Schnelles Internet : Breitband-Ausbau nimmt Tempo auf

Das Gewerbegebiet in Tornesch-Oha wird flächendeckend mit Glasfaserkabeln versorgt.
Das Gewerbegebiet in Tornesch-Oha wird flächendeckend mit Glasfaserkabeln versorgt.

Detlef Honnens bleibt Chef vom Zweckverband Südliches Nordfriesland. Die Vermarktung der Glasfaser-Anschlüsse soll Mitte Oktober beginnen.

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09. August 2018, 15:00 Uhr

Sie haben die so genannten weißen Flecken im Visier – und wollen, dass sie von der Karte verschwinden. Die Mitglieder des Breitband-Zweckverbandes Südliches Nordfriesland (BZSNF) haben sich zusammengetan, um sich genau um die Ortschaften zu kümmern, die noch weit weg sind vom schnellen Internet. Die 37 Ausbaugemeinden gehören zu den Ämtern Nordsee-Treene, Eiderstedt und Viöl. Ferner sind es die beiden Städte Friedrichstadt und Tönning. Gegründet wurde der Zweckverband am 1. Januar 2017. Er kann von einem Bundesförderprogramm profitieren, das speziell für Regionen auferlegt wurde, die bisher unterversorgt sind und für die in den kommenden Jahren kein privatwirtschaftlicher Ausbau zu erwarten ist.

Von Beginn an ist Detlef Honnens Verbandsvorsteher. Und dass der Koldenbüttler Bürgermeister das auch weiter bleiben soll, beschlossen die Mitglieder in ihrer jüngsten Sitzung im Mildstedter Kirchspielkrug einstimmig. Auch die beiden Stellvertreter sind geblieben. Für Jan Diekmann (Tönning) und Stefan Petersen (Ahrenviölfeld) wurde ebenfalls einstimmig votiert. „Wir sind ein gutes Team“, erklärte Honnens nach seiner Wiederwahl. „Und ich bin davon überzeugt, dass wir das auch die nächsten fünf Jahre sein werden.“

Zu Gast waren an diesem Nachmittag auch die zwei Vertreter des Flensburger Telekommunikations-Unternehmens net Services GmbH & Co. KG. Die Firma, die zur Zeit mehr als 20.000 Kunden hat, konnte den Wettbewerb um einen Betreiber für sich entscheiden. Sie berichteten über den aktuellen Stand der Planungen. „Es steckt schon viel dahinter, was man so planen muss“, erklärte Prokurist René Saupe. „Wir freuen uns unheimlich, den Zuschlag erhalten zu haben. Und ja, es gibt uns wirklich. Wir sind keine Briefkasten-Firma“ , fügte er lächelnd hinzu. Die net services pachtet die passive Netzinfrastruktur des BZSNF, die in den kommenden zwei Jahren gebaut wird, für 25 Jahre und stattet sie als Betreiber mit aktiven Komponenten aus. Man habe für die Region eine neue Marke geschaffen, erläuterte Inga Lassen. Ihr Name: Nordfriesen Glasfaser – Watt’n Netz. Während der Vorvermarktungsphase sei der Glasfaser-Hausanschluss kostenlos. Der Glasfaseranschluss wird bis in jedes Haus gelegt, und der Betreiber zahlt an den BZSNF Pacht, durch die die Ausgaben gedeckt werden sollen. Der Zweckverband muss für das Projekt viel Geld in die Hand nehmen. Eine Hälfte, zirka 15 Millionen Euro, werden durch Fördermittel finanziert, die zweite durch Kredite.

Eine Anschlussquote wurde noch nicht festgelegt. „Ich gehe davon aus, dass wir 55 Prozent festlegen“, sagte Honnens. In die Vermarktung müsse man alle Gemeindevertretungen einbinden. Saupe gab sich zuversichtlich. „Sie stemmen hier eine Riesensache. Es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir die Quote nicht schaffen.“

„Und wann fängt wer jetzt womit konkret an? Was sollen wir unseren Bürgern sagen?“, wollten einige Gremiums-Mitglieder wissen. „Das Marketing soll Mitte Oktober beginnen“, erklärte BZSNF-Geschäftsführer Herbert Lorenzen (Amt Eiderstedt). Außerdem müsse sich ein Planer finden, der sicherlich mehrere Monate brauchen werde. Die Suche nach geeigneten Tiefbaufirmen, die das 923 Kilometer lange Netz aus Glasfaserkabeln errichten sollen, erfolgt durch öffentliche Ausschreibung. „Welche zu finden, ist zwar nicht einfach, ich bin aber trotzdem optimistisch“, warf Honnens ein. Im Laufe der nächsten zwei Jahre werden dann streckenweise Gräben ausgehoben und die Glasfaserleitungen frostsicher verlegt. „Richtung Jahresende können wir den Bürgern sagen, wie der Ausbau genau vonstatten geht“, machte der Vorsteher deutlich. „Die ganzen Verfahren und Prüfungen im Vorwege sind halt unglaublich langwierig. Wenn wir den Startschuss für Anfang 2019 hinkriegen, sind wir gut.“

Zirka 28.700 Einwohner wohnen im Ausbaugebiet. Es gibt rund 7600 Gebäude, also gut 8600 Haushalte und 250 Unternehmen.

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