Kommodore des Husumer Geschwaders, gab die Führung des Türkei-Einsatzkontingents ab

shz.de von
17. Juli 2013, 03:59 Uhr

Husum/Kahramanmaras | Seit Anfang des Jahres hatte er das deutsche Einsatzkontingent "Active Fence Turkey" im türkischen Grenzgebiet zu Syrien geleitet, das das Territorium des Nato-Partners mit Patriot-Raketen vor Angriffen aus der Luft schützen soll. Jetzt ist Oberst Marcus Ellermann, der Kommodore des in Husum stationierten Flugabwehrraketengeschwaders 1 "Schleswig-Holstein", wieder zurück in der Heimat - und erst einmal im wohlverdienten, langen Urlaub.

Bei Temperaturen knapp unter 40 Grad Celsius war das 300 Soldatinnen und Soldaten starke deutsche Kontingent in der Gazi-Kaserne in Kahramanmaras angetreten. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, übergab bei diesem Appell das Kommando von Ellermann an Oberst Bernd Stöckmann.

Ellermann hob in seiner Rede hervor, dass - allen Herausforderungen zum Trotz - der Teamgeist der Soldatinnen und Soldaten und das Zusammenwirken aller Bereiche den gestellten Auftrag zum Erfolg gebracht haben. "Unser Auftrag, die Türkei vor einem möglichen Beschuss durch taktisch-ballistische Raketen zu schützen, besteht unverändert. Unser Motto ,Solidarität in Kameradschaft soll deshalb sehr deutlich untermauern, mit welcher Einstellung wir deutschen Soldaten diesen Einsatz durchführen." Die vor ihm angetretenen Angehörigen des zweiten Kontingents - darunter 85 Husumer - und ihre Vorgänger des ersten Kontingents hätten dies mit ihrem Engagement und ihrer Einsatzbereitschaft erreicht, und zwar im Schichtdienst, 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche. "Hierfür danke ich jedem Einzelnen von Ihnen", hob der scheidende Kommandeur hervor.

Auch der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos lobte die Leistungen der Truppe in der Türkei, die in Deutschland nicht so oft im Fokus stehen. "Derzeit dienen etwa 6000 deutsche Soldatinnen und Soldaten in den Einsatzgebieten vom Balkan bis nach Zentralasien sowie zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean. Eines dieser Kontingente sind Sie. Sie leisten hier an der Südostflanke des Bündnisgebietes einen unverzichtbaren Beitrag für die Nato, für die Türkei und für Deutschland", betonte Fritz. Dieser Einsatz, so der General weiter, finde unter nicht eben einfachen klimatischen Bedingungen für Mensch und Material statt und erfordere ein Höchstmaß an Konzentration. Damit unterscheide er sich deutlich von den Einsatzrealitäten anderer Einsatzgebiete. "Gemeinsam mit unseren türkischen Partnern haben wir es geschafft, über gelegentliche Startschwierigkeiten und Provisorien am Anfang des Einsatzes zu soliden, nachhaltigen Lösungen zu kommen." Dem scheidenden Kommandeur dankte der Befehlshaber für sein Engagement, die stete Einsatzbereitschaft und -fähigkeit der Waffensysteme sowie das erforderliche Fingerspitzengefühl im multinationalen Umfeld. Aus der Hand des Befehlshabers wurde Ellermann vor der eigentlichen Kommandoübergabe die Einsatzmedaille der Bundeswehr verliehen.

Dem neuen Kommandeur, Oberst Bernd Stöckmann, wünschte der Befehlshaber viel Erfolg bei der Erfüllung des gestellten Auftrages. Und bevor der Appell in der Gluthitze endete, ertönte noch ein dreifaches kräftiges "Missile Away!" als Abschiedsgruß für Ellermann - so ist es Tradition bei der Flugabwehrraketentruppe.

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