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Hilfe für Flüchtlinge : „Bunte Vielfalt“: Regale sind gefüllt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das kleine Sozialkaufhaus für Flüchtlinge in der Landstraße in Mildstedt ist ab sofort geöffnet. Die Angebotspalette für die Asylsuchenden reicht vom Kochtopf über den Toaster bis zum Fahrrad.

Er begrüßt jeden Besucher freundlich, wenn auch anfangs etwas distanziert. Security-Chef Lennox arbeitet wie alle Helfer im neuen Sozialkaufhaus für Flüchtlinge in Mildstedt ehrenamtlich. Ihm genügt während der Dienstzeit eine Schüssel Wasser, zwischendurch ein paar Krauleinheiten und natürlich das ein oder andere Leckerli. Während der Vierbeiner am Eingang patrouilliert und jeden Neuankömmling mit seiner empfindlichen Nase „kontrolliert“, füllt sich die Halle in Mildstedt zusehends mit Spenden für Flüchtlinge. Die Angebotspalette reicht vom kleinen Küchenmesser über das Goldrandgeschirr, Kristallgläser, Küchenmaschinen bis hin zu Fernsehgeräten und Spielsachen, alles voll funktiononstüchtig.

Kleidung hängt im Erdgeschoss sortiert nach Mann und Frau und Größen auf Ständern, übrigens werden noch Spender für Ständer gesucht. Noch ist das Kaufhaus „Bunte Vielfalt“, das vom Amt Nordsee-Treene eingerichtet wurde und von den verschiedenen Sozialeinrichtungen mit getragen wird, nicht so stark frequentiert, doch „das wird sich schon bald ändern“, ist sich Amtsvorsteher Ralf Heßmann sicher.

Schließlich müssen die 149 Asylbewerber, die dezentral untergebracht sind, auch zum Sozialkaufhaus kommen können. Und das ist nicht ganz so einfach. Allerdings finden sich immer mehr freiwillige Unterstützer, so genannte Kümmerer, die die Flüchtlinge quasi an die Hand nehmen und sie auf die für sie ganz neue Kultur vorbereiten. Kommunen mit einem eigenen Gemeindebus stellen diesen auch zur Verfügung, damit die hier Sicherheit Suchenden damit nach Mildstedt zum Besuch des Sozialkaufhauses gefahren werden können. Mittlerweile sind nämlich die Kapazitäten der bislang kostenlos zur Verfügung gestellten Halle zwar noch nicht erschöpft, aber sie füllt sich zusehends. Und daher, so auch Helfer Arne Rebber, könne es jetzt losgehen. Dabei müssten die Asylsuchenden sogar ermuntert werden, etwas auszusuchen. Unlängst, berichtet er, hätten sie einen Gast aus Afrika. Er er war glücklich mit einem T-Shirt. Doch in seiner Größe und den von ihm bevorzugten Farben gab es noch weitere Shirts, also wurden ihm auch diese angedient, genauso wie ein Radiowecker, damit er morgens Musik hören kann. Total glücklich habe er den Laden wieder verlassen.

Flohmarktbeschicker hätten bestimmt ihre Freude am Durchstöbern der Halle, doch für dieses Publikum haben die Menschen nicht gespendet. „Bis auf ganz, ganz wenige Ausreißer“, berichtet Rebber, „sind die Spenden absolut in Ordnung, vielfach vorher noch gewaschen und gebügelt worden“. Zwar gibt es mittlerweile auch schon eine ganze Reihe von Haushaltsgeräten, doch daran, so unterstreichen Heßmann und der stellvertretende Leitende Verwaltungsbeamte Frank Feddersen, bestehe großer Bedarf. „Alles, was nicht in einer üblichen Mietwohnung enthalten sei, werde benötigt, denn die Flüchtlinge kommen ja quasi nur mit den Dingen bei uns an, die sie am Körper tragen, sagt Rebber. Besonders benötigt werden natürlich auch Fahrräder, denn die erhöhen die Mobilität der Flüchtlinge. Nicht zum Vergnügen würden sie nämlich häufig nach Husum fahren, sondern dort sitze die Ausländerbehörde.

Die Halle der Spedition Oldenburg, in der Mildstedter Landstraße 1, hat immer dienstags von 9 bis 12 und donnerstags von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Allerdings, bei Bedarf lassen sich auch andere Zeiten finden. Spender sind auch jederzeit willkommen. Wer sich beim Amt meldet und nicht zu den genannten Zeiten vorbeikommen kann, „es finden sich immer Wege“, sagen Heßmann und Feddersen übereinstimmend. Übrigens, die „Bunte Vielfalt“ kann jedermann besuchen.

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erstellt am 24.Apr.2015 | 15:00 Uhr

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