Brückenschlag für den Ernstfall

Erste Hilfe: Die  Feuerwehrmänner versorgten die Verletzten, bis die Rettungswagen eintrafen. Foto: hem
Erste Hilfe: Die Feuerwehrmänner versorgten die Verletzten, bis die Rettungswagen eintrafen. Foto: hem

Einsatzkräfte aus Nordfriesland und Dithmarschen sowie eine Rettungshundestaffel aus dem Kreis Schleswig-Flensburg üben gemeinsam

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12. September 2012, 06:16 Uhr

Friedrichstadt/Lunden | Die Kommunikation vom Gruppen- bis zum Einsatzleiter in der technischen Einsatzleitung stand bei der Großübung "Brückenschlag" im Mittelpunkt. Bereits im Oktober 2010 wurde ein derartiges Landkreis übergreifendes Manöver abgehalten. Beteiligt waren erneut Nordfriesland und Dithmarschen; zusätzlich waren diesmal mit der Johanniter-Rettungshunde-Staffel mit sechs Tieren auch Kräfte aus dem Kreis Schleswig-Flensburg dabei.

"Nordfriesland und Dithmarschen waren ja immer Gebiete, die erst zueinander finden mussten", befand Lundens Bürgermeisterin Renate Walter in ihrer Ansprache als Gastgeberin. Und deshalb seien solche Großübungen ganz wichtig. An mehreren Einsatzorten zwischen Friedrichstadt und Lunden mussten Feuerwehr und Rettungskräfte ihr Können zeigen.

Neben zahlreichen Bürgermeistern verfolgte auch viel Feuerwehr-Prominenz das Geschehen, darunter Amtswehrführer Max Ploog (Amt Eider) und Stellvertreter Jens Preusler, Amtswehrführer Manfred Aberle (Amt Nordsee-Treene) samt Stellvertretern Hans-Hermann Rudolph und Hans-Detlef Norden sowie der stellvertretende dithmarscher Kreiswehrführer Klaus Vollmert. Zudem waren DRK-Kreisbereitschaftsleiter Karsten Marktscheffel, sowie die DRK-Ortsverbände Lunden, St. Michaelisdonn und Brunsbüttel mit fünf Rettungsfahrzeugen und 16 Mann vor Ort, während die Polizei die Einsatzgebiete sicherte und den Verkehr regelte.

Bereits seit Juni waren der stellvertretende Amtswehrführer Jens Preusler aus Hemme und Lundens Wehrführer Frank Förthmann mit den Planungen für den kreisübergreifenden "Brückenschlag" beschäftigt, bei dem auch der Rettung Verletzter große Bedeutung zukam. "Und dann wollen wir natürlich auch die kreisübergreifende Zusammenarbeit analysieren und verbessern", beschrieb Preusler eine weitere Zielsetzung.

Denn während die Einsatzkräfte aus Dithmarschen ihr tägliches reales Einsatzgeschehen über die Leitstelle West in Elmshorn abwickeln, werden ihre nordfriesischen Kollegen im Ernstfall über die Leitstelle Nord in Harrislee alarmiert. An diesem Abend bestand jedoch eine neue Einigkeit, denn der gesamte Betrieb wurde über eine eigene Leitstelle durch den TEL-Einsatzleiter Jens Anderson auf einem gemeinsamen Funkkanal abgewickelt.

Die NF-Wehren aus Friedrichstadt, Koldenbüttel, Seeth und Drage arbeiteten so mit den dithmarscher Wehren des Löschzuges "Eider 1" (Lunden) sowie "Eider 3" (Lehe und St. Annen) zusammen.

Die Palette an Übungsszenarien war dann auch umfangreich. So mussten diverse Brände in größeren Häusern bekämpft werden, oder es wurde ein Amoklauf mit Verletzten und in Panik geratenen Kindern simuliert. Die zahlreichen "Verletzten" stellte die Feuerwehr Hemme.

Für die realitätsnahe Herrichtung der Kameraden sorgte Tobias Josupeit vom Jugendrotkreuz Dithmarschen. Angesichts des Großaufgebotes von Feuerwehr- und Rettungswagen überraschte es nicht, dass sich rasch zahlreiche Zuschauer einfanden, die den Ablauf aber nicht störten.

Diese sahen, dass die Einsatzkräfte eine gute Betreuung der Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungswagen leisteten. Allerdings fiel auf, dass es teilweise recht lange dauerte, bis die Rettungsfahrzeuge eingetroffen waren. "Wir haben die Hilfeersuchen in der TEL dokumentiert und liegen innerhalb der Hilfsfristen", versicherte Preusler aber. Und wenn es doch länger gedauert haben sollte, sei nicht auszuschließen, dass die Anforderungen erst verspätet durchgegeben worden seien. Der DRK-Kreisbereitschaftsleiter Karsten Marktscheffel zeigte sich allerdings mit der Übung zufrieden. Zudem kam es während des mehrstündigen Ablaufes noch zu zwei Ernstfalleinsätzen, die aber problemlos verliefen.

Nicht nur die Planung dieser Großübungen, die, so die Beteiligten einhellig, fester Bestandteil bleiben sollen, liegt abwechselnd in nordfriesischen und dithmarscher Händen - auch das abschließende gemeinsame Essen wird wechselseitig bezahlt. Diesmal war Lundens Bürgermeisterin zuständig.

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