St. Peter-Ording : Bunte Objekte laden zum Grübeln ein

Besucher in der Ausstellung. Rechts: Dieser Strandkorb bietet kaum noch Schutz vor Wind und Sand, aber er ist ein interessantes Kunstobjekt.
Besucher in der Ausstellung. Rechts: Dieser Strandkorb bietet kaum noch Schutz vor Wind und Sand, aber er ist ein interessantes Kunstobjekt.

Die Ausstellung „Life is a Beach“ ist bis zum 9. September in der Strandkorbhalle Hungerhamm zu sehen.

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05. Juli 2018, 09:00 Uhr

Eine Ausstellung von jungen Künstlern für junge Menschen zu machen, war schon länger die Absicht des Vereins Kunstinitiative St. Peter-Ording (Kispo). Vor sieben Jahren hatte man sich auf die Fahnen geschrieben, „Kunst nach Ording zu holen“. Sechsmal war das bisher in den vorderen Räumen der Strandkorbhalle Hungerhamm mit Erfolg geschehen.

Für die 7. Ausstellung „Life is a Beach“ haben acht junge Studierende der Hochschule für Technische Kunst im Rahmen eines viertägigen Projektes am Ort und vier Externe extra für diese Ausstellung farbige Objekte geschaffen (wir berichteten). Unter ihnen ist auch ein Strandkorb, der am Wasser stehend keinen Schutz mehr vor Wind, Sand und Sonne böte. Auffallen würde er aber dort auch. Den Blick ziehen hier ebenfalls viele andere Werke an: Die Schiffskette, an die Ober- und Unterteile von Bikinis nebst anderen Seefahrt-Utensilien verknüpft sind und die in dem Raum mit den vielen „Gesichtern“ hängt, oder der Strandfeger, der das Meer und den Strand säubert. Von was? Diese Frage bleibt unbeantwortet. Die Antwort sieht vielleicht „das Auge des Betrachters“.

Es gibt noch viel mehr zu sehen und zu entdecken. Das konnten die am ersten Tage anlässlich der Vernissage und später erschienenen über 300 Gäste, unter ihnen auch viele junge Leute und solche, die sich für dieses Ordinger Ambiente für Kunst und deren Zusammenstellung in den vergangenen Jahren bereits haben begeistern lassen.

Thomas Bartram, Vorsitzender von Kispo, begrüßte und erläuterte das Werden dieser Präsentation. Die Idee war, StreetArt als urbane Kunstrichtung mit einem landschaftsbezogenen Thema zu konfrontieren. Ehrlich bekannte er, dass dieser Prozess mit vielen Lernerfahrungen auf beiden Seiten verbunden gewesen ist. Doch „das Gesamtergebnis kann sich sehen lassen. Wir sind uns bewusst, dass diese Ausstellung mehr als sonst polarisieren wird, und wir sehen der Reaktion der Ausstellungsbesucher deshalb mit Spannung entgegen.“

Thorsten Schneider, Fakultätsleiter an der HTK, freute sich über die Verwirklichung des über die Vermittlung des Grafikers Kurt Riggert zustande gekommenen Projektes und informierte: „Was hier zu sehen ist, unterscheidet sich von dem, was wir lehren und vermitteln. Das hier ist viel freier und war für unsere Studierenden ein höchst begrüßenswertes Angebot.“ Tom Roeler, der für Kispo von der HTK zuständige Dozent, ergänzte das emotionaler: „Als ich davon hörte, hüpfte mein Herz vor Freude.“

Große Freude bekundete auch Tourismusdirektorin Constanze Höfinghoff: „Wohin passt dieser Titel ‚Life is a Beach‘ besser als nach St. Peter-Ording, und das an diesem Tag.“ Die Tourismus-Zentrale hat das Projekt von Beginn an in vielfältiger Weise unterstützt. „Mich haben die Vorstellungen der jungen Leute beeindruckt. Strandkörbe kann ich nun neu interpretieren.“

Für Patryk Hanik, der das Ausstellungsplakat entworfen hat, das als Grundlage für alle Werbemittel diente, gab es aus ihrer Hand einen Gutschein für zwei Übernachtungen im Beach-Motel. Ein zweiter gleicher Gutschein, der vom Strandgut Resort gesponsert, soll an den jungen Künstler gehen, dessen Werk von den Ausstellungsbesuchern dann am Ende die meisten „Likes“ erhalten hat.

Die Sommerkunstausstellung „Life is a Beach“ ist – außer an den Sonnabenden – bis einschließlich 9. September täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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