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Demonstration in Simonsberg : Bürger gehen gegen Maststall auf die Straße

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Rund 60 Erwachsene und Kinder protestierten gegen die Erweiterung der Schweinemast-Anlage im Ortsteil Finkhaushallig. Sie sorgen sich um die Folgen für Luft und Grundwasser sowie um das Tierwohl.

shz.de von
erstellt am 13.Jan.2014 | 07:00 Uhr

Simonsberg | „Gute Luft für Finkhaus“ – unter diesem Motto protestiert die gleichnamige Bürgerinitiative (BI) gegen das Vorhaben eines Simonsberger Landwirts, seinen im Ortsteil Finkhaushallig gelegenen Betrieb auf 2986 Mastschweine zu vergrößern. Am Sonnabend hatten sich rund 60 Demonstranten in der Wohnsiedlung Rieke Reech versammelt, die 500 Meter östlich von dem Bauernhof liegt, um ihre Position deutlich zu machen.

„Jeder Neubürger in Finkhaus hat gewusst, dass es dort Landwirtschaft gibt und erträgt ja auch die Geruchsbelästigungen, wenn Gülle umgepumpt oder auf die eigenen und dazu gepachteten Flächen des Landwirts ausgebracht wird“, betont die BI. Die Sprecherinnen Britta Pohns und Ann-Kristin Thun stellten bei der Protestaktion im Wohngebiet jedoch klar, dass eine industrielle Massentierhaltung nicht akzeptiert werde. „Die Geruchsbelästigung hat die Grenze der Belastbarkeit erreicht, mehr geht nicht“, sagte ein Mitdemonstrant. Für die Bürgerinitiative stellt sich die Frage, wie der Landwirt sein Versprechen einlösen will, die Belastung für die Anwohner und die Natur gering zu halten. „Die effektivste Lösung wäre eine Filteranlage, die jedoch in Schleswig-Holstein noch nicht vorgeschrieben ist“, so Pohns. Die Bürgerinitiative kritisiert, dass bei der Landesregierung derzeit an einem Filtererlass gearbeitet werde, der unter Umständen erst bei Betrieben mit 3000 und mehr Mastschweinen greifen soll. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gebe es dagegen bereits einen entsprechenden Erlass ab 2000 Tieren. „Dies ist auch der Grenzwert, nach dem laut Definition der Europäischen Union von Massentierhaltung geredet werden muss“, darauf verweist Ann-Kristin Thun.

Sie präsentierte außerdem ein Argument, dass ihrer Ansicht nach gegen die Erweiterung spricht. „Laut Landesentwicklungsplan für Schleswig-Holstein von 2010 stuft das Land unsere Region als Entwicklungsraum für Tourismus und Erholung ein.“ In diesem Zusammenhang möchte sich die Bürgerinitiative einbringen: „Unser Ziel ist es, mit der Gemeinde ein Konzept Simonsberg 2020 zu erarbeiten.“ Dabei solle es um die Lebensqualität aller Bürger gehen. „Natürlich brauchen wir Landwirtschaft. Die Frage ist nur, in welcher Form.“

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