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Schwere Entscheidung : Brücke sanieren oder neu bauen?

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die stark beschädigte Middelbrüch in Friedrichstadt muss saniert werden. Nun überlegen die Kommunalpolitiker, ob sich statt einer Reparatur nicht ein Neubau anbietet. Jetzt werden erst einmal die Kosten ermittelt.

Der Orkan „Christian“, der Ende Oktober über das Land hinwegfegte, beschäftigte wieder einmal die Friedrichstädter Kommunalpolitiker. Denn der Sturm hatte mitten in der Stadt einen Baum entwurzelt. Der Stamm stürzte dabei genau auf Teile der Middelbrüch, die über den Mittelburggraben führt. Der herausgehebelte Wurzelballen sorgte dann für einen Totalverlust, er beschädigte die Brückenlager schwer. Schon Anfang November wurde festgestellt, dass die Beseitigung des Schadens bis zu 40 000 Euro kosten kann. Sollte die Brücke gar komplett erneuert werden, dann muss die Stadt sogar mit 80 000 Euro rechnen. Daher wurde diese Summe auch nachträglich noch in den Haushalt für das Jahr 2014 aufgenommen.

Nun befasste sich der Ausschuss für Bau, Planung und Denkmalpflege im Alten Rathaus erneut mit der Middelbrüch. Allerdings schienen einige Gremiumsmitglieder den Tagesordnungspunkt „Sanierung/Neubau der Brücke Mittelbrüch“ falsch interpretiert zu haben. Bürgermeister Eggert Vogt und Vorsitzender Wilhelm Wieben wollten lediglich den Auftrag für ein Gutachten erhalten. Und dies sollte so kostengünstig wie möglich erstellt werden. Also schlug der Bürgermeister vor, ermitteln zu lassen, was eine neue Stahlbrücke und eine Reparatur der beschädigten Holzbrücke kosten würden. Daraufhin entbrannte eine Diskussion über die Brücken in der Stadt. Wert wurde unisono darauf gelegt, dass es kein Null-Acht-Fuffzehn-Bauwerk werden soll. Die Brücken seien schließlich ein besonderes Merkmal für die Stadt.

Er sei für einen Neubau, unterstrich Ernst-Otto Huß, denn dann hätte man auf Jahrzehnte Ruhe. Dem hielt Jan Norden entgegen, dass die Middelbrüch nicht aus anfälligen heimischen Hölzern gebaut worden sei. „Die besteht aus Bongossi, das hat eine wesentlich höhere Standzeit. Das muss der Gutachter aber auch berücksichtigen.“ Schließlich einigten sich die Ausschuss-Mitglieder darauf, ein Gutachten für rund 2000 Euro in Auftrag zu geben. Festgestellt werden soll darin, ob sich eine Reparatur lohnt und was ein Neubau aus Stahl kosten wird.

Versäumnisse der Vergangenheit holten den Ausschuss jetzt ein. Denn als die Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge Anfang des Jahrhunderts saniert wurde, sei dem Dach keine Aufmerksamkeit geschenkt worden, beklagte Jörn Norden. Nach den beiden schweren Herbststürmen seien Pfannen vom Dach des Hauses geweht worden. Die anschließende Bewertung eines Dachdeckers habe ergeben, dass eine Neueindeckung nötig werde. DasGremium stimmte einstimmig dafür, die Dachreparatur Synagoge im Haushalt 2015 einzuplanen. Der eingebrachte Antrag des Bürgervereins, ein 4500 Quadratmeter großes Grundstück im Neubaugebiet in mehrere kleinere aufzuteilen, da solche nachgefragt seien, wurde abgelehnt. Zur Begründung hieß es, dass dort eigentlich Raum für eine Reihenhausbebauung bestehe, zudem gebe es mehrere größere Grundstücke, die bei Bedarf geteilt werden könnten. Das Gremium einigte sich darauf, dass künftige Interessenten vom Bauamt des Amtes auf diese Möglichkeiten hingeweisen werden sollen.

Das Ordnungsamt wurde beauftragt, zu prüfen, ob eine Baumfällung im unmittelbaren Uferbereich auf dem Halbmond genehmigt sei. Da mehrere Bäume im Schilfgürtel gefällt wurden, hatte ein Zuhörer Bedenken angemeldet. Friedrichstadts Bürgermeister Eggert Vogt unterstrich: „Das war kein Auftrag der Stadt, und es waren auch keine städtischen Arbeiter.“

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