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Drachenfestival St. Peter-Ording : Bunter Blickfang am Nordseestrand

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zum neunten Mal fand am Strand von St. Peter-Ording bei perfekten Bedingungen das Drachenfestival statt. Ein Hingucker war die Welle aus 100 Fahnen, die der französische Künstler Michelle Bucar installiert hatte.

Schon von weitem war das faszinierende Spektakel zu sehen. So viele kunterbunte Drachen wie sonst nie schwebten am sommerblauen Himmel über St. Peter-Ording – genau gesagt über dem Ordinger Strandabschnitt. Drei Tage lang verwandelte sich das Nordseeheil- und Schwefelbad in ein Dorado für Drachenfreunde.

Die kleinen und großen kunterbunten Himmelsstürmer lockten tausende von Menschen zu einem der Höhepunkte im Veranstaltungskalender der Tourismus-Zentrale (TZ) – dem mittlerweile neunten Drachenfestival – an. Eine frische Brise aus Nordwest am zweiten Tag hauchte den zum Teil bis zu 30 Meter langen Exponaten Leben ein. „Da ist ja Bob der Baumeister“, rief staunend der siebenjährige Leif Erichsen aus Kiel seinen Eltern zu. „Faszinierend ist das“, bestätigte Vater Olaf. Er hatte mit Ehefrau Sonja und Sohnemann einen Abstecher an die Westküste gemacht.

„Drachenfliegen ist auch mein Hobby. Ich fliege Lenkdrachen. Aber das hier ist noch mal eine andere Nummer und Herausforderung“, erklärte er. Er werde sich die Drachen am Himmel ansehen, aber auch die neuesten Entwicklungen der vor Ort anwesenden Vertreter von Herstellern. Tatsächlich hingen neben der berühmt gewordenen Figur Bob auch noch Asterix und Obelix, Miss Piggy, Zwerge, Krabben, Tintenfische, Insekten, oder allerlei Getier im Großtuchformal als sogenannte Trains an den Trägerdrachen. Sie waren Hingucker, die zahlreichen farbenfrohen und fantasievoll zu Figuren zusammengenähten Windsäcke.

Dazwischen wirbelten regenbogenfarbige Windspiele – mal in Form eines viele Meter umfassenden Rades oder als kreiselnder Sack mit langen Flatterbändern am Ende. Viel Raum brauchten die Snake-Wheels: Drachen in Form einer Schlange, die sich selbst beißt und in ständig veränderten Formen über dem Boden hüpft und sich windet. Andere Akteure hatten kleinere, delta- oder quadratförmige Drachen mitgebracht, die sie als Blume, Fledermaus oder Qualle mit flatternden Tentakeln kreiert hatten.

Den Augen der Besucher blieb auch ein weiteres großes Kunstobjekt nicht verborgen: Der Franzose Michelle Bucar hatte eine „Welle“ aus etwa 100 Fahnen installiert. Zusammen ergaben sie das Bild eben einer riesengroßen Welle – passend zum Ort des Geschehens. Begeistert zeigte sich Constanze Höfinghoff, stellvertretende Tourismus-Direktorin. „Das ist eine richtige Augenweide hier. Das Schöne ist, dass das Fest für Jung und Alt Abwechslung genug bietet“. Nachdem das Festival im vergangenen Jahr dem schlechten Wetter zum Opfer fallen musste, sei es besonders schön, dass es diesmal starten konnte. Ihr habe vor allem das nachgebaute Fabelwesen – der Drache in Urform – gefallen. Sie habe den Besitzer, Bernd Zimmermann aus Berlin, beobachtet, wie er ihn zum Fliegen brachte. „Es sah so aus, als habe er mit ihm zunächst am Boden gespielt. Mit eleganten Bewegungen ist der Drache dann in den Himmel geflogen“, berichtete sie.

„Drachen sind wie ein Virus. Das Fliegen hat etwas mit Beherrschung der Naturgewalten zu tun. Es ist jedes Mal eine Premiere, einen Drachen steigen zu lassen. Hier in St. Peter macht das besonders Spaß“, erklärte Marcel Burr aus Langenthal in der Schweiz. Seit 1997 baut er Drachen, einige davon bis zu 25 Meter lang.

Auch das Rahmenprogramm konnte sich sehen lassen. Fallschirmsprünge für besonders Mutige oder eine gemütliche Lounge im Sand waren die Anziehungspunkte. Aufblasbare Objekte dominierten – wie beispielsweise eine Hüpfburg als Kirche unterhalb des hölzernen Kirchenschiffes. Diakonin Andrea Streubier bot mit ihrem Team einen Drachenworkshop an. Und auch der Gottesdienst unter dem Motto „Dem Himmel nah” zog viele Gäste an.

„Das ist ein richtig cooles Festival. Wer hier Langeweile hat, ist selbst schuld“, so die 18-jährige Tanja Hansen aus Hamburg. Sie habe sich über Drachenbau informiert und sei angesteckt worden. Sie werde sich auf jeden Fall noch die Nachtflugshow mit den selbstleuchtenden oder angestrahlten Figuren ansehen, bevor sie in die Hansestadt zurückfahre. „Vielleicht fange ich morgen mit dem Bau meines ersten Drachens an“, verriet sie.

Ansonsten kamen auch die Kinder auf ihre Kosten. Kletterabenteuer, Bungee-Trampolin, Bobby-Car-Parcour, Riesenrutsche, Mitmachzirkus und mehr waren einige von vielen Highlights. Die Schlagersause mit DJ Los Nilsos und die R.SH-Party mit Hauke Hastig mit Barfuß-Tanz durften nicht fehlen.

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