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Neubetreiber sind Kommanditisten : Bürgerwindpark mit 390 Gesellschaftern

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Alte Anlagen in Bohmstedt werden durch neun 100 Meter hohe Kraftwerke ersetzt. Ihr Strom soll für etwa 10.000 Haushalte reichen. 16 Jahre drehten sich die Flügel der Windenergieanlagen des ersten Bürgerwindparks.

Weitsicht, Umsicht und Besonnenheit – drei Merkmale, die sich die Gemeinde Bohmstedt in Sachen Bürgerwindpark zu Herzen genommen hat. Das gilt sowohl für die Informationen rund um das Thema für alle Einwohner, als auch bei der Planung und dem Bau. Bürgermeister Peter Tücksen lobte diesbezüglich das Engagement der Initiatoren und der am Bau Beteiligten im Namen der Gemeindevertretung während des Richtfestes des Bürgerwindparks, der repowert wird. „Wir gratulieren zu der Erweiterung und auch dazu, wie gut es läuft“, sagte er.

16 Jahre drehten sich die Flügel der neun Windenergieanlagen (AN Bonus, 600 Kilowatt) des ersten Bürgerwindparks im Wind. 30 Gesellschafter wagten seinerzeit den Schritt und investierten in regenerative Energien. Die Idee, nun zu repowern, öffnete weiteren Einwohnern die Tür. Jene, die 1998 das finanzielle Risiko scheuten oder nicht überzeugt waren, erhielten damit eine zweite Chance, sich finanziell zu beteiligen.

Das Ergebnis: 390 Gesellschafter. Die Neubetreiber sind Kommanditisten mit einem Anteil von 25 Prozent, die Alten mit einem Anteil von 75 Prozent. Unter dem Dach des Windparks Bohmstedts GmbH & Co. KG gibt es nun fünf Geschäftsführer: Wolfgang Paulsen und Hans Feddersen für das gesamte Projekt sowie für die Altbetreiber und Hans-Heinrich Barkmann, Ralf Kille und Christoph Petersen für die Neuen. Die alten Anlagen werden durch neun Enercon-Anlagen E70/4 mit einer Leistung von jeweils 2,3 Megawatt und einer Höhe von 100 Metern ersetzt. Sie produzieren Strom, der für etwa 10.000 Haushalte reichen würde. Das Investitionsvolumen beträgt etwa 20 Millionen Euro. „Das ist schon etwas für eine Gemeinde wie Bohmstedt“, so Thorsten Jensen vom Vorstand der VR Bank Niebüll. Die Verhandlungen mit dem Geschäftsführer-Duo Paulsen/Feddersen sei nicht einfach gewesen, letztendlich habe man sich geeinigt, freute er sich. „Das Geld, was hier eingenommen wird, wird in der Region ausgegeben“, sagte er zum wirtschaftlichen Aspekt. Torge Boysen, Bauleiter von Enercon, weihte die zahlreichen Gäste in die Bauschritte ein. Etwa in drei Wochen sei die Errichtung aller Anlagen fertig. Geschäftsführer Wolfgang Paulsen stellte das „Wir-Gefühl“ in den Mittelpunkt seiner Rede, lobte das gute Miteinander aller Firmen und erinnerte an Johannes Sönksen, der kürzlich verstorben ist. „Er war Wegbereiter für den ersten Windpark und mit seiner ruhigen, ausgeglichen und bestimmten Art genau der richtige Mann dafür.“ Ihm zu Ehren hatte der Festausschuss auf den Auftritt von Manfred Degen verzichtet, der wiederum – trotz Buchung – auf seine Gage verzichtete. Apropos Festausschuss: Sie hatten mitten im Maisfeld ganze Arbeit geleistet, die Gäste fühlten sich rundherum wohl. „Die Energiewende ist politisch gewollt und wir setzen sie in Teilbereichen um und zwar mit der Akzeptanz der Bevölkerung“, sagte Hans Feddersen am Rande des Geschehens.


 

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erstellt am 24.Sep.2014 | 16:00 Uhr

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