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Gefahr für Retter : Bürgermeister sauer auf Gaffer

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Katastrophentourismus in der Gemeinde Reußenköge nach dem Feuer in einer Maschinenhalle empört die Rettungskräfte und die Gemeindeführung.

„Feuer aus“ – heißt es seit vorgestern abend auf dem Gelände des landtechnischen Lohnunternehmens im Sophien-Magdalenen-Koog in der Gemeinde Reußenköge. Fast zwei Tage lang hielt der Brand der Lagerhalle zeitweise mehr als 100 Feuerwehrleute und freiwillige Helfer aus der Bevölkerung in Atem (wir berichteten). „Ich danke allen Blaujacken, Helfern und den Ehrenamtlern des Deutschen Roten Kreuzes aus dem gesamten Amtsbereich Mittleres Nordfriesland und darüber hinaus, dass sie unsere Wehr unterstützt haben. Ich bin froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist“, so Bürgermeister Dirk Albrecht, selbst Feuerwehrmann, in der jüngsten Gemeinderats-Sitzung. Wegen der Brandursache werde weiter ermittelt. Das Betreten des Geländes sei verboten. Der Betrieb gehe aber nach dem ersten Schock, so Albrecht, ab sofort wieder an den Start. Die zerstörten Traktoren und Lastkraftwagen werden vom Inhaber weitestgehend durch Mietfahrzeuge ersetzt. Was nicht nur dem Gemeinde-Chef, sondern Einsatzleiter und Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Reußenköge mehr als sauer aufstieß, war die Tatsache, dass sich relativ kurz nach dem Beginn der Löscharbeiten am Mittwochmorgen ein regelrechter Katastrophentourismus einstellte. Selbst die wegen des Radwegebaus an der Kreisstraße (K  7) errichteten Absperrungen konnten sensationsbedürftige Menschen nicht davon abhalten, diese zur Seite zu schieben und direkt mit dem Auto an den Betrieb heranzufahren, um sogar auszusteigen und Fotos zu machen. Einige hätten sogar versucht, zu Fuß direkt bis zur Brandstelle vorzudringen. Um das zu verhindern, mussten extra Rettungskräfte für diese Aufgabe abgezogen werden. „Sowas kann und darf nicht sein. Sie behindern die Einsatzkräfte und gefährden ihr eigenes Leben“, so Albrecht.

Ein weiteres Ärgernis habe ihn auch beschäftigt. In der Koogshalle sei zweimal innerhalb einer Woche eingebrochen worden. Jedesmal mussten größere eingeschlagene Scheiben ersetzt werden, was unnötige Kosten verursacht habe. Bis auf Schnaps und Süßigkeiten sowie einen Beamer habe der mittlerweile gefasste Dieb nichts mitgenommen. „Ich habe einen Planer gebeten, ein effektiveres Überwachungskonzept zu erarbeiten. Wir sollten die Halle noch besser absichern“, so Albrecht.

Positives hatte der Bürgermeister über den Stand der Bauarbeiten hinsichtlich des Radweges zu verkünden. Die seit etwa zehn Tagen andauernde Vollsperrung der K  7 an der Grenze zwischen dem Sophien-Magdalenen- und Desmerciereskoog (in Höhe Hof Petersen) kann spätestens am kommenden Mittwoch aufgehoben werden. Die Kurve sei wie geplant durch aufwendige Maßnahmen begradigt und entschärft worden. Ab Montag werde mit dem Asphaltieren begonnen. „Die Stelle war wegen des Untergrunds sehr sensibel. Die Firma musste zwei Lagen Vlies in den Boden einbringen“, berichtete der Bürgermeister. Ansonsten sei er zufrieden. Die Arbeiten dürften vor dem Winter abgeschlossen sein. Es gehe ab Mitte der kommenden Woche auf dem restlichen Stück im Desmerciereskoog bis zur Einmündung Landesstraße 278 (Verbindung Struckum – in die Köge) weiter.

Im übrigen werde an einer schöneren Homepage der Gemeinde gearbeitet. Diesbezüglich habe sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich in der kommenden Woche mit einer Fachfrau treffen wird. „Mir sind mehr aktuellere Bilder und bessere Informationen für die Besucher unserer Seite wichtig“, so Albrecht.

Schließlich segnete das Gremium einstimmig die Sanierung und Verbreiterung des Langenhorner Weges ab. Mit 305.000 Euro, so Bürgermeister Albrecht, falle das günstigste Angebot deutlich geringer aus als geplant.

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