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Gefahren durch Sturmfluten : Bundeswehr nicht mehr allzeit parat

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Weil Truppe und Spezialgerät nicht ständig vor Ort sind, kann die Bundeswehr künftig nicht mehr bei jeder Notlage an der Westküste rasch helfen. Dies gilt insbesondere für das Husumer Spezialpionierbataillon 164.

shz.de von
erstellt am 22.Apr.2014 | 13:30 Uhr

In Notlagen, wie bei schweren Sturmfluten an der Westküste, war auf die Bundeswehr stets Verlass. Allerdings bleibt die Neuausrichtung der Truppe nicht ohne Folgen für den Katastrophenschutz. Weil Personal und Gerät nicht ständig vor Ort sind, kann künftig nicht mehr in jeder Notlage so rasch geholfen werden, wie in der Vergangenheit. Das wurde bei einem sicherheitspolitischen Empfang deutlich, zu dem Landrat Dieter Harrsen und Kapitän zur See der Reserve, Dr. Jens Kullik, rund 40 Gäste im Kreishaus begrüßten. Der Kreis hatte gemeinsam mit dem Reservistenverband Schleswig-Holstein die oberste Leitungsebenen der Organisationen eingeladen, die sich in Nordfriesland mit der sogenannten zivil-militärischen Zusammenarbeit befassen.

Auf diese kommt es insbesondere in Katastrophenfällen an: „Wir sind froh und dankbar, dass wir in Husum das Spezialpionierbataillon 164 haben“, betonte Landrat Harrsen. Ohne die Pioniere und ihr schweres Gerät – darunter Behelfsbrücken und Maschinen zum Füllen von Sandsäcken – wäre Nordfriesland wesentlich schlechter gegen Sturmfluten und andere Großschadenslagen gerüstet.

Dr. Rudolf Grimm, Oberst der Reserve und im Zivilberuf Landwirt sowie Berufsschullehrer, stellte die Auswirkungen der Neuausrichtung der Bundeswehr auf das Landeskommando Schleswig-Holstein dar, dessen Chef er zur Zeit ist. Grimm betonte die steigende Bedeutung der Reservisten für die aktive Truppe, die durch ihre Auslandseinsätze stark gefordert sei.

Zwar werde das Spezialpionierbataillon 164 auch weiterhin in Notlagen helfen, sofern kein militärischer Auftrag entgegenstehe. Die Frage sei aber, wie lange die Bundeswehr braucht, um zu helfen. Da sie heute kleiner sei als früher, seien Truppe und Spezialgerät oftmals nicht direkt vor Ort verfügbar und müssten zum Teil erst über weitere Strecken aus anderen Teilen des Bundesgebietes herangeführt werden. Grimm bat um Verständnis dafür, dass nicht in jeder Notlage so schnell geholfen werden könne wie früher. Kompensieren sollen dies unter anderem neue, regionale Sicherungs- und Unterstützungskompanien, die sich allein aus örtlich ansässigen Reservisten zusammensetzen.

Der Leiter des Fachdienstes Rettungswesen des Kreises, Christian Wehr, hob die gute und enge Zusammenarbeit mit Feuerwehr, THW, DRK, Polizei, Bundespolizei, Rettungsdienst, DLRG und der Bundeswehr in NF hervor.

Jens Kullik stellte den Reservistenverband als einzigen Verein in Deutschland vor, der direkt vom Bundestag mit Aufgaben betraut ist. Mit 116 000 Mitgliedern, davon 4000 in Schleswig-Holstein, diene als Mittler zwischen Bundeswehr und Gesellschaft.

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