Bilanz des Bürgermeisters : Bredstedt fordert den vollen Einsatz

In Bredstedt steht manches Geschäft leer.
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In Bredstedt steht manches Geschäft leer.

Stadt-Chef Knut Jessen blickt auf sein erstes Amtsjahr zurück. Er will etwas gegen die Leerstände in der Innenstadt unternehmen. Außerdem lobt er die gute Zusammenarbeit mit der Amtsverwaltung.

shz.de von
29. Juni 2014, 10:00 Uhr

Seit einem Jahr ist Knut Jessen ehrenamtlicher Bürgermeister in Bredstedt. Er nutzte die jüngste Stadtvertreter-Sitzung für ein Resümee. „Es ist selten, dass ein Bürgermeister einer Stadt von der Größe Bredstedts den Dienst ehrenamtlich versieht. Aber das spart erhebliche Gelder. Die Arbeit kann nur leisten, der wie ich nicht mehr im Berufsleben steht“, erklärte er. Die Arbeit laufe gut, vor allem in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern des Amtes Mittleres Nordfriesland. Stefan Hems von der Finanzabteilung, der seit kurzem neuer Protokollführer ist, arbeite ihm in allen Angelegenheiten zu. Der kurze Draht zur Abteilung Regionalentwicklung und Aktiv-Region sei ein Segen. Was nach seiner Meinung etwas hake, sei unter anderem das Thema Leerstände. „Wir sollten uns externen Rat holen“, so Jessen. Darüber sollte auch in den Fraktionen diskutiert werden. „Fördergelder gäbe es“, so Jessen. Weiter berichtete er, dass die im Mai durchgeführte Verkehrszählung in der Stettiner Straße sowie Friesenstraße ergeben habe, dass es sich um reine Anliegerstraßen handelt. Es waren Zweifel aufgekommen, ob es nicht doch Durchgangsstraßen sind.

Zur Situation des durch die Orkane im vergangenen Herbst zerstörten Stadtwaldes Gritshefer sowie des arg gebeutelten Waldgebietes Quickhorn berichtete Jessen, dass es laut Auskunft der Forstbetriebsgemeinschaft derzeit kein Pflanzgut mehr gebe. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass beispielsweise allein für einen Hektar Wald 6000 Buchen- oder 5000 Eichen-Setzlinge benötigt werden. „Der Zustand der Wälder wird deshalb bis auf Weiteres so bleiben. Die Wurzeln werden gefräst und die Stummel bleiben“, so Jessen. Ökologisch sei das sinnvoll und günstig.

Ab September wird ein Amtsblatt für die Region herausgegeben. Einstimmig votierte das Gremium für den Erlass der Nachtragssatzung zur Ausbaubeitragssatzung. Diese ist dann Grundlage für die Erhebung von Anliegerbeiträgen in der Siedlung im östlichen Teil der Stadt, auch bekannt als Klein-Moskau. „Wir werden Ratenzahlungen mit einer Tilgungsdauer von zehn statt sonst üblich fünf Jahren anbieten“, so Jessen. Die VR-Bank Niebüll habe ein Sonderprodukt aufgelegt und dafür einen Fond gebildet. Sie verzichte bei Kreditaufnahme auf Bearbeitungskosten, sogar ohne Bürgschaft. Die Initiative ging vom Bankinstitut aus.

Er freue sich über die positive Entwicklung hinsichtlich der Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Harald-Nommensen-Halle. „Damit können wir 84 Prozent des Eigenstrombedarfs abdecken. Ursprünglich waren wir von 60 Prozent ausgegangen“, sagte er. Den mit dem Schulverband Mittleres Nordfriesland ausgearbeiteten Vertrag segneten die Stadtvertreter einstimmig ab. Der Strom wird für zwei Cent über dem Marktpreis abgegeben. Auch der Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik wurde zugestimmt. Es handelt sich um etwa 600 Lampen. Gerechnet wird mit einer Investition von 250.000 Euro. Die Summe wird sich, so Jessen, in drei bis vier Jahren amortisieren. Einig waren sich die Stadtvertreter auch, dass die Straße Lämmerheideweg (ab Tennishalle) in Rosenburger Weg umbenannt wird. Praktisch gehört der Straßenzug mit zum Gewerbegebiet Rosenburger Weg. In diesem Abschnitt haben sich bereits drei weitere Gewerbebetriebe niedergelassen.


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