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Kunstaktion in Süderhöft : Bunte Wünsche an toten Eichen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Fresendelfter Projektkünstler Tete Jensen hat in Süderhöft eine Aktion zum Nachdenken über die Umwelt und das Klima gestartet. An zwei abgestorbenen Eichen an der K 31 wurden bunte Flaggen mit Wünschen befestigt.

Es sind mächtige Bäume, die da oberhalb der Treeneniederung an der K 31 in Süderhöft stehen. Zwei Eichen, die zu einem Wahrzeichen geworden sind. Selbst auf Leinwand gemalt gibt es die zwei Bäume mittlerweile, obwohl sie vermutlich noch nicht einmal 200 Jahre alt geworden sind, während ein Eichenbaum in der Nachbarortschaft Hude immerhin schon mehr als 600 Lenze auf dem Buckel hat. Doch die beiden markanten Riesen sind jetzt abgestorben. Den Grund kennt niemand. Da der Standort der Bäume immer nur als Weide genutzt worden ist, können die Wurzeln auch nicht durch einen Pflug beschädigt worden sein.

Jetzt allerdings sind die beiden toten Bäume wieder zu einem optischen Höhepunkt geworden. Der Projektkünstler Tete Jensen aus Fresendelf hat gemeinsam mit neun Bürgern aus der Region die Bäume mit bunten Flaggen geschmückt. Als Vorbild dienten ihm die tibetanischen Gebetsflaggen, auf denen Wünsche stehen, die vom Wind um die ganze Welt getragen werden. Daher, so sagt Tete Jensen, sollen die Flaggen auch so lange an den Bäumen wehen, bis sie der Wind total zerzaust hat.

„Wir wollen zum Nachdenken und Hinschauen anregen, dass immer mehr Dinge einfach verschwinden, wie eben diese beiden schönen Bäume“, sagt er. Die Aktion solle dazu anregen, einmal innezuhalten. Denn vieles verschwinde, nicht nur Bäume. „Jeder kann sich so seine eigenen Gedanken machen“, betont der 75-jährige Jensen. Dass die Aktion zeitlich mit dem Klimatreffen bei den Vereinten Nationen in New York zusammenfiel, sei reiner Zufall, aber ein Grund mehr, auch darüber nachzudenken, das eigene Verhalten zu hinterfragen. „Ist es wirklich nötig, immer mehr und immer mehr zu schaffen, ohne auf die Umwelt und nachfolgende Generationen Rücksicht zu nehmen?“

Jensen und seine Gruppe verfolgen keine bestimmte politische Richtung. „Wir haben natürlich die Bäume ganz genau in Augenschein genommen, denn bei so viel Totholz kann es schon gefährlich werden, etwas in die Äste zu hängen“, sagt Jensen und betont, dass die Eichen eines nicht allzu fernen Tages gefällt werden müssen, da sie für das Vieh eine Gefahr darstellen. „Es wäre schön, wenn sich Künstler finden sollten, die aus dem Holz etwas Neues schaffen“, denkt Jensen laut nach, „und da die Eichen einfach in die Landschaft gehören, wäre es toll, wenn sich Spender für zwei neue finden sollten.“ Die, so versichert der Fresendelfter Projektkünstler, würde die Gruppe dann auch fachgerecht pflanzen.

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erstellt am 25.Sep.2014 | 09:30 Uhr

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