Aufklärung : Cannabis ist nicht harmlos

Mit großem Interesse durchliefen die Schüler den Präventions-Parcours.  Foto: hn
Mit großem Interesse durchliefen die Schüler den Präventions-Parcours. Foto: hn

Die achten Klassen der Nordseeschule informierten sich über die Gefahren des Haschkonsums.

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09. März 2013, 09:00 Uhr

St. Peter-Ording | "Die waren echt super." Begeistert zeigten sich Mareike Borchardt und Diana Kluger, die beiden Suchtpräventionsfachkräfte des Diakonischen Werkes (DW) in Niebüll. Das Duo war über eine Kooperation der Nordseeschule mit dem örtlichen Runden Tisch zur Sucht- und Drogenprävention (RTSDP) in das Nordseebad gekommen, um mit den 81 Schüler der achten Klassen der Nordseeschule ein Projekt zu gestalten. Hintergrund war, dass bei der laufenden Prävention gegen übermäßigen Alkoholkonsum und Komasaufen bei Jugendlichen auch die Aufklärung über die Gefahren des Konsums illegaler Rauschmittel wie Cannabis nicht vernachlässigt werden darf.

Durch eine Initiative der Landesstelle für Suchtfragen (LSSH) wurde der Cannabis-Präventions-Parcours "Es ist doch nur...?" entwickelt. Der landesweite Start mit Förderung durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein erfolgte 2012.

Der Parcours wurde speziell für die Altersstufe der Achtklässler konzipiert. Er ist interaktiv angelegt und umfasst sechs Stationen, die von jeder Klasse in zwei Gruppen von den Fachkräften begleitet durchlaufen werden. Dabei geht es nicht nur um Informationsvermittlung über Cannabis und die kritische Auseinandersetzung mit dem Konsum. Es geht auch um die eigene Haltung bei problematischen Situationen und darüber hinaus um eigene Lebenspläne - ein in dieser Altersstufe höchst bedeutsames Thema.

Im Unterricht waren die Klassen vorbereitet worden. Dabei half auch ein Lehrerbegleitheft mit Anregungen für verschiedene Unterrichtsfächer. Das erleichterte Mareike Borchardt und Diana Kluger, die für den Parcours eigens geschult wurden, die Arbeit an den Stationen. Dafür zollten sie den Schülern und der pädagogischen Vorarbeit an der Nordseeschule große Anerkennung. Interessiert, aber auch mit Witz waren die Jugendlichen dabei und ließen sich locker geleitet durch die Stationen führen. Dennoch aufmerksam und diszipliniert verfolgten sie die zwei Unterrichtsstunden. Seitens der Schülerschaft brachte Felix seine Erfahrungen auf den Punkt: "Es war informativ und sehr aufklärend über die möglichen Folgen und Schäden durch Cannabiskonsum." Larissa lobte "die Denkanstöße und dass man selber Entscheidungen treffen muss". Und Sherina und Denise können den Umgang mit Cannabis jetzt besser beurteilen.

Das von der Gemeinde getragene RTSDP-Gremium rückt in St. Peter-Ording immer wieder diese Thematik in den Blickpunkt. Cannabis ist nach Untersuchungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die am meisten von Jugendlichen konsumierte illegale Droge. Der Anteil Jugendlicher im Alter von 12 bis 17 Jahren, die mindestens einmal im Leben Cannabis probiert haben, lag im Jahr 2011 bei 6,7 Prozent. Im Rahmen der Cannabis-Prävention in St. Peter-Ording in den Jahren 2011 und 2012 durchgeführte Befragungen wiesen für die achte Klasse allein ein weitaus höheres Ergebnis auf.

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