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Erneuerbare Energie im Angebot : Bürger sorgen selbst für Energie

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

In Breklum soll eine zweite Genossenschaft ins Leben gerufen werden, die sich um die Vermarktung von regenerativer Energie kümmert. Sie hat ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien im Angebot.

Im vergangenen Jahr wurden die Bürger-Gemeindewerke Breklum gegründet. Sie sind mit ihrem Konzept, der Lieferung von CO2-freier Nahwärme aus erneuerbaren Energien auf Erfolgskurs. Wie berichtet, soll in diesem Frühjahr in der Kirchenstraße mit der Installation des Wärmenetzes begonnen werden. Viele Abnehmer und künftige Kunden haben sich mit einem Anteil an der Genossenschaft beteiligt. Auf lange Sicht ist geplant, die gesamte Gemeinde einzubinden. Technisch ist das möglich. Doch das ist dem Mitgeschäftsführer Frank van Balen, Betriebswirt für Facility Management und zertifizierter Energieberater, nicht genug.

Um in Zukunft Wärmenetze flächendeckend in Schleswig-Holstein zu fördern und als Nachfolge-Geschäftsmodelle der Bürger-Wind-Energie zu etablieren, befindet sich derzeit eine weitere Genossenschaft – sie ist von den BürgerGemeindeWerken Breklum vollständig unabhängig – in der Gründungsphase. Der Arbeitstitel lautet „Meine Stadtwerke eG“ und wird als nordfriesische Energiemarke von Windmüllern und Mittelständlern der Energiebranche aus der Region, an den Start gehen. Ab Ende März kann sogar schon Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien und CO2-neutral gestelltem kompensiertem Gas geliefert werden, und zwar deutschlandweit. Im Preis jeder Kilowattstunde (kWhH), die die Verbraucher abnehmen, so van Balen, sei bereits ein Förder-Anteil enthalten, der ausschließlich und unkompliziert in Projekte der Sektorenkopplung, speziell CO2-freie Wärmenetze in Bürgerbeteiligung und E-Mobilität, investiert werden soll, denn das werde primär die Hauptaufgabe sein.

Sobald die Gesellschaft in trockenen Tüchern ist, wird sie eine erste Machbarkeitsstudie mit 5000 Euro finanzieren, damit sich dann daraus, bei positivem Ausgang, eine weitere Bürgergesellschaft etablieren kann. „Bei unseren angepeilten Umsätzen werden wir in kompletten Geschäftsjahren zwischen fünf und zehn Projekte unterstützen können.“ Warum er das Konzept auf den Weg brachte, erläutert van Balen wie folgt: „Aus meinen Erfahrungen heraus scheitert der Aufbau von Nahwärmenetzen in Bürgerbeteiligung zunächst am Geld für eine solide Machbarkeitsstudie. Es gibt von Vater Staat leider keine passende Förderform für diese wichtige Phase von Bürgerbeteiligungs-Projekten, obwohl immer propagiert wird, dass solche Netze von Bürgerhand betrieben werden sollen.“ Da gebe es eine Lücke im System.

Wichtig sei ihm auch, dass die neue Genossenschaft nicht der „950. Energieversorger“ wird, sondern tatsächlich die Entwicklung und Wertschöpfung in Schleswig-Holstein unterstützt. „Meine Stadtwerke eG“ ist bisher nur der Arbeitstitel. Eine der ersten Aufgaben der Gründungsmitglieder werde es sein, so van Balen, einen passenden Namen für die neue Gesellschaft zu finden. Er hoffe, dass die Gründung bald erfolgen könne. In diesen Tagen sollen weitere Gespräche mit Gründungsgenossen stattfinden. Mit im Boot werden künftig sowohl Interessenten aus der Windbranche sowie regionale mittelständische Betriebe der Energiebranche als auch Privatpersonen als Gründungsgenossen und Konsumenten sein. „Jeder kann sich beteiligen“, van Balen. Info unter Telefon 04671/9337800.






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