Nordfriesland : Bürgerbus soll Lücken im Nahverkehr schließen

So eine gute Nachfrage wünschen sich die Ladelunder auch für ihren Bürgerbus.
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So eine gute Nachfrage wünschen sich die Ladelunder auch für ihren Bürgerbus.

Die Busverbindungen im ländlichen Raum sind mehr als mangelhaft. Besonders für Senioren ohne Auto ist das ein Ärgernis. Daher wollen Seniorenbeiräte in Nordfriesland einen Pendel-Bus organisieren.

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02. Juni 2014, 07:58 Uhr

Ladelund | Gleich mehrere Seniorenbeiräte im Kreis Nordfriesland befassen sich damit, die ausgedünnten Fahrpläne des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) mit einem eigenen Bus-Angebot zu ergänzen. Sie möchten damit Bürgern das Pendeln zwischen ihren Wohnorten und den zentralen Orten erleichtern, damit sie dort Ärzte und Behörden besuchen oder Einkäufe erledigen können – unabhängig von den stark auf die Schülerbeförderung zugeschnittenen Zeiten.

In Hattstedt solle, so berichtete Manfred Wolff vom örtlichen Seniorenbeirat, ein VW-Bus von der Feuerwehr ausrangiert werden. Der Gemeinderat wolle deshalb über eine Vermietung des Busses beraten.

Ausflüge im Bus zur Hamburger Hallig bietet der Seniorenbeirat Bredstedt in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz einmal pro Monat an – die nächsten Termine sind am 11. Juni, 9. Juli, 13. August und 10. September. Ralf Quintus-Winther (Seniorenbeirat Bredstedt) erzählte davon.

Und in Rantrum wird, so die Erläuterungen von Alexander Hirsch vom dortigen Beirat, an einem Pendelbus-Verkehr Rantrum-Husum gearbeitet, vor allem für Einwohner mit eingeschränkter Mobilität.

Kreisweit gesehen ist das Angebot „Bürgerbus“ offenbar in Ladelund am weitesten entwickelt, teilte Jochen-Michael Kleiber im Kreisseniorenbeirat mit. Er rät allen, die einen solchen Service ausarbeiten wollen, sich mit der Gemeinde Ladelund in Verbindung zu setzen. Die sei Träger eines Bürgerbusses, der von einem Verein auf rein ehrenamtlicher Basis eingesetzt werde.

Tatsächlich wartet man in Ladelund nur noch auf das Fahrzeug, das in den nächsten Wochen kommen soll: Es handelt sich um einen achtsitzigen Niederflurbus mit Rampe für Rollstuhlfahrer. Die 90.000 Euro dafür stammen von der Aktiv-Region Nordfriesland-Nord, dem schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium und dem Kreis Nordfriesland sowie von der Gemeinde selbst.

„Unser Bürgerbus versteht sich nicht als Konkurrenz, sondern als Ergänzung zum ÖPNV“, betont Heike Prechel, seit Januar 2013 Vorsitzende des Ladelunder Bürgerbus-Vereins, der zurzeit rund 120 Mitglieder hat, darunter auch Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen und Bürgermeister aus Nachbargemeinden. Mehr als 15 Freiwillige haben sich als Fahrer zur Verfügung gestellt. Spätestens Ende Juli soll der Bürgerbus-Betrieb in Ladelund aufgenommen werden.

Grundlage des Konzepts ist die vertraglich besiegelte Kooperation mit der Autokraft GmbH. Deren öffentlichen Angebote sollen ergänzt werden durch andere Fahrzeiten und weitere Haltestellen. So hält der Ladelunder Bürgerbus auch vor Seniorenwohnheimen. Heike Prechel kann sich gut vorstellen, dass auf diese Weise den Bewohnern ein Besuch in ihrem Heimatdorf erleichtert werden könnte.

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