Friedrichstadt : Brücken für die Zukunft

Der vierjährige Eike Gerdes machte den Anschnitt: Das Hotel Zur Treene in Schwabstedt stiftete die originelle Torte mit dem Schriftzug „Zukunftsstadt Friedrichstadt“.
Der vierjährige Eike Gerdes machte den Anschnitt: Das Hotel Zur Treene in Schwabstedt stiftete die originelle Torte mit dem Schriftzug „Zukunftsstadt Friedrichstadt“.

Erste Erfolge machen Mut: In der ehemaligen Synagoge wurden die Zwischenbilanz für das Projekt „Zukunftsstadt Friedrichstadt“ und Spielplatzpläne vorgestellt.

shz.de von
25. Juni 2018, 11:00 Uhr

Einen gemeinsamen Kraftakt vollziehen zur Zeit die Stadt Friedrichstadt, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürger, um ihre Stadt nach vorne zu bringen. Die ersten Schritte sind getan, die ersten Erfolge verbucht. Nach der Erarbeitung eines Konzeptes zur Umsetzung der entwickelten Visionen geht es nun mit Hochdruck in die dritte Phase des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“, zu dem das Bundesministerium für Bildung und Forschung aufgerufen hatte.

„Friedrichstadt befindet sich im Wandel, auch wenn das Step by Step passiert“, zog Stadtmanagerin Kerstin Lamp Zwischenbilanz und informierte über die nächste Phase, wenn das kleine Friedrichstadt zu 22 deutlich größeren Mitbewerbern in Konkurrenz tritt. Als anstehende Themen listete Lamp unter anderem Städtebauförderung und Denkmalschutz, die Vernetzung mit anderen Kommunen, Strahlkraft und Werbeeffekt der Grachtenstadt und die Suche nach einem Identifikation stiftenden Element auf. „Nur acht Kommunen kommen im Wettbewerb weiter, aber wir werden uns anstrengen“, so die Stadtmanagerin.

Etliche interessierte Bürger waren zu der Veranstaltung in der ehemaligen Synagoge erschienen, ging es doch nicht nur um die Präsentation des aktuellen Stands bei den Ideen und Projekten, sondern auch um den Spielplatzentwurf Seebüll und die Erkenntnisse und Ergebnisse der HafenCity Universität Hamburg, die Prof. Dr. Bernd Kniess mit Studenten der Fachrichtung „Urban Design“ bei einem intensiven Vor-Ort-Studium in Friedrichstadt gewonnen hat. Untermauert mit Fotos, Kartenmaterial, Zahlen und Fakten sowie drei Fallbeispielen effektiver Nutzung historischer Gebäude in der Altstadt, machte Prof. Kniess in seinem Vortrag das vielfältige Potenzial der Grachtenstadt sichtbar. Das liege, so Kniess, nicht zuletzt in der gut erhaltenen städtischen Block-Struktur des historischen Kerns, die eine optimale Verbindung von Arbeit, Wohnen und Tourismus auf engem Raum möglich mache. Hier gelte es, bereits vorhandene Gebäude innovativ umzugestalten und zu nutzen, statt in die Fläche auszuweichen und neu zu bauen. „Das Potenzial ist da“, so Kniess. Und werde auch genutzt, wie jüngst die positiven Beispiele der Hotels „Mooi“ und „Klein Amsterdam“ am Marktplatz zeigen.

Auf großes Interesse stieß der Spielplatzentwurf Seebüll, den Landschaftsarchitekt Johannes Karl vorstellte. Das weitläufige, verkehrsgünstig gelegene Gelände hinter der Friedrichstädter Rudergesellschaft, das zurzeit nur wenig zu bieten hat und bei Regen oft großflächig überschwemmt ist, soll künftig dank privater Sponsorengeldern in Höhe von 345.000 Euro in ein abwechslungsreiches Spielgelände für Kinder und Jugendliche verwandelt werden. Mit Sandspielplatz, Balancieranlage, Kletterpyramide, Seilbahn und Rutschenturm werden attraktive Spielstationen geschaffen. „Dafür wird der Fußball-Bolzplatz etwas verlegt“, erläuterte Karl. Zum Highlight für Jugendliche sollen zwei BMX-Dirt-Parks avancieren, die mit ihrem hügeligen Gelände individuelle Pisten ermöglichen. Während ein „Wasserspielplatz als Grachtenmodell“ vorerst Wunschtraum bleibt, soll es mit der Anlage des Spielplatzes Seebüll „noch in diesem Jahr“ losgehen, versprach Johannes Karl.


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