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Bewährungsstrafe : Brandstifter von Garding verurteilt

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der 31-jährige Angeklagte erhält vor dem Landgericht Flensburg eine Bewährungsstrafe. Er wurde für vier Fälle von schwerer Brandstiftung verurteilt.

Ein Mann hat in Garding über Jahre hinweg immer wieder Feuer gelegt - nun ist er wegen Brandstiftung vom Landgericht Flensburg zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann war angeklagt, seit 2011 acht Brände in Garding gelegt zu haben (wir berichteten). Drei Fälle wurden am Dienstag vorläufig eingestellt. Von einer Tat wurde der Angeklagte, der im Raum Husum lebt, an diesem dritten Prozesstag freigesprochen, in den weiteren vier Fällen wurde er wegen schwerer Brandstiftung beziehungsweise Brandstiftung und Sachbeschädigung verurteilt. Als Bewährungsauflage soll der Angeklagte unter anderem eine stationäre Psychotherapie machen.

„Wir halten eine Bewährung nur vor dem Hintergrund einer Therapie für vertretbar“, betonte der Vorsitzende Richter. Er machte dem Angeklagten klar, dass „wir uns relativ schnell gezwungen sehen, die Bewährung zu widerrufen“, wenn er gegen die Auflagen verstoße. Der Bewährungszeitraum beträgt vier Jahre.

Auf die Spur kamen die Ermittler dem Mann Ende Januar 2017 nach einem Mülltonnen-Brand in einer Senioren-Wohnanlage in Garding. Der Hausgiebel wurde durch das Feuer in Mitleidenschaft gezogen, eine Wohnung durch den Brand unbewohnbar. Dieser Brand brachte die Polizei, die Monate zuvor eine Ermittlungsgruppe wegen der gehäuften Brandstiftungen im Bereich Garding eingerichtet hatte, auf die Spur des Angeklagten.

Dieser gestand zudem, im Oktober 2015 einen Busch unter einem Reet gedeckten Reihenhaus in der Stadt angesteckt zu haben. Das Dach fing Feuer, konnte aber schnell gelöscht werden. Auch ein Feuer in einem Carport beim dänischen Kindergarten Garding im August 2016 und Brandlegungen an Altkleider- und Müllcontainern sowie an einem reetgedeckten Pavillon im Jahr 2011 gehen auf sein Konto. Vor Gericht sagte der 31-Jährige aus, er habe aus Frust und wegen finanzieller Probleme gezündelt.

Die Staatsanwaltschaft Flensburg hat eine Strafe von drei Jahren und neun Monaten sowie die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert. Ein Gutachter hatte dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung attestiert. Diese sah das Gericht ebenfalls.

Allerdings sei diese nicht so schwer, dass es für eine Unterbringung reiche, sagte der Kammervorsitzende. Denn dann hätte sie sich auch im Alltag bemerkbar machen müssen, wofür es wenige Anhaltspunkte gebe.

Da eine verminderte Schuldfähigkeit bei der Ausführung der Taten indes nicht auszuschließen sei, liege die Mindeststrafe für Brandstiftung bei drei Monaten und nicht bei einem Jahr. Dies habe das Gericht bei der Bemessung der Gesamtfreiheitsstrafe berücksichtigt, betonte der Vorsitzende.

Der Haftbefehl von Februar sowie der spätere Beschluss zur vorläufigen Unterbringung in eine Psychiatrie wurden aufgehoben.

Gegen das Urteil kann Revision eingelegt werden.

Bislang ungeklärt sind dagegen weitere Brandstiftungen aus dem westlichen Eiderstedt.

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