Pellworm : Bürgermeister und Amtsvorsteher

Die Fünf vom Amtsausschuss: (v. l.) Katja Just (Hooge), Heike Hinrichsen (Langeneß), Martin Jansen (Pellworm), Jürgen Kolk (Gröde) und Amtsvorsteher Dr. Norbert Nieszery (Pellworm).
Die Fünf vom Amtsausschuss: (v. l.) Katja Just (Hooge), Heike Hinrichsen (Langeneß), Martin Jansen (Pellworm), Jürgen Kolk (Gröde) und Amtsvorsteher Dr. Norbert Nieszery (Pellworm).

Dr. Norbert Nieszery ist neuer Vorsteher des Amtes Pellworm. Matthias Piepgras, Jürgen Feddersen und Volker Mommsen wurden feierlich verabschiedet.

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13. Juli 2018, 07:00 Uhr

Dr. Norbert Nieszery (57), Pellworms neuer Bürgermeister, ist auch der neue Vorsteher des Amtes Pellworm – des kleinsten in der Republik, wie immer wieder betont wurde. In der konstituierenden Sitzung – für diesen Tagesordnungspunkt übernahm Martin Jansen als Ältester die Leitung – wurde er einstimmig von den Gremiumsmitgliedern gewählt und tritt damit die Nachfolge von Matthias Piepgras an, der das Amt fünf Jahre inne hatte. Ihm zur Seite stehen – ebenfalls von der Versammlung gewählt – Heike Hinrichsen (Bürgermeisterin von Langeneß und Oland) als erste Stellvertreterin sowie Martin Jansen als zweiter Stellvertreter. Dem Gremium gehören weiterhin Katja Just (Hooge) und Jürgen Kolk (Gröde) an.

„Vielen Dank für das Vertrauen“, sagte Dr. Nieszery nach seiner Wahl. Der gebürtige Schleswiger und frühere Berufspolitiker (2002 bis 2016 Abgeordneter im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns, seit 2008 dort SPD-Fraktionsvorsitzender) stellte sich in einem ausführlichen Lebenslauf erst einmal vor (wir berichteten).

Nachdem alle Ausschussmitglieder ihre Amtseide geleistet hatten oder verpflichtet wurden, hieß es Abschied nehmen von Jürgen Feddersen, Volker Mommsen und Matthias Piepgras. „Es ist das erste Mal, dass ich in der Runde sitze, und außer Matthias Piepgras und Jürgen Feddersen kenne ich hier niemanden so gut“, gab der neue Amtsvorsteher Norbert Nieszery unumwunden zu. Darum wolle er die Laudatio für die Drei an Heike Hinrichsen übertragen. Doch eines lag ihm zuvor noch am Herzen – ein Lob: „Sie haben viele Jahre und Jahrzehnte in Ihren Ämtern unschätzbare Dienste an der Basis geleistet.“ Das sei häufig sehr viel schwieriger als aus der Ferne. Und: „Sie haben einen unschätzbaren Dienst am Fortbestand der Demokratie geleistet.“ Dafür danke er den Scheidenden.

Ausführlich listete Heike Hinrichsen noch einmal die Verdienste von Jürgen Feddersen, Volker Momsen und Matthias Piepgras auf, erinnerte an Feddersens zahlreiche Ämter und Funktionen auf Landesebene und in der Region sowie seine 20-jährige Arbeit als Bürgermeister Pellworms und Amtsvorsteher. Sie erinnerte daran, dass Volker Momsen 1988 als jüngster Bürgermeister angetreten war und 30 Jahre lang die Gemeindeversammlung auf Gröde – einer „Mikrowelt“ – geleitet hatte. Und sie lobte seine Arbeit im Amtsausschuss: „Die Zusammenarbeit war immer toll, Du warst unser Ruhepol am Ende langer Diskussionen. Jetzt hast Du Dir eine Auszeit verdient.“ Auch Matthias Piepgras’ Ehrenämter rief Heike Hinrichsen ins Gedächtnis, darunter Amtsvorsteher, Bürgermeister Hooges sowie Kreistagsabgeordneter. Sie sprach die vielen Gespräche mit ihm an. „Du warst für uns ein Zugpferd, gemeinsam haben wir viel vorangebracht.“

Die Drei ließen es sich nicht nehmen, zu antworten. „Die Zusammenarbeit war phänomenal“, erklärte Matthias Piepgras. Es habe aber auch schwere Momente gegeben, räumte er ein. Doch man habe die Anlaufschwierigkeiten gut geschafft. „Wir sind das kleinste Amt, haben aber eine große Aufmerksamkeit.“ Die fünf zurückliegenden Jahre bezeichnete er als lebensprägend. Doch: „Ohne Gesundheit ist alles nichts. Endlich kann man auch mal loslassen.“

Jürgen Feddersen dankte zuerst der Stadtverwaltung Husum. „Das war eine Herausforderung für Euch und für uns, denn wer will schon vier Bedarfsgemeinden in seiner Verwaltung haben.“ Und mit einem Lachen fügte er hinzu: „Insgesamt habt Ihr Euch schon Mühe gegeben.“ Er persönlich blicke auf 40 Jahre politische Arbeit mit vielen interessanten Begegnungen zurück. „Es hat mir nie leid getan.“

„Ein bisschen Wehmut ist dabei“, musste Volker Mommsen zugeben. „Auch, wenn es mir dabei richtig gut geht.“ Die vergangenen Jahre seien manchmal schwierig gewesen, „aber wir haben viel bewegt. Die meiste Zeit hat es mir richtig Spaß gemacht“.

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