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Stapelholmer Kaserne : Bürgermeister von Seeth: Vom Land verlassen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Seeth befindet sich die Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung Stapelholmer Kaserne. Bürgermeister Peter-Wilhelm Dirks klagt über schlechte Kommunikation mit dem Land und fühlt sich allein gelassen.

Wer den Seether Bürgermeister Peter-Wilhelm Dirks kennt, der weiß, dass er zwar gern mal aus der Haut fährt, sich aber auch schnell wieder beruhigt. Doch richtig ärgerlich, besser sauer, ist er auf das Land und alle mit der Flüchtlingsproblematik befassten Institutionen. „Als Bürgermeister erhalte ich täglich bis zu zehn Anrufe von Menschen, die helfen oder etwas wissen wollen, doch weiterhelfen kann ich ihnen nicht wirklich, denn welchen Ansprechpartner soll ich nennen?“ fragt Dirks. Und eigentlich, ist sich der Kommunalpolitiker sicher, sollte er doch unterrichtet sein, denn schließlich befindet sich auf dem Gebiet seiner Gemeinde die vorläufige Flüchtlings-Erstaufnahmeeinrichtung Stapelholmer Kaserne.

Schon als das Land Ende Juli beschlossen hatte, dort Flüchtlinge unterzubringen, wurde die Gemeinde erst wenige Tage vor Ankunft der ersten Asylsuchenden unterrichtet. Und die Kommunikation, so der Gemeinde-Chef, hat sich bis heute nicht wirklich verbessert. „Wir sind doch alles Ehrenamtliche und können nicht nach Belieben Termine wahrnehmen“, sagt er. Beispielsweise habe es unlängst einen Anruf aus dem Innenministerium bei ihm gegeben. Er sollte sich in der Stapelholm Kaserne mit einem Entscheidungsträger treffen. Dirks machte sich also auf den Weg. Am Tor bei der Wache erfuhr er dann, dass der hochrangige Besuch abgesagt worden war. „Alle wussten Bescheid, nur ich als Betroffener nicht“, klagt der Bürgermeister.

Ärgerlich sei auch, dass es immer noch keine verbindliche Telefonliste gebe. Denn wer über das Internet Nummern recherchiere, der könne sich die Finger wund wählen. Nur mit sehr, sehr viel Glück würde eine Verbindung zustande kommen. Auch wäre es wichtig, dass die vielen Ehrenamtlichen, die dort viel Freizeit investieren, entlastet werden könnten. Zumindest, so Dirks, sollten „Arbeitszeiten“ auf die Möglichkeiten der freiwilligen Helfer zugeschnitten sein.

Am vergangenen Mittwoch erfuhr Peter-Wilhelm Dirks zudem, dass in den nächsten Tagen vier Syrier aus Niebüll von der Gemeinde aufgenommen werden müssen. Eigentlich kein Problem, denn Wohnraum gibt es in Seeth. „Aber“, beklagt Dirks, „uns wurde zugesichert, dass der Amtsbereich, in dem eine Erstaufnahme-Einrichtung aufgebaut wird, keine weiteren Asylsuchenden zugeteilt erhält. Das mag ja geändert worden sein, doch wir Bürgermeister wissen nichts davon. Da muss noch viel an der Kommunikation gearbeitet werden“, schimpft er. Der Seether setzt auf Donnerstag, 8. Oktober. Dann soll um 20 Uhr in der Stapelholmer Kaserne eine Einwohnerinformation stattfinden. Ihr Erscheinen zugesagt hat auch die Staatssekretärin im Kieler Innenministerium, Manuela Söller-Winkler, die seinerzeit auch die Etablierung der Erstaufnahme-Einrichtung ankündigte. „Dann möchte ich wissen, wann mit einer Entlastung der vielen Ehrenamtlichen zu rechnen ist, und wann es endlich eine Organisationsstruktur mit verbindlichen Ansprechpartnern gibt“.

 

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erstellt am 27.Sep.2015 | 12:00 Uhr

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