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Fortschreitender Internet-Ausbau : Breitband auch für Sollwitt

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft will nun die zweite Gemeinde, Sollwitt, mit einem Glasfasernetz ausbauen. Der örtlicher Bürgerwindpark streckt der Gesellschaft das Kapital für die Finanzierung vor.

Relativ gelassen reagiert die Bürger-Breitband-Netzgesellschaft auf den Beschluss der Gemeinde Koldenbüttel. Eigene Wege zu gehen. Denn schließlich, so erläutert Nordsee-Treene -Amtsvorsteher Ralf Heßmann, hätte die Gemeinde auch nicht das Amt mit der Wahrnehmung der Breitbandinteressen beauftragt. Daher sei es legitim, wenn die Kommune nun einen Gutachter beauftragt, der die Möglichkeiten für den Breitbandausbau untersucht. Auch Ute Gabriel-Boucsein, Geschäftsführerin der Gesellschaft, hält diesen Schritt für in Ordnung und befürchtet keine Nachahmer. Denn ihres Wissens baue die dort favorisierte Telekom lediglich bis zum Schaltknoten Glasfaser, dann gehe es üblicherweise mit Kupfer weiter. Zudem, so ist sie überzeugt, sei keinesfalls sicher, dass auch wirklich jedes Haus angeschlossen werde. Und genau dies ist das Ziel der Gesellschaft, die von den Ämtern Eiderstedt, Nordsee-Treene und Viöl sowie den Städten Husum und Tönning vor gut zweieinhalb Jahren aus der Taufe gehoben wurde.

Bislang mit einem Glasfasernetz – und damit mit einem superschnellen Internet – ausgestattet ist die Gemeinde Löwenstedt. Kritik über den langen Zeitraum bis zum ersten ausgebauten Netz hält Ute Gabriel-Boucsein entgegen: „Die Planungen und juristischen Feinheiten haben unendlich Zeit gekostet. Das Bauen selbst, ist eine unserer leichtesten Aufgaben.“

Das will die BBNG jetzt auch in Sollwitt unter Beweis stellen. Denn dort könnte, wenn alles optimal verläuft, die gesamte Gemeinde bereits im Frühjahr des kommenden Jahres mit einem Glasfasernetz ausgebaut sein.

Thomas Hansen, Bürgermeister von Sollwitt und Amtsvorsteher vom Amt Viöl: „Wir haben schon früh für die Zukunft geplant, gleich ein Leerrohr nach Löwenstedt legen lassen.“ Zudem finanziere der Bürgerwindpark Sollwitt, dessen Geschäftsführer Hansen ist, den Glasfaserausbau, beziehungsweise, er stellt der Bürger-Breitband-Netzgesellschaft das Kapital zur Verfügung. Mit 10.000 Euro je Megawatt Leistung ist der Park eingestiegen. „Das war kein Problem, da fast jeder Bürger der Gemeinde auch Miteigner des Parks ist, haben die Einwohner natürlich auch Interesse am schnellen Netz“, erläutert Thomas Hansen. Noch allerdings ist der Ausbau nicht in trockenen Tüchern, wenn auch bereits die Verträge unterzeichnet sind. Voraussetzung, dass Sollwitt ausgebaut wird, ist nämlich eine Anschlussquote von mindestens 68 Prozent. „Und die werden wir locker erreichen“, ist sich der Gemeinde-Chef sicher. Zudem findet heute ab 19.30 Uhr in der Gaststätte Erichsen eine Infoveranstaltung mit der Möglichkeit der Willensbekundung zum Anschluss statt. Weitere Termine sind dann am Mittwoch (27. August) von 17 bis 19 Uhr und am Sonnabend (30. August) von 10 bis 12 Uhr.

„Kleine Gemeinden haben nur dann Zukunftschancen, wenn sie auch für Wirtschaftsunternehmen attraktiv bleiben“, sagt Hansen. Dem pflichtet sein Amtskollege Heßmann bei. „Unser Ziel ist es, das südliche Nordfriesland mit einem schnellen Netz zu versorgen, denn wenn wir schon keine Autobahn haben, dann wollen wir zumindest eine Datenautobahn.“

Und Schnelligkeit bieten die Glasfaserleitungen, die bis in jedes Haus reichen, denn ihre Kapazität ist mit dem gegenwärtigen Internet und Telefon bei weitem noch nicht ausgelastet. Ganz im Gegenteil. Diese Technik sei zukunftsfähig, unterstreichen Aufsichtsratsvorsitzender Olaf Singelmann und Herbert Lorenzen, Amtsdirektor des Amtes Eiderstedt.

Gleichzeitig teilt er mit, dass der Amtsausschuss Eiderstedt dem Beschluss des Viöler Ausschusses gefolgt sei. „Unter dem Vorbehalt, dass die Banken eine Finanzierungszusage für das Projekt abgeben, beabsichtigt der Amtsausschuss, sich mit einem Höchstbetrag in Höhe von 134 Euro je Einwohner und maximal 25 Prozent des für die Finanzierung erforderlichen Eigenkapitals an der BBNG in einem Zeitraum bis voraussichtlich 2021 zu beteiligen.“ Noch sei im Amt Nordsee-Treene kein derartiger Beschluss gefallen, doch habe er Signale der Bürgermeister, dass auch dort so entschieden werden soll, sagte Ralf Heßmann.

Übrigens: Der geplante Glasfaserausbau in der Gemeinde Sollwitt findet wegen der Finanzierungsform quasi außer „Konkurrenz“ statt. Die nächste Glasfasergemeinde soll, wie bislang geplant, Norstedt werden.

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erstellt am 21.Aug.2014 | 13:00 Uhr

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