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Husumer Jazzfest : Bühne frei für magische Momente

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Vorbereitungen für das 3. Husumer Jazzfest am 12. März laufen auf Hochtouren: Mit dabei sind unter anderem ein 19-jähriger Ausnahmepianist und die „kleinste Big-Band der Welt“.

„Jazz ist nicht das, was du machst, sondern wie du es tust“, sagte einst der berühmte amerikanische Jazz-Pianist Fats Waller (1904 bis 1943). Damit bringt er es auf den Punkt: Jazz gilt als eine der freiesten musikalischen Ausdrucksformen überhaupt, die geprägt ist von Spontaneität, Kreativität und Improvisation. „Und Jazzmusik, die oftmals im Schatten des Pop steht, kann immer eine Bühne gebrauchen“, ist der Leiter der Kreismusikschule Nordfriesland, Henning Bock, überzeugt. Zusammen mit Saxofon- und Klarinettenlehrer Thomas Vester, der in Husum, Niebüll und Westerland rund 45 Schüler unterrichtet und mehrere Bands betreut, organisiert er die dritte Ausgabe des Husumer Jazzfestes. Es findet am Sonnabend, 12. März, im Rittersaal des Husumer Schlosses statt.

„Wir wollen Jazz Baltica und anderen tollen Jazz-Veranstaltungen hier in der Region keine Konkurrenz machen – das Husumer Jazzfest soll nur eine Ergänzung sein“, macht Vester deutlich. Rund 100 Musikfreunde konnte das Team der Kreismusikschule im vergangenen Jahr mit der Veranstaltung begeistern. Nun hoffen die Organisatoren, dass es 2016 noch mehr werden. „160 Leute passen bestimmt in den Rittersaal“, so Bock augenzwinkernd.

Mit dabei sind diesmal vier regionale und überregionale Jazz-Formationen. Das Besondere am Jazzfest sei, dass es sich nicht einfach nur um ein Konzert handele, erklären die beiden. Auch ein Workshop wird angeboten – und dessen Ergebnisse werden am gleichen Abend vor großem Publikum präsentiert. Von der Musik-Werkstatt wird vor allem die Jazz-Bigband der Husumer Theodor-Storm-Schule (TSS) profitieren. Jazz-Pianist Eric Staiger gibt den Gymnasiasten wertvolle Tipps und berichtet von seinen Erfahrungen. Der 19-Jährige gilt als Ausnahmetalent. Schon während seiner Schulzeit begann er ein Jazzklavier-Studium an der Musikhochschule Hamburg. Zudem ist er Preisträger des Jazz-Baltica-Förderpreises 2013 und gewann 2014 den Skoda Jazzpreis mit seiner Bigband. Zuschauer sind beim Workshop, der am Konzerttag ab 15 Uhr im Rittersaal stattfindet, herzlich willkommen.

Die TSS-Bigband, die unter der Leitung von Jan Hahn musiziert, eröffnet denn auch das Konzert, das um 19 Uhr beginnt. Das Nachwuchs-Ensemble schlägt einen Bogen über 80 Jahre Jazz-Geschichte – von Swing-Klassikern der 1930er-Jahre bis hin zu modernen „Sound Monstern“. Dirigiert werden die Schüler von Eric Staiger. Der Hamburger wird an dem Abend außerdem gemeinsam mit Thomas Vester auf der Bühne stehen. Die beiden haben ein Programm aus Klassikern und modernen Jazzstandards zusammengestellt. Ihr Ziel: Sie wollen die berühmten Magic Moments auch auf das Publikum übertragen. „Jazz ist wie eine Droge für mich. Das erste Live-Konzert hat mich auf Lebenszeit gefesselt. Die Interaktion zwischen den Musikern auf der Bühne hat etwas Magisches – Magic Moments eben“, erklärt Vester. Der 51-Jährige, der im Saarland aufgewachsen ist und nun auf Sylt wohnt, hat mit zwölf seine ersten musikalischen Erfahrungen mit der Klarinette gemacht. Mit 16 Jahren wechselte er zum Saxofon. „Das war plötzlich spannender als die Klarinette, allein schon, um den Mädels zu imponieren“, sagt er und grinst.

Auftreten wird zudem das Quintett „Vilou & the Gipsy Gentlemen“, das mit einer Mischung aus Jazz, Swing und Gipsy aufwartet. Zum Ensemble gehört Kristofer Vio, der als Kreismusikschul-Lehrer Violine auf Föhr unterrichtet. Die Musiker wechseln sich mit Soli ab, während Sängerin Lou mit viel Witz und Ironie in meist deutschsprachigen Liedern einen verschmitzten Blick auf den Alltag wirft.

Mit von der Partie ist auch das Jazz-Duo „Zweigang“, das als „die kleinste Bigband der Welt“ gehandelt wird. Die beiden Husumer Jazzmusiker Gerd Beliaeff (Posaune) und Martin Sanders (Gitarre) sind bekannt für ihre musikalische Intuition und lebendige Improvisation. Spirituelles steht bei dem Duo genauso im Mittelpunkt wie jazzrockiger Groove.

Karten gibt es im Vorverkauf in der Husumer Schlossbuchhandlung.

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erstellt am 08.Mär.2016 | 15:00 Uhr

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