Premiere im Markt-Treff : Bürger-Information auf der Baustelle

Zwischen hängenden Kabeln   gab Horst Feddersen seinen Bericht ab.
Zwischen hängenden Kabeln gab Horst Feddersen seinen Bericht ab.

Rantrums Bürgermeister hielt die erste Einwohnerversammlung im noch nicht ganz fertigen Markt-Treff ab. Mehr als 200 Bürger waren gekommen, um sich über die Lage der Gemeinde informieren zu lassen.

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10. März 2014, 11:00 Uhr

Noch fehlen Regale und Kühleinrichtungen – doch der große Raum lässt die Fläche des Markt-Treff-Supermarktes bereits erahnen. Statt geneigter Kundschaft war diesmal die Einwohnerschaft zu Gast – und das in sehr großer Zahl. Bürgermeister Horst Feddersen führte durch die Veranstaltung und überbrückte stimmgewaltig auch den dreimaligen Ausfall der Technik.

Auf 2,2 Millionen Euro belaufen sich die Kosten für den Markt-Treff, 750.000 Euro Zuschuss fließen. „Da ist alles drin. Wenn alles so läuft wie bisher, werden wir die Summe vielleicht noch unterbieten können.“ Zweimal wöchentlich soll die Schlachterei Nehlsen mit dem Verkaufswagen vorfahren, einmal wöchentlich ein Fischhändler. Frage eines Bürgers: „Was wird passieren, wenn der Markt-Treff nicht läuft?“ „Außer beten können wir nicht viel tun. Je besser der Laden läuft, je mehr Pacht nehmen wir ein, die Verantwortung liegt also ein Stück weit bei der Bevölkerung.“ Am 15. April soll der Markt-Treff fertig sein. Kaufmann Michael Otto, der Geschäfte in Hattstedt, Oldersbek sowie im Zentrum von Rantrum betreibt, wird mit einem Topkauf-Markt einziehen.

„Es läuft im Moment ein Verfahren gegen zwei Gemeinderats-Mitglieder. Was an Verdächtigungen und Niedertracht über meine Person gesagt wird, ist ungeheuerlich und unwürdig.“ An dieser Stelle brandete Beifall auf. Im weiteren Verlauf rechnete der Bürgermeister vor: „500.000 Euro haben wir in das Schwimmbad investiert, der Unterschuss 2013 beträgt 20.000 Euro, wir werden die Eintrittspreise anheben müssen.“ Im Kindergarten sind alle Gruppen voll belegt, der Umbau hat 380.000 Euro gekostet. Die Schule muss mehr als 80 Schüler behalten, sonst wird sie geschlossen, im Moment sind dort 90 Schüler.

Zur Windkraftauseinandersetzung: „Ihr alle hier könnt mir glauben, in diesem Bereich erlebt man Menschen, deren Habgier unglaublich ist. Ich möchte das hier nicht vertiefen, dann geht ihr alle mit einem schiefen Bild vom Menschen nach Hause. Wenn alles klappt, werden wir sechs Anlagen im Windpark 3 bauen und eine Anlage einer privaten Gesellschaft. Da bekommen wir jährlich 200.000 Euro Gewerbesteueranteil“, den können wir gut gebrauchen.“

„Wenn wir im neuen Baugebiet Grundstücke verkaufen (Quadratmeterpreis 57 Euro) dann kommen 2,1 Millionen in die Gemeindekasse, davon geht eine Million für Planung und Durchführung ab. Wir schließen unseren Haushalt mit 90.000 Euro, die wir nicht ausgleichen können. Auf Nachfrage erläuterte Feddersen den Drei-Millionen Euro-Schuldenstand: „Das sind rentierliche Schulden, darin ist die Reithalle enthalten, die wir für 1,3 Millionen Mark gebaut haben, und die der Reitverein abzahlt. Darin ist auch der Einkaufsmarkt enthalten, der über die Pacht getilgt wird.

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