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Gardinger Initiative : Bürgertreff wirbt für Integration

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Gardinger Initiative will sich um Arbeitsplätze für Asylbewerber kümmern. Eine Arbeitsgruppe soll einen schriftlichen Leitfaden erarbeiten, mit dem sich Arbeitgeber informieren können.

Zum ersten Bürgertreff Garding im neuen Jahr hatten die Initiatoren Elke Rieck und Volker Ketels in das Restaurant „Europa“ am Markt eingeladen. Zehn engagierte Stammgäste, darunter zwei Neubürgerinnen, diskutierten in entspannter Atmosphäre über aktuelle Themen, die die Bürger der Stadt bewegen und brachten Fragen oder Anregungen mit.

Ketels berichtete, dass er sich seit Wochen mit der Frage beschäftige, wie die Integration von Asylsuchenden in der Gemeinschaft durch gemeinnützige Tätigkeiten oder verstärkte Aufnahme in das Eiderstedter Vereinsleben noch verbessert werden könne. Auch wie diejenigen, die bereits eine Arbeitserlaubnis beantragen dürfen und arbeitswillig sind, künftig schneller in Unternehmen in und um die Mommsen-Stadt eingebunden werden können, stehe ganz oben auf der Agenda. Diesen Menschen könnte beispielsweise ein Praktika oder Arbeit angeboten werden, für die aus Bundesmitteln Fördergelder fließen sollen, quasi als Schritt hin zur weiteren Integration. Viele Arbeitgeber scheuten sich aber davor, sie wegen der aufwendigen und langfristigen Formalitäten zu beschäftigen. Man müsse mindestens drei Monate Vorlaufzeit einkalkulieren für die Bearbeitung von Anträgen. Man müsse auch wissen, dass nur Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge Anspruch auf solche Angebote hätten. Die Ausländerbehörde müsse aber zustimmen. Eine Hürde liege zudem in den fehlenden Deutschkenntnissen.

Torben Knutzen, Chef eines Elektrotechnik-Betriebes, habe beispielhaft signalisiert, dass er mitmachen würde. Einen Praktikanten habe er bereits gehabt. Doch da hätten sich besagte Sprachprobleme deutlich hinderlich gezeigt. „Ich werde persönlich bei den Firmenchefs vorsprechen und die Werbetrommel rühren, auch in den vielen Einmann-Betrieben. Die Vorsitzenden der Vereine und die Leiterin des Jugendzentrums werde ich ebenfalls ansprechen, damit sie sich Gedanken machen können“, so Ketels. In einer kleinen Arbeitsgruppe soll möglichst bald ein verständlicher schriftlicher Leitfaden über die zu beachtenden Dinge beim Eingehen von Arbeitsverhältnissen erstellt werden. „Ich sehe Potenzial und besonders saisonalen Bedarf in der Landwirtschaft, im Handwerk und in der Gastronomie, besonders ab März/April“, so Ketels. Ideen seien ihm willkommen.

Ansonsten stehe die Betreuung der Flüchtlinge inklusive Sprachunterricht durch Ehrenamtler in Garding auf festen Füßen, wobei neue Aktive immer willkommen seien. Man kümmere sich um jeden und helfe, wo Hilfe nötig ist. Gut sei es, das werde immer wieder von Seiten der Bevölkerung gesagt, dass viele in Einzelwohnungen leben und grundsätzlich rasch mit den Nachbarn in Kontakt kämen. Beim letzten Treffen der Kulturen, informierte Gisela Clausen, sei den Flüchtlingen die DRK-Kleiderkammer gezeigt worden. Wegen erhöhten Bedarfs werde sie mit der Leiterin wegen weiterer Öffnungszeiten sprechen. Dafür bräuchte sie sicherlich noch weitere Freiwillige. Derzeit ist die Kammer jeden zweiten Donnerstag im Monat geöffnet. Karen und Hans Edlef Paulsen wiesen darauf hin, dass bei besagtem Treffen viele Kinder mit dabei gewesen seien. Sie boten sich an, nicht mehr gebrauchte Spielsachen, die noch in Ordnung sind, zu sammeln. Diese könnten bei ihnen im Haus, Markt 15, in Garding abgegeben werden. 70 Flüchtlinge lebten derzeit in Garding, ergänzte Elke Rieck. Einig war sich die Runde, dass im Frühjahr ein Krokusblütenfest veranstaltet werden soll. Im vergangenen Jahr hatten Freiwillige mit Flüchtlingen die Zwiebeln rund um die Kirche gepflanzt. Seit März 2012 gibt es den Bürgertreff bereits. „Sinn und Zweck ist, das Stadtgeschehen zu beeinflussen und Ideen und Anregungen der Einwohner den Stadtvertretern kundzutun. Alle Bürger sind dazu willkommen“, bekräftigte Ketels. Das nächste Treffen beginnt am Mittwoch, 16. Februar, ab 20 Uhr im Restaurant „Europa“.

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