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Weniger Flachdächer : CDU will mehr Einfluss auf den Baustil der Stadt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Husums Politik nimmt einen neuen Anlauf für eine Gestaltungssatzung: Höhe und Dachform von Neubauten sollen sich der Umgebung besser anpassen.

von
erstellt am 07.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Wie sollen Neubauten in Husum aussehen, was geht und was nicht? Die Storm-Stadt braucht eine Gestaltungssatzung, darüber sind sich die Fraktionen seit Jahren einig. Bloß geklappt hat der Beschluss einer solchen noch nie. Jetzt nimmt die CDU mit einem Antrag für die nächste Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses am Mittwoch, 11. Oktober, einen neuen Anlauf.

„Auslöser dafür war der Unwille der Bürger über die Pläne für den Erweiterungsbau des Finanzamtes und der Flachdach-Neubau in der Rosenstraße“, sagt CDU-Fraktionschef Christian Czock. „Oder auch der Neubau hinter der Stadtbücherei in der Ludwig-Nissen-Straße – das kann man beliebig fortsetzen.“ Es sei ja nicht nur das Flachdach, solche Bauten passten einfach in die Umgebung nicht hinein. Und als Grundlage für eine Satzung hat sich die Stadt-CDU ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts von Dezember 2016 genauer angeguckt, dass sich mit dem Paragraphen 34 des Baugesetzbuchs befasst. In der Urteilsbegründung steht, dass „eine konkrete, am tatsächlich Vorhandenem ausgerichtete Betrachtung“ für die Beurteilung von Bauvorhaben maßgeblich sein sollte und auf Merkmale abzustellen sei, die „nach außen wahrnehmbar in Erscheinung treten und anhand derer sich die vorhandenen Gebäude in der näheren Umgebung leicht in Beziehung setzen lassen“.

Die CDU, so steht es im Antrag, sehe es als geboten an, über diesen Weg Gebäudehöhen und Dachformen „in angepasstem Umfang am tatsächlich Vorhandenen“ in der Umgebung auszurichten. „Wir wissen auch, dass wir damit mehrheitlichem Bürgerwillen entsprechen, diesem Rechnung tragen wollen – und dennoch viel Gestaltungsspielraum zulassen.“

Schobüll ist von diesem Antrag übrigens explizit ausgenommen: „Der Ortsteil hat ja bereits eine Gestaltungssatzung“, so Christian Czock. Die solle zwar mit den Schobüller Bürgern zusammen überarbeitet werden. „Aber das ist dann erst der nächste Schritt.“

Auch der Vorsitzende des Umwelt- und Planungsausschusses, Ulf von Hielmcrone (SPD), hat sofort unschöne Baubeispiele in Husum parat: „Etwa das Eckgebäude Beseler Straße/Hamm, das sieht meiner Meinung nach eher abstoßend aus, konnte aber in dieser Form angeblich nicht verhindert werden.“ Er finde es ebenfalls richtig, wenn versucht würde, die Gestaltung von Neubauten besser zu reglementieren. „Das ist aber schwierig“, weiß von Hielmcrone und bleibt vorsichtig: „Ich begrüße die Initiative und stehe der Idee nicht ablehnend gegenüber, aber ich weiß noch nicht, ob das der richtige Weg ist. Wir müssen zunächst darüber nachdenken. Und mit der Bauverwaltung reden.“

Und was sagt die dazu? Bauamtsleiter Jörg Schlindwein gibt sich pragmatisch: „Das ist eine politische Maßgabe. Wenn uns die Politik den entsprechenden Auftrag zur Umsetzung gibt, werden wir das prüfen.“ Allerdings sei die Höhe ohnehin schon durch den Paragraphen 34 festgelegt. „Wenn die gesamte Umgebung zweigeschossig ist, darf ich mittendrin nicht dreigeschossig bauen.“ Die Festlegung einer Dachform hingegen könne schon Gegenstand einer solchen Satzung sein.

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