Wachwechsel in Friedrichstadt : CDU-Frau zieht ins Rathaus ein

Christiane Möller-v. Lübcke mit ihren drei Stellvertretern (v.l.) Günther Tietgen, Bernd Güldenpenning und Heiko Schönhoff.
Christiane Möller-v. Lübcke mit ihren drei Stellvertretern (v.l.) Günther Tietgen, Bernd Güldenpenning und Heiko Schönhoff.

Die Friedrichstädter Stadtvertreter wählen Christiane Möller-v. Lübcke zur Bürgermeisterin.

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28. Juni 2018, 07:00 Uhr

Friedrichstadt | „Nein, übermäßig traurig bin ich eigentlich nicht darüber, dass ich nicht Bürgermeister geblieben bin“, erklärt Eggert Vogt (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. Kurz zuvor war Christiane Möller-v. Lübcke (CDU) zum neuen Oberhaupt der Stadt Friedrichstadt gewählt worden. Dass er sich entschlossen hat, seine Kandidatur aufzugeben, habe einen ganz einfachen Grund: „Wir konnten nach der Kommunalwahl gemeinsam mit dem SSW nicht mehr die Mehrheit erreichen. Es hätte schlicht keinen Sinn gemacht, noch einen Kampf anzuzetteln.“

Zur Erinnerung: Am 6. Mai hatte der Friedrichstädter Bürgerverein (FBV) für eine große Überraschung gesorgt, weil er sich mit 29 Prozent der Stimmen an die Spitze gesetzt und Vogts SPD, die 26,7 Prozent erzielte, hinter sich gelassen hatte. Für die CDU votierten 26 Prozent der Friedrichstädter, der SSW bekam 18,3 Prozent. Somit entfallen im insgesamt 13-köpfigen Stadtparlament vier Sitze auf den FBV, vier auf die SPD, drei auf die CDU und zwei auf den SSW. Die Sozialdemokraten, die in den vergangenen fünf Jahren gemeinsam mit dem SSW insgesamt sieben Sitze inne hatten, verloren also ihre absolute Mehrheit.

Spätestens beim Tagesordnungspunkt drei – die Erklärung der Fraktionen – erfuhren die rund 50 Zuhörer, die zur konstituierenden Sitzung ins Rathaus gekommen waren, dass FBV und CDU eine Fraktionsgemeinschaft gegründet haben. Das war abzusehen, denn bereits kurz nach der Kommunalwahl näherten sich die beiden Fraktionen an.

„Von 13 Stadtverordneten sind neun von der alten Garde nicht mehr dabei“, machte Eggert Vogt deutlich als er die Sitzung eröffnete. Die darauf folgende Bürgermeisterwahl wurde offen gehalten, Christiane Möller-v. Lübcke wurde als einzige Kandidatin vorgeschlagen. „Ich nehme dieses Vertrauen als etwas Kostbares an“, sagte dann die neue Stadt-Chefin, nachdem sie einstimmig gewählt und vom ältesten Gremiums-Mitglied, Günther Tietgen, vereidigt wurde. Ein wenig versagte ihr die Stimme, als sie sich für die Unterstützung ihrer Familie bedankte. Als Stellvertreter stehen der 62-Jährigen nun Günther Tietgen (SPD), Bernd Güldenpenning (FBV) und Heiko Schönhoff (SSW) zur Seite.

„Das war ein aufregender Abend für mich“, bilanzierte Möller-v. Lübcke später am Telefon. Die selbstständige Unternehmerin und ausgebildete Juristin hat sich viel vorgenommen für ihre Amtsperiode. Große Themen wie die Städtebauförderung, der Masterplan Tourismus und auch das Stadtjubiläum in 2021 stehen an. „Wer ehrenamtlicher Bürgermeister von Friedrichstadt ist, kommt irgendwann auf eine 40-Stunden-Woche“, so Vogt, der sich seit 40 Jahren kommunalpolitisch engagiert. „Ich bin deshalb sogar ein wenig erleichtert, dass es so gekommen ist – auch wenn ich gern noch fünf Jahre im Amt geblieben wäre.“ Aber er sei jetzt ja nicht aus der Welt, betont der 66-Jährige. „Ich mische ja als Fraktionsvorsitzender und Stadtvertreter immer noch mit.“

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