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Jahresrückblick für Eiderstedt : Brandserie und Proteste

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Im zweiten Teil des Jahresrückblicks von Eiderstedt stehen das Amt und die Gemeinden der Halbinsel im Mittelpunkt.

von
erstellt am 29.Dez.2016 | 12:00 Uhr

Die Arbeit im Kooperationsraum Mittleres Eiderstedt mit Garding als Mittelpunkt nimmt Fahrt auf. Intensiv wird an den Themen Wohnraum und Personennahverkehr gearbeitet. Eine der Erkenntnisse: Es fehlt an attraktiven Mietwohnungen.


Im Februar beschließt die Gemeinde Oldenswort den Kreis zu verklagen: Er hat einen beliebten Wanderweg im Oldensworter Vorland auf Antrag des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gesperrt. Dadurch sollen Störungen für brütende Wiesenvögel vermieden werden.


2016 werden Eiderstedt deutlich weniger Flüchtlinge zugewiesen. Die Amtsverwaltung kann nach dem Ansturm im Herbst und Winter 2015 einen Gang zurückschalten. Es leben zum Jahresende 245 Asylbewerber auf Eiderstedt.


Große Enttäuschung in Tating im März: Das Bundesverkehrsministerium streicht die geplante Ortsumgehung im Zuge der B  202 aus dem Bundesverkehrswegeplan. Sie sei nicht wirtschaftlich. Der Hintergrund für diese Entscheidung: Irrtümlich war eine Umgehung für Garding vom Landesverkehrsministerium mit beantragt worden. Doch in Garding ist eine Umgehung nie Thema gewesen. Das Happy-End: Im Herbst gibt es doch noch grünes Licht. Die Tatinger sind erleichtert, schließlich kämpfen sie schon seit fast 60 Jahren dafür.


Heftige Diskussionen um die unbeschrankten Bahnübergänge auf Eiderstedt löst ein tragischer Unfall am Pfingstsonntag aus. Dabei wird bei Kotzenbüll ein Autofahrer aus dem Kreis Schleswig-Flensburg getötet. Sein Auto kollidiert mit einer Regionalbahn, obwohl die Strecke frei einsehbar ist und gute Sicht herrschte. Die Ermittlungen der Polizei ergeben, dass der Fahrer den Zug übersehen haben muss. Fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor war in Kirchspiel Garding ein fünfjähriger Junge bei einem ähnlichen Unfall getötet worden. Damals hatte der Autofahrer laut Gutachten den Zug ebenfalls übersehen. Trotz dieser beiden Unglücksfälle sieht die Deutsche Bahn als Streckenbetreiber keinen Anlass für Sicherungsmaßnahmen.


In Rage bringt der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) die Gemeinde Westerhever im Frühjahr. Ohne die Kommune rechtzeitig über seine Pläne zu informieren, schafft er Fakten: Als Ausgleichsmaßnahme für den Deichbau am Nordstrander Damm soll der Schafberg im Vorland von Westerhever abgetragen und ein Bereich dort vernässt werden. Das Innenministerium bestätigt schließlich im November, dass das Vorland hoheitlich doch zur Gemeinde gehört. Westerhever hätte also vorab informiert werden müssen. Nun darf die Gemeinde offiziell Stellung nehmen.


Neue Möglichkeiten an schnelles Internet zu kommen, eröffnet der Amtsausschuss Eiderstedt Ende Oktober. Er stimmt für die Gründung eines Breitband-Zweckverbands Südliches Nordfriesland. Ziel ist es, aus dem Bundesprogramm Breitband Fördermittel zu erhalten.


In Tetenbüll wird Anfang Juni die neue Seelsorgerin für die Kirchengemeinden Tetenbüll-Katharinenheerd und Welt-Vollerwiek in ihr Amt eingeführt. Die 32-jährige Silke Wittmaack tritt die Nachfolge von Holger Beermann an, den es nach Hamburg zieht. Und auch die Kirchengemeinde St. Peter-Ording und Tating bekommt einen neuen Seelsorger. Pastor Manfred Rosenau übernimmt dort eine halbe Stelle, die nach der Erkrankung von Pastorin Eva Hoefflin neu besetzt werden musste. Diese wird im Oktober in den Ruhestand verabschiedet. Außerdem ist Rosenau für die Kirchengemeinde Tönning-Kating-Kotzenbüll tätig.


Anfang September stirbt Schankwirt Wilhelm Andresen aus Kating, ein Eiderstedter Original, das mit seinen Geschichten und seinem Eiergrog weit über die Grenzen der Region bekannt war. Abschied nehmen mussten Kunstfreunde von Fred Bandekow aus Vollerwiek (im August) und vom Bildhauer und Aktionskünstler Lothar Frieling (im Oktober), der zuletzt in Heide lebte.


Eine Brandserie hält im Spätsommer und Herbst die Feuerwehren in Atem. Anfang August brennt ein Reetdachhaus in der Waldstraße in St. Peter-Ording. Die Feuerwehr löscht den Brand schnell. Nur das Dach wird beschädigt. Es wird niemand verletzt. Das Ferienhaus war unbewohnt. Eine Woche später brennt ein Reetdachhaus in Tating. Der Schaden beläuft sich auf mehrere 100  000 Euro. Ende August geht dann ein Carport am dänischen Kindergarten in Garding in Flammen auf. Ein zweites Mal brennt das Haus in der Waldstraße in St. Peter-Ording Anfang Oktober. Auch diesmal verhindert die Feuerwehr Schlimmeres. Ein Raub der Flammen wird dagegen ein Stallgebäude mit Scheunenteil in Poppenbüll in derselben Nacht. Die Tochter des Hofbesitzers hatte den Brand am frühen Morgen bemerkt. Dieser zieht sich beim Retten von Kälbern leichte Brandverletzungen zu. Verletzt wird sonst niemand. Die Kripo geht von einer Selbstentzündung aus. In den anderen Fällen ermittelt sie wegen Brandstiftung. Ende Oktober brennt dann noch in Witzwort die Schulturnhalle ab. Die Kinder haben eine Woche schulfrei. Auch dort besteht der Verdacht der Brandstiftung.


Ehrungen: Die Vorsitzende des TuS Tating, Antje Klützke, wird mit der Verdienstnadel des Landessportverbandes und der goldenen Ehrennadel des Kreissportverbandes ausgezeichnet.

Gisela und Ove Hamkens werden für ihr langjähriges kommunalpolitisches Engagement zu Ehrenbürgern von Kotzenbüll ernannt.

Jubiläen: Das kleine Kulturzentrum Haus Peters in Tetenbüll feiert sein 25-jähriges Bestehen.

Seit 30 Jahren im Amt ist Witzworts Bürgermeister Willi Behrendt am 7. Mai. Und zum ersten Mal in seiner Amtszeit muss er die Polizei zu einer Gemeinderats-Sitzung rufen. Ein Bürger hatte für Tumult gesorgt.

40 Jahre gibt es die Sommerkirche Welt, eine Vortragsreihe mit hochkarätigen Referenten.

Zehn Jahre besteht der Verein Weideland Eiderstedt, der sich für den Vertragsnaturschutz einsetzt.


Boßeln: Bei der Europameisterschaft in den Niederlanden gibt es für die Eiderstedter Boßler einige Erfolge zu verzeichnen: Bronze für Katharina Herrmann (Rödemis); Silber Mannschaft für Katharina Herrmann (Rödemis), Darleen Spiegel (Tetenbüll), Sandra Wohlert (Simonsberg), Henrike Johannsen (Tetenbüll) und Christiane Steinert (Koldenbüttel); Junioren: Gold Mannschaft: Jannis Meister (Eiderbund); Männer: Silber für Jan Johannsen (Koldenbüttel, Foto); Silber Mannschaft für Jan Johannsen (Koldenbüttel), Mike Plähn (K-Bund), Torsten Gebert (K-Bund), Dennis Niehus (St. Peter-Ording), Pascal Gutschi (Tating) und Marten Greve (Rödemis).

Beim Husumer-Nachrichten-Zeitungspokalboßeln der Männer holt der K-Bund den A-Pokal. Der Wettbewerb der Frauen Ende August fällt aus: Es ist zu stürmisch.

Beim Landespokalboßeln der Mädchen in Garding gewinnt in der Altersklasse 2001 bis 2003 der Eiderbund. Lene Meggers (Eiderbund) wird Landesmeisterin. Beim gleichen Wettbewerb der Männer gibt es Gold für Mike Plähn (K-Bund) und für die Mannschaft aus Eiderstedt. Im Friesischen Dreikampf holt sich Regina Schmidt (Simonsberg) den Landesmeister-Titel in ihrer Altersklasse. Im Landesfeldklootboßeln geht der Titel an Cornelia Lorenzen (Rödemis). Bei der Landesmeisterschaft im Straßen- und im Feldboßeln gibt es Gold für die Jugendmannschaft (Jungen).


Ringreiten: Jan Sievers aus Witzwort wird Landschaftskönig und König der Könige, zum zweiten Mal nach 2014. In Tating findet das Kreisringreiten statt. Niels-Broder Greve aus Oldenswort verteidigt den Königstitel, den er 2012 errungen hatte – ein Novum in der Geschichte des Wettbewerbs.

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