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Mehr Platz für die Jugendherberge : Bücherei zieht ins Rathaus um

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im Sommer soll die städtische Bücherei Friedrichstadt ihren Sitz am Stapelholmer Platz aufgeben. Sie zieht in das Rathaus am Marktplatz um. Die Jugendherberge übernimmt die Räume der Bücherei.

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erstellt am 05.Jan.2016 | 17:22 Uhr

Bis zum Oktober 2013 war die Welt im Friedrichstädter Rathaus noch in Ordnung. Der Verwaltungssitz im Stadtzentrum am historischen Marktplatz wies so gut wie keine leeren Räume auf, obwohl seit der Verwaltungsstruktur-Reform der Großteil der Arbeitsplätze in das Amt Nordsee-Treene nach Mildstedt verlagert worden waren. Dann wurde aber im Oktober das Hauptstandesamt aus dem Rathaus abgezogen und ebenfalls nach Mildstedt verlegt. Seither kämpft die Stadt gegen den Leerstand, bislang vergebens.

Nun scheint aber eine Lösung in Sicht, die erstmals bereits vor drei Jahren von Bürgermeister Eggert Vogt vorgeschlagen worden war. Die städtische Bücherei könnte, wenn alles klappt, bereits im Sommer in das Rathaus umziehen. Diesmal, so sagt das Stadtoberhaupt, scheine alles so zu funktionieren, wie man es sich vorstelle. Auch die Kosten dürften seiner Einschätzung nach in einem erträglichen Rahmen liegen. Grob schätzt Vogt sie auf rund 30.000 Euro.

Schon 2013 sprach sich der Finanz- und Kommunalausschuss für einen Umzug der Bücherei aus. Der neue Standort hat nämlich viele Vorteile. Er liegt zentral und das städtische Rathaus wäre wieder mit Leben erfüllt. Zudem würden die Betriebskosten für die Stadt erheblich sinken, denn auch wenn gegenwärtig nur wenige Räume genutzt werden, das ganze Gebäude muss geheizt werden. Ein Planer hatte zudem festgestellt, dass die vielen kleinen Räume des Rathauses im Erdgeschoss ohne größerer Probleme in einen großen Büchereiraum verwandelt werden könnten, der Großteil der störenden Wände sei leicht zu entfernen. Dann allerdings machten die Statiker den Kommunalpolitikern einen dicken Strich durch die Planung. Da das Rathaus teilweise unterkellert ist, tauchten Zweifel an der Standfestigkeit des Gebäudes bei der Einlagerung von tonnenschweren Büchern auf. Die Pläne wurden vorerst begraben.

Nun allerdings, berichtet Vogt, sei festgestellt worden, dass dort, wo die Bücherei entstehen solle, kein Keller existiere, sondern nur im vorderen Gebäudeteil. Damit konnten die Pläne für den Umzug der städtischen Bücherei wieder hervorgeholt werden.

Und auch ein weiterer Interessent tauchte auf, das Jugendherbergswerk. Denn unmittelbar an die Jugendherberge Friedrichstadt grenzt die bisherige Stadtbibliothek. Sprecherin Jessica Backhus bestätigt, dass das Herbergswerk die Räume der Bücherei sehr gern übernehmen würde. Dort könnte nach den ersten Vorstellungen ein großer Mehrzweckraum eingerichtet werden. „Wir benötigen speziell für Chöre und Theatergruppen größere Räume, die haben wir gegenwärtig nicht. Das wäre also für uns ideal“, sagt Jessica Backhus. Das Jugendherbergswerk warte nun auf die offizielle Mitteilung der Stadt, doch habe man schon nach den ersten Gesprächen Ende vergangenen Jahres großes Interesse bekundet.

Das Gebäude soll nach den Vorstellungen der Stadt dem Jugendherbergswerk quasi kostenlos überlassen werden, denn die Sanierung wäre für die Stadtkasse viel zu teuer, zumal auch noch kein weiterer künftiger Verwendungszweck gefunden sei. Und, so argumentiert der Friedrichstädter Stadtrat, von Gruppen, die sich in der Jugendherberge aufhalten, profitiere schließlich die ganze Stadt.

Ein genaues Datum für den Umzug der Stadtbücherei in das Rathaus gibt es noch nicht, doch hofft Bürgermeister Eggert Vogt, dass er sich größtenteils mit Bordmitteln bewerkstelligen lasse. Er denke da besonders an den Bauhof. „Wenn die Bücherei erst im Rathaus ist, dann sind wir wieder voll belegt. Mit dem Bürgerbüro, der Volkshochschule und der Bücherei“, freut sich Vogt. Lange hatte die Stadt versucht, auch andere Institutionen in das Gebäude zu locken, zumal es modernisiert worden ist. Verhandlungen mit der Polizei scheiterten, da das Kieler Innenministerium lieber am alten Standort festhalten wollte.

Die Jugendherberge Friedrichstadt muss dann im Herbst ihre Informationsbroschüre erneuern. Denn dort heißt es bislang: Ruhige Lage am Rande der Altstadt, 112 Betten in Vier- und Sechsbettzimmern, Duschen und WC auf dem Flur, Leiterzimmer mit eigenen Sanitäranlagen, vier Tages- und ein Clubraum im Neubauteil, Erdgeschoss für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen geeignet und abwechslungsreiche Vollverpflegung. Ergänzt werden muss die Broschüre dann um den Punkt: Große Mehrzweckräume für größere Gruppen.

 

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