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Bewährte Kraft für St. Peter-Ording : Bürgermeister startet in neue Amtszeit

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Er hat sich viel vorgenommen: St. Peter-Ordings Verwaltungschef Rainer Balsmeier wurde offiziell für weitere sechs Jahre verpflichtet. Er dankte für das Vertrauen der Bürger und Politik.

Feierlich fing die Gemeindevertreter-Sitzung von St. Peter-Ording an: Bürgermeister Rainer Balsmeier wurde für seine vierte Amtszeit vereidigt. Sie beginnt am 1. Mai und dauert sechs Jahre. Er ist seit gut 18 Jahren Verwaltungs-Chef des Badeorts, seit 2009 auch Tourimus-Direktor. Einen Blick zurück warf Bürgervorsteher Boy Jöns, der ihn auch vereidigte. „Mein erster Eindruck war, als Sie sich damals vorstellten: Komischer Bart, aber gutes Auftreten, und richtig Moin gesagt hat er auch.“ Der gute Eindruck trog nicht, wie Jöns deutlich machte: „Wir arbeiten wirklich gerne mit Ihnen zusammen.“ Rainer Balsmeier habe viel für die Gemeinde getan, machte Jöns deutlich. Was die Gewerbesteuer betrifft, liegt St. Peter-Ording an der Spitze, was das Aufkommen auf die Einwohnerzahl bezogen betrifft. 2,3 Millionen Euro flossen 2014 in die Gemeindekasse, 1994 waren es umgerechnet 700.000 Euro. Die Zahl der versicherungspflichtigen Beschäftigen sei in diesen 20 Jahren von 1400 auf 2400 gestiegen. „Da ist dank Ihnen wirklich etwas passiert im Ort.“ Balsmeier dankte seinerseits den Bürgern, die ihn Anfang Oktober gewählt hatten und den vier Parteien im Gemeinderat, die sich alle für ihn als Kandidaten ausgesprochen hatten, für das Vertrauen sowie den Fraktionen für die gute Zusammenarbeit. Er warf dann den Blick auf die kommenden sechs Jahre. „Es wird uns nicht langweilig werden.“ Es müsse das Tourismuskonzept von 2006 angepasst , das neue Strandentwicklungskonzept fertig gestellt und über die Großveranstaltungen gesprochen werden. Weitere Themen sind die Gebäudeunterhaltung, vor allen Dingen am Strand, der zweite Bauabschnitt Kurpromenade, die Fortführung der Bauleitplanung, die Fusion der beiden Bauhöfe, neue Wohnformen wie Betreutes Wohnen, Mietwohnungsbau und den Erhalt der kompletten Schullandschaft im westlichen Eiderstedt. Noch einmal beschäftigen wird ihn und die Selbstverwaltung auch das Thema Strandparken. Der Vertrag mit dem Land, den er 1999 unterschrieben hatte, endet zum 31. Dezember 2019. „Ich hoffe, ich kann meine Unterschrift auch unter den nächsten für weitere 20 Jahre setzen.“ Und Balsmeier erinnerte zum Abschluss: „Es kommt auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Politik an und sie müssen die Bürger mitnehmen, nur dann werden wir den Tourismusstandort weiterentwickeln können.“

Dann kehrte die Gemeindevertretung zum Alltagsgeschäft zurück und arbeitete sich durch die umfangreiche Tagesordnung mit sehr unterschiedlichen Themen. Ein klares Ja gab es für ein Schreiben an die Apothekerkammer, das die SPD-Fraktion eingebracht hatte. Darin wird die Standesvertretung dazu aufgefordert, den Notdienst für St. Peter-Ording anders zu regeln. Nach dem jetzigen, der seit dem 1. Januar gilt, gibt es so absurde Angebote wie Apotheken auf Pellworm und Helgoland, in Cuxhaven und Friedrichskoog, wie Peter Hansen (SPD) berichtete. Es sollte ein kleinerer Radius angelegt werden, wie er auch für Kleinstädte gilt. Darin enthalten wären insgesamt acht Apotheken in St. Peter-Ording, Garding, Tönning und Wesselburen.

Ein einstimmiges Ja gab es auch zu einer Verwaltungsvereinbarung mit dem Kreis Nordfriesland. Dabei geht es um die lang ersehnte Sanierung der Böhler Landstraße. Nachdem das Land sich aus der Finanzierung zurückgezogen hat, teilen sich Gemeinde und Kreis die Kosten von 5,12 Millionen Euro. Der Kreis übernimmt 2,8 Millionen, die Kommune 2,382 Millionen Euro. Die Arbeiten sind auf drei Jahre veranschlagt und sollen im Herbst beginnen. Autofahrer und Anlieger müssen sich auf einige Behinderungen einstellen, die Anwohner werden außerdem zur Finanzierung des Gemeindeanteils herangezogen. Es werde dazu eine Einwohnerversammlung geben, kündigte Balsmeier. „Wir sind dem Kreis sehr dankbar, dass er das Projekt so mitträgt“, sagte Jöns.

Positiv war das Votum auch für den Wirtschaftsplan der Tourismus-Zentrale und der Haushaltsplan der Gemeinde (wir berichteten). Peter Hansen mahnte bei der Aufstellung des Wirtschaftsplans nicht zu optimistisch bei den witterungsabhängigen Positionen zu werden. Er und Wilhelm Bahrenfuß (AWG) waren sich jedoch einig, dass das Zahlenwerk realistisch aufgestellt ist. „Es ist ein Plan“, sagte Bahrenfuß, „am Ende des Jahres können wir dann jammern oder jauchzen.“ Zum Haushalt bemerkte Georg Werner Jensen (AWG): „Ich bekomme das kalte Grausen, wie den Gemeinden Millionen vom Amt, Kreis, Land und Bund aus der Tasche gezogen werden. Wir bemühen uns einen soliden Haushalt aufzustellen und dann wird uns das Geld – auf gesetzlicher Grundlage – wieder weggenommen.“

Eine längere Diskussion entspann sich um die Teilstilllegung der Straße Bövergeest in Zusammenhang mit der Schließung des Bahnübergangs. Diese hatte die Gemeindevertretung im Oktober 2014 beschlossen – aus Sicherheitsgründen, da in der Nachbarschaft ein neues Wohngebiet entstanden ist, in dem auch Familien mit Kindern leben. Während CDU und SPD sich aus diesem Grund für die Teileinziehung aussprachen, waren die sechs Vertreter von AWG und FDP dagegen. Die Gemeinde beschneide sich damit Entwicklungsmöglichkeiten des Gewerbegebiets, waren sich Reinhard Lucassen, Georg Werner Jensen und Hans Burmeister (FDP) einig. „Und die sind mehr wert als das Geld für eine Blinklicht- oder Schrankenanlage“, so Jensen.

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erstellt am 04.Mär.2015 | 11:00 Uhr

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