Sängerfest in St. Peter-Ording : Brasilianische Klänge an der Nordsee

Die Akteure des Shanty-Chores „Die Strandräuber“ sangen sich auf der Bühne des Dünenhus‘ abermals in die Herzen der Zuhörer.
Die Akteure des Shanty-Chores „Die Strandräuber“ sangen sich auf der Bühne des Dünenhus‘ abermals in die Herzen der Zuhörer.

„Die Strandräuber“ feierten bei Sonnenschein zwei Jubiläen in St. Peter-Ording: 150 Jahre Männergesangverein und 20 Jahre Shantychor. Die „Happy Kids“ der Langenhagener Akkordeonfreunde spielten zum Auftakt.

shz.de von
04. Mai 2015, 09:00 Uhr

Offensichtlich freute sich Petrus auch über die Geburtstagsfeier der besonderen Art. Bei zwar kühlem Wind, aber Sonnenschein pur, feierten die musikalischen Botschafter St. Peter-Ordings, „Die Strandräuber“, ihr 20-jähriges Bestehen als Shantychor sowie den 150. Jahrestag ihrer Geburtsstunde zunächst als Männergesangverein. Das Ereignis hatte mit einem Sängerfest auf der Bühne des Dünenhus‘ an der frischen Luft begonnen. Der fröhliche Gesang und die beschwingte Musik ließ viele Gäste aufhorchen und sie lauschten den Geburtstagsdarbietungen.

Den Auftakt machten Gäste aus Niedersachsen, zu denen der Vorsitzende Ove Ketels zufällig einen Kontakt herstellen konnte. Die „Happy Kids“ der Langenhagener Akkordeonfreunde aus der Nähe von Hannover – dabei Kinder und Jugendliche zwischen neun und 14 Jahren – waren eine Woche lang im Nordsee-Heilbad zu Besuch. Sie begeisterten durch ihre fetzigen Klänge und ließen einen bunten Melodienreigen erklingen: von Filmmelodien, bis hin zu brasilianischen Klängen. Das sei ein Beispiel dafür, dass Musik nicht für die Seele gut und damit gesund sei, sondern auch jungen Menschen Spaß bringe. „Alle Achtung vor der Nachwuchsarbeit. Unser Durchschnittsalter liegt ein bisschen höher. Haben Sie nur Mut, meine Herren und verstärken Sie unseren Shantychor. Wir suchen Sänger aus ganz Deutschland“, rief der Vorsitzende den Gästen schmunzelnd zu.

Danach hatten „Die Strandräuber“ ihr Heimspiel. Sie sangen einige Stücke aus ihrer neuesten CD. Mittlerweile das sechste Album. Der Titel lautete: „Im Land der schiefen Bäume“. Die CD fand dann sogleich Liebhaber.

Weitere Geburtstagsgäste brachten kraftvolle Ständchen und damit noch mehr gute Laune unter die Zuhörer, wie die Damen und Herren des Husumer Shanty-Chores, die auch das technische Equipment sponserten, sowie die sangesfreudigen Mitstreiter des Männergesangsverein Harmonie Hattstedt. „Wir haben den Männerchor dabei, weil wir so einmal angefangen sind“, erklärte der Vorsitzende, der das Programm moderierte.

Das Publikum geizte bei allen Darbietungen in immerhin vier Stunden nie mit Beifall. Bekannte Lieder sangen sie mit. „Ich habe mir alles angehört. Es war richtig schön und vielfältig“, schwärmte Urlaubsgast Marianne Bodenhagen aus Hamburg. Sie hatte es sich auf der Rasenfläche hinter der Zuschauerreihen gemütlich gemacht.

Für das stimmige Drumherum sorgte das Team der Tourismus-Zentrale mit der stellvertretenden Tourismus-Direktorin, Constanze Höfinghoff, unterstützt von den Vereins-Damen. Gut besucht war auch der abendliche Festkommers im Vereinslokal, Olsdorfer Krug. Neben den obligatorischen Grußworten, Sketchen, jede Menge Geselligkeit und dem anschließenden Ball mit „DJ Mc  Fly“, alias Dennis Lafrentz aus Garding, war ein weiterer Höhepunkt der Auftritt der Akteure des Pellwormer Shanty-Chores. Sie hatten sich extra eine Sonderfähre gechartert. Seit Jahren verbindet beide Chöre eine enge Partnerschaft.

Der erst vor einer Woche für die bisherige Präsidentin und ehemalige Landesmutter, Heide Simonis, gewählte neue Präsident des Sängerbundes Schleswig-Holstein, Bernd Küpperbusch überreichte dem Vorsitzenden die Ehrenurkunde des Bundesverbandes. Er nutzte den festlichen Rahmen zudem für Auszeichnungen. Günter Voß und Horst Gripp erhielten Urkunden und Nadeln für 15 Jahre aktives Singen. Lobende Worte fanden Nordfrieslands erster stellvertretender Landrat, Jörg von Sobbe, und Bürgervorsteher Boy Jöns. „Ich bin seit Jahren Fan und dann auch passives Mitglied geworden. Überall wo Sie ihre Stimmen erklingen lassen, finden sie den Weg in die Herzen der Zuhörer. Ihre Erfolge überall geschehen allein durch ehrenamtliches Engagement. Sie repräsentieren den Ort und den Kreis“, so von Sobbe. „Ihr Name ist Programm und Sie sind einer der Kulturträger im Ort“, bekräftigte der Bürgervorsteher. Viel beachtet wurden die Stellwände im Krug mit Fotos und Texten zur Historie.

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