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Breitband : Bredstedt kämpft um schnelles Internet

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die verlängerte Meldefrist für einen Anschluss im ersten geplanten Abschnitt für das Glasfasernetz läuft noch bis zum 15. September. Stadtvertretung, Gewerbe und Seniorenbeirat informieren die Bürger.

Högel, Ahrenshöft und Vollstedt haben Quoten von jeweils mehr als 95 Prozent erreicht – in Bredstedt waren es knapp zehn. Nicht einmal 20 Haushalte hatten im ersten geplanten Ausbau-Abschnitt der Stadt (östlich der Bahn und nördlich der Flensburger Straße) innerhalb der vorgegebenen Frist einen Glasfaseranschluss beantragt. Daraufhin wurde diese bis zum 15. September verlängert und Stadtvertreter aller Fraktionen, Handels- und Gewerbeverein (HGV) sowie der Seniorenbeirat setzen sich nun dafür ein, dass auch Bredstedt schnelles Internet bekommt. „Es wäre katastrophal, wenn wir am Ende als Gallisches Dorf ohne Glasfasernetz dastehen würden, während alle Gemeinden um uns herum angeschlossen sind“, sagt Bredstedts stellvertretender Bürgermeister Christian Schmidt (CDU). „Das ist momentan das mit Abstand wichtigste Infrastrukturprojekt, das wir in der Stadt haben.“

Ist die Nachfrage hoch genug, bekommen Anwohner und Eigentümer, die einen Anschluss beantragt haben, diesen kostenlos bis an ihr Haus gelegt. Finanziert wird das durch die Breitbandnetz Gesellschaft (BNG) mit Sitz in Breklum, die das Netz im Norden des Kreises ausbaut und deren Gesellschafter vorwiegend aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien sowie der Kommunen und Ämter stammen. Für den südlichen Teil Nordfrieslands ist die Bürger-Breitband-Netz-Gesellschaft (BBNG) mit Sitz in Husum zuständig.

Mittlerweile rechnet die BNG dabei allerdings nicht mehr mit Quoten: Sobald so viele Verträge abgeschlossen wurden, dass ein einzelner Anschluss im Durchschnitt Investitionskosten von etwa 3500 Euro nicht überschreitet, ist eine Wirtschaftlichkeit gegeben, erklärt Geschäftsführerin Ulla Meixner.

Ein möglicher Grund für die bislang geringe Quote in Bredstedt ist nach Ansicht von Christian Schmidt die Tatsache, dass die Stadt – verglichen mit umliegenden Gemeinden vor deren Angliederung an das Netz – bereits mit relativ schnellem Internet versorgt ist. „Je besser die Versorgung ist, desto geringer ist das Bewusstsein für Glasfaser“, bestätigt auch Ulla Meixner.

„Allerdings gehen die Kupferleitungen in ein paar Jahren an ihre Grenzen“, ist sich Schmidt sicher. Deswegen sei es jetzt wichtig, ein Bewusstsein für das Thema in der Bevölkerung zu schaffen. „Die Stadtpolitik ist in der Verantwortung, das zu unterstützen“, sagt er. Alle Anwohner und Eigentümer von Immobilien im ersten Ausbauabschnitt sind deswegen noch einmal von der Stadt angeschrieben worden, Stadtvertreter und Mitglieder des Seniorenbeirats haben die Schreiben selbst verteilt und Bürger zum Teil direkt angesprochen. „Gerade bei älteren Bredstedtern, die bislang möglicherweise kein Interesse an einem Internetanschluss hatten, ist es wichtig, auch auf die Bedeutung von Glasfaser für den Wert der Immobilie hinzuweisen“, sagt Schmidt. „Wenn jetzt kein Vertrag abgeschlossen wird, kann sich das irgendwann rächen.“ Ein nachträglicher Anschluss könne den Hauseigentümern nach seinen Informationen bis zu 6000 Euro kosten.

Zusätzlich zu den Anschreiben sollen vor dem 15. September Flugblätter verteilt werden, zudem wurden an Bredstedts Ortseingängen Schilder mit der Aufschrift „Damit wir nicht abgeschnitten werden – Bredstedt braucht Glasfaser“ aufgestellt und die Facebook-Seite „Glasfaser für Bredstedt“ eingerichtet. Dort sowie auf der offiziellen Seite der Stadt wird über den aktuellen Verlauf informiert.

Zurzeit, so Ulla Meixner, machen sich die Bemühungen bereits bemerkbar. Etwa 60 der rund 190 möglichen Haushalte des ersten Abschnittes haben inzwischen den Vertrag für einen Anschluss abgeschlossen. www.stadt-bredstedt.de/glasfaser

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erstellt am 26.Aug.2015 | 09:00 Uhr

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